Letzte-Hilfe-Kurs

Neues Angebot will Angehörige beim Umgang mit Sterbenden unterstützen

Zwei glatte Hände halten eine etwas faltigere und mit Altersflecken bedeckte Hand.
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Im Main-Kinzig-Kreis wird es künftig aber auch das Angebot von „Letzte-Hilfe-Kursen“ geben.

Erste-Hilfe-Kurse zur Rettung von Leben sind allgemein bekannt. Im Main-Kinzig-Kreis wird es künftig aber auch das Angebot von „Letzte-Hilfe-Kursen“ geben. Sie richten sich an Menschen, die Sterbenden so gut es geht beiseite stehen möchten.

Hanau/Main-Kinzig-Kreis – Kooperationspartner sind die Arbeitsgemeinschaft Hospizdienst im Caritas-Verband für den Main-Kinzig-Kreis und das Palliativ Care Team Hanau. Wenn ein Leben zu Ende geht, ist das nicht nur für die Sterbenden eine aufwühlende und belastende Zeit, sondern auch für deren Angehörige. Wie kann man einem Sterbenden dabei helfen, diese letzte Phase seines Lebens so angenehm und erträglich wie möglich zu gestalten?

Main-Kinzig-Kreis unterstützt Projekt finanziell

Genau diese Frage soll in den geplanten „Letzte-Hilfe-Kursen“ beantwortet werden. Dabei werde, wie in Erste-Hilfen-Kursen, der Mensch im Mittelpunkt stehen, betont die Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernentin Susanne Simmler (SPD), deren Fachabteilung „Leben im Alter“ aus dem Amt für soziale Förderung und Teilhabe beim Main-Kinzig-Kreis das Rahmenkonzept der „Letzte-Hilfe-Kurse“ in Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern erarbeitet hat.

„Diese Kurse richten sich an alle, die lernen möchten, welche wertvolle Hilfen sie sterbenden Menschen geben können, die ihnen nahestehen“, erläutert Simmler. Der Main-Kinzig-Kreis werde das Projekt mit 30 000 Euro im Jahr unterstützen, um die Kurskosten für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer möglichst gering zu halten.

Kurse werden in allen 29 Kommunen des Kreises angeboten

Unlängst haben Gesundheitsdezernentin Simmler, Dr. Gerd Lautenschläger, Geschäftsführer des Palliativ Care Teams Hanau, und Professor Holger Kaesemann vom Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Hospizdienst im Caritas-Verband Main-Kinzig die entsprechende Kooperationsvereinbarung unterzeichnet.

„Die Letzte-Hilfe-Kurse werden unsere bereits bestehenden Palliativ-Angebote sinnvoll ergänzen. Sie werden in allen 29 Kommunen des Main-Kinzig-Kreises angeboten und sind auf diese Weise wohnortnah erreichbar“, betont Holger Kaesemann. Und Gert Lautenschläger ergänzt: „Die Kurse sind bewusst so aufgebaut, dass sie auch ohne Vorkenntnisse besucht werden können. Es geht insbesondere auch darum, Ängste und Vorbehalte abzubauen und konkret zu zeigen, wie Sterbenden mit einfachen Handgriffen geholfen werden kann.“

Kreis will „Hilflosigkeit“ entgegenwirken

„Die Themen Tod und Sterben sind in unserer Gesellschaft immer noch mit einem Tabu behaftet. Dabei gehören sie untrennbar zum Leben dazu. Tritt der Fall ein, dass ein Angehöriger oder ein nahestehender Mensch stirbt, fühlen sich viele Menschen von der Situation überfordert. Dieser Hilflosigkeit wollen wir begegnen und dazu ermutigen, auch in der letzten Lebensphase eines Menschen da zu bleiben und da zu sein. Diese zutiefst mitmenschliche Haltung gehört zu den größten Geschenken, die sich Menschen machen können“, meint Susanne Simmler.

Angehörige sind mit Situation oft überfordert

Gerade wenn Familien unvorbereitet mit dem nahenden Tod eines Angehörigen konfrontiert würden, könne es passieren, dass ein Sterbender auch deshalb ins Krankenhaus gebracht werde, weil die Angehörigen von der Situation schlichtweg überfordert seien und nichts falsch machen wollten.

„Später kommt dann aber in den betroffenen Familien oft der Gedanke auf, dass es vielleicht doch eine gute Alternative gewesen wäre, diesen Abschied zu Hause, in vertrauter Umgebung zu ermöglichen“, so Simmler. Hier sollen die Letzten Hilfen wertvolles Wissen vermitteln, um eine solche Situation besser einschätzen zu können.

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