SPD-Chefin besucht Hanau bei Sommerreise

Nahles würdigt Brüder Grimm

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Sichtlich wohl fühlte sich SPD-Chefin Andrea Nahles mit Akteuren der Brüder-Grimm-Festspiele und Intendant Frank-Lorenz Engel.

Hanau - Bei den Brüdern Grimm fühlt sich Andrea Nahles gut aufgehoben. Dass die Vorsitzende der ältesten deutschen Partei außerdem Germanistin ist, wurde gestern bei ihrem Besuch in Hanau mehrfach deutlich. Von Oliver Klemt 

Neben den Grimm-Exponaten in Schloss Philippsruhe und den Brüder-Grimm-Festspielen trat der anrollende Hessenwahlkampf hinter die Kulissen zurück.

Dabei war die SPD-Vorsitzende bei ihrer Stippvisite am späten Vormittag mit prominentem Gefolge unterwegs. Neben Stadtverordnetenvorsteherin Beate Funck (SPD), die Nahles gemeinsam mit FDP-Stadtrat Thomas Morlock im Philippsruher Museumscafé willkommen hieß, hatten sich auch die sozialdemokratischen Landtagskandidaten Jutta Straub, Christoph Degen und Heinz Lotz sowie die Bundestagsabgeordnete Bettina Müller eingefunden. Mindestens ebenso herzlich wie auf die Parteifreunde und gut 30 weitere Ehrengäste ging Nahles auf den Intendanten der Brüder-Grimm-Festspiele, Frank-Lorenz Engel, und seine Schauspieler zu. Das Ensemble gab im Amphitheater mit einer Szene aus der aktuellen Inszenierung „Die Prinzessin auf der Erbse“ eine kurze Exklusiv-Vorstellung für den prominenten Gast. Unter Engels Führung unternahmen die Politiker außerdem einen Rundgang, der auch hinter die Kulissen der Festspiele führte. Die SPD-Chefin bewunderte unter anderem die hochwertigen, fein gearbeiteten Kostüme – ein Markenzeichen der Grimm-Festspiele, wie der Intendant betonte: Über 80 Prozent der Kleider, Roben und Livreen würden für die Schauspieler maßgefertigt.

Zuvor hatte Nahles das Museum in Schloss Philippsruhe besichtigt, sich von Martin Hoppe, Leiter des städtischen Fachbereichs Kultur, und Kuratorin Nina Schneider das im Entstehen begriffene Grimms Märchenreich erklären lassen. Das Mitmachmuseum, das im kommenden Frühjahr öffnen soll, werde die Kindheit von Jacob, Wilhelm und Emil Grimm in den Mittelpunkt stellen, erläuterte Hoppe. Gleichzeitig festige Hanau seine Position als östliche Säule im kulturellen Dreiklang der „drei G“ im Rhein-Main-Gebiet: „Gutenberg in Mainz, Goethe in Frankfurt und in Hanau die Brüder Grimm“.

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Dieser Ansatz gefällt der SPD-Chefin nach eigenem Bekunden ebenso gut wie der Umgang der Stadt mit ihren großen Söhnen. Auch in ihrem Leben hätten die Grimms eine große Rolle gespielt. „Erst mit den Märchen, dann habe ich sie während meiner Ausbildung intensiv kennengelernt“, verriet sie im Gespräch mit unserer Zeitung und würdigte Jacob und Wilhelm Grimm für ihre Rolle unter den Göttinger Sieben als „aktive Streiter für die Demokratie und herausragende deutsche Wissenschaftler“. Bei der Planung ihrer Sommerreise quer durch Deutschland habe sie sich ausdrücklich gewünscht, auch einen Termin in Hanau anzusetzen, so Nahles.

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