Komödie in Stein‘s Tivoli

Neue Wege für Privattheater in der Corona-Krise

Geld regiert die Welt: Das bekommen Laurence (Louise Oppenländer) mit ihrem Mann Bruno (Klaus Heindl) und deren spanische Haushaltshilfe (Judith Beier) durch den mysteriösen Geldsegen im neuen Theaterstück zu spüren, das Stein`s Tivoli auf verschiedene Bühnen im Main-Kinzig-Kreis bringt.
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Geld regiert die Welt: Das bekommen Laurence (Louise Oppenländer) mit ihrem Mann Bruno (Klaus Heindl) und deren spanische Haushaltshilfe (Judith Beier) durch den mysteriösen Geldsegen im neuen Theaterstück zu spüren, das Stein`s Tivoli auf verschiedene Bühnen im Main-Kinzig-Kreis bringt.

Region Hanau – Als die Bühnenbeleuchtung für das Pressefoto unserer Zeitung aufflammt, hört man erst mal nur ein spontanes „Ahhh…“ vom Schauspielertrio in Stein‘s Tivoli Rodenbach. Denn hier in dem kleinen Privattheater, wo die Darsteller unter der Regie von Frank Heck gerade intensiv an einer neuen Inszenierung proben, freut man sich, endlich wieder auf der Bühne zu stehen, auch wenn es erst einmal nicht die eigene sein wird – Corona-bedingt.

Mit der Komödie „Als ob es regnen würde oder Geld macht nicht immer glücklich“ geht die Truppe jetzt auf Tour im Main-Kinzig-Kreis. An sieben Aufführungsorten in großen Hallen, in denen alle nötigen Abstände gewährt sind, ist Stein‘s Tivoli mit insgesamt 17 Aufführungen zu Gast, während im Theater in Rodenbach gerade investiert wird und entsprechende Baumaßnahmen laufen, um das Haus im Rahmen eines angemessenen Hygiene- und Schutzkonzeptes wieder öffnen zu können.

„Natürlich waren für uns alle die letzten Monate eine harte Zeit: Das Theater zu, die Festangestellten in Kurzarbeit, von den Freiberuflern gar nicht zu reden“ erzählt Louise Oppenländer, Regisseurin und langjährige Schauspielerin in Stein‘s Tivoli im Gespräch mit unserer Zeitung.

Man habe sich dann zum Brainstorming mit Inhaber Martin Stein zusammengesetzt und überlegt, wie wieder Inszenierungen perspektivisch zeitnah zu stemmen seien, ohne das Theater zu nutzen, das bis zu diesem Zeitpunkt nicht mehr die Möglichkeit rentabler und effektiver Aufführungen bot.

So kam die Idee auf, bei den umliegenden Gemeinden und Städten anzufragen, ob es hier in den Bürger- und Dorfgemeinschaftshäusern Optionen gebe, so Oppenländer. „Von der positiven Resonanz vieler Bürgermeister waren wir begeistert. Man ist uns hier sehr entgegengekommen“, sagt auch Regisseur Frank Heck. „Wir haben dann alle Häuser vorab besucht und anhand der Pläne individuelle Konzepte für jedes Haus erarbeitet, das die Corona-Hygiene- und Schutzbedingungen erfüllt. Es gilt Mund-Nasenschutzpflicht bis zum Platz. Für den geregelten Ein- und Auslass sorgen wir mit Flatterbändern, Aufstellern sowie Abklebestreifen und wir stellen Desinfektionsspender auf. Unser Buchungssystem wurde angepasst, damit die Besucher, die zusammengehören, auch zusammen sitzen“, erklärt Oppenländer.

Auch das Theaterstück wurde so ausgewählt, dass maximal drei beziehungsweise vier Schauspieler gleichzeitig auf der Bühne stehen. „Außerdem benutzen wir Headsets, um das exzessive Sprechen zu vermeiden“, ergänzt die Schauspielerin. „Es ist für uns alle der größte Segen, wieder Theater zu spielen, und wir freuen uns auf so viele Gäste, wie sie uns die jeweils aktuellen Verordnungen erlauben. Denn wir wollen mit unserer Gastspieltour auch unseren Theaterbesuchern zeigen, dass es uns noch gibt, und wir fest damit rechnen, nach den Investitionen, die gerade in den Umbau, zum Beispiel der neuen Belüftungssysteme, fließen, wieder in unserem Rodenbacher Haus zu spielen“, sind sich Louise Oppenländer und Frank Heck einig.

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