Neue Stiftung will Bahnbetriebswerk Hanau erwerben

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Der markante Ringlokschuppen ist nur ein Teil des historischen Bahnbetriebswerks Hanau, für dessen Erhalt sich nun eine Stiftung einsetzen will.

Großauheim ‐ Mit der Gründung einer Stiftung sind die Mitglieder des Vereins „Museumseisenbahn“ dem Erhalt des alten Bahnbetriebswerkes in den Großauheimer Heideäckern ein gutes Stück näher gekommen. Von Dieter Kögel

Vertreter des Hanauer Vereins und der Stiftung Deutsche Eisenbahn setzten am Donnerstagabend in der „Alten Schule“ ihre Unterschriften unter das Vertragswerk. Der Verein hofft, nun noch mehr Unterstützer zu bekommen.

Denn bislang, so der Vorsitzende der „Museumseisenbahn,“ André Labes, hätten viele Interessierte vor verstärktem Engagement zurückgeschreckt, weil ständig der Verlust des Bahnbetriebswerkes drohte. Mit dem jetzt näher gerückten Ziel, das Areal von der Bahn-Tochtergesellschaft „Aurelis“ zu übernehmen, ändere sich dieser Status grundlegend. Die Arbeit der „Museumseisenbahn“ habe wieder eine Zukunftsperspektive, so Labes, der eine Bestandsaufnahme ankündigte, auf deren Basis die Stiftung dann aktiv werden könne. Sicher ist sich der Vorsitzende schon jetzt: „Der Erhalt des Bahnbetriebswerks ist machbar.“ Und er sei geboten, weil es nur noch wenige Bahnbetriebswerke dieser Art gebe.

Auch OB Claus Kaminsky sieht mit Hilfe der Stiftung Hanau bereits im Besitz einer neuen „touristischen Attraktion,“ die die Stadt als Station der „Route der Industriekultur“ zwischen Bingen und Miltenberg erheblich aufwerte. Immerhin, so berichtete Dr. Klaus Kröger vom Museumseisenbahn-Verein, weise die Statistik bereits heute jährlich rund 10000 Besucher und Fahrgäste aus, die an den Festen im Bahnbetriebswerk teilnehmen oder die Angebote der Fahrten mit historischen Dampfloks wahrnehmen - Tendenz steigend. Mit der Stiftung im Rücken sei das sogar noch ausbaufähig.

Wichtige Knotenpunkte des Schienenverkehrs

Die Eisenbahn sei einst die Lebensader Hanaus gewesen, so Kröger. Mitte des 19. Jahrhunderts sei die erste Eisenbahn von Frankfurt nach Hanau gerollt, wenig später habe die Bahn Aschaffenburg und Würzburg an Hanau angebunden, im Osten seien Züge ab 1867 bis Wächtersbach gerollt, die südmainische Trasse nach Offenbach und Frankfurt habe Hanau 1873 weiter mit der Region verknüpft, bevor auch Gleisverkehr in Richtung Alzenau und Wetterau aufgenommen worden sei.

Die zwei Bahnbetriebswerke in Hanau waren wichtige Knotenpunkte des Schienenverkehrs. Aber nur das Werk in den Großauheimer Heideäckern ist noch erhalten. Mehr oder weniger. Denn der Zahn der Zeit hat den Backsteingebäuden arg zugesetzt. Das Dach des Langschuppens ist bereits zusammengebrochen. Stück für Stück wird man bei der Museumseisenbahn jetzt an den Aufbau und die Bestandssicherung gehen. Auch in dem Bewusstsein, ein wichtiger Stützpunkt für die rollenden historischen Loks der ganzen Republik zu sein. Denn bereits jetzt ist das Bahnbetriebswerk der Museumseisenbahner in Hanau zuverlässiger Anlaufpunkt für Dampfloks, die über weite Strecken unterwegs sind. Kohle und Wasser fassen samt notwendigen Wartungsarbeiten gehören im Bahnbetriebswerk zum Service für die Kollegen, die mit ihren aufgearbeiteten Dampfmaschinen auf Gleisen die Historie sinnfällig am Leben halten. Eine „wohlwollende Begleitung und Unterstützung“ ist den Freunden der historischen Dampfloks seitens der Stadt sicher, versprach OB Kaminsky.

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