Neues Stadtviertel

Pioneer-Kaserne: Wohnen im Fächer

+
Die Pioneer-Kaserne mit ihren markanten Gebäude-Zeilen. Auf der rechten Seite der Aschaffenburger Straße ist die Sportsfield-Housing-Area zu sehen. Die Stadt will mit einer eigenen Entwicklungsgesellschaft in Wolfgang ein weiteres Wohnviertel schaffen. (c)Foto: Stadt Die Pioneer-Kaserne in Wolfgang galt lange als schwierigstes Projekt bei der Umnutzung früherer US-Areale. Nun wird dort ein neues Stadtviertel geplant.

Hanau - Fast 4000 Menschen werden seit 2010 bis Ende dieses Jahres laut aktueller Einwohner-Statistik wohl in die Brüder-Grimm-Stadt zugezogen sein. Und Hanau setzt weiter auf Wachstum, unterstreicht Stadtentwickler Martin Bieberle. Von Christian Spindler

Das größte Potenzial boten und bieten die ehemaligen US-Kasernen. Das ehrgeizigste und flächenmäßig größte Projekt: Die Pioneer-Kaserne in Wolfgang. Auch dort soll, wie gemeldet, ein neues Stadtviertel entstehen. Ein großer Stab von Mitarbeitern aus städtischen Fachbereichen und Eigenbetrieben ist mit der Zukunft des über 40 Hektar großen Geländes und zweier ehemaliger US-Housing-Areas befasst, die wie alle US-Liegenschaften nach dem Abzug der Amerikaner 2005 an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) übergegangen sind.

Das Ziel: Im ersten Halbjahr 2014 will man in den Gremien „eine ausführliche Debatte darüber führen“, so Bieberle. Ab 2016 könnten Bauarbeiten beginnen - „ein ambitionierter, aber realistischer Zeitplan“, sagt der Stadtentwickler, der davon ausgeht, dass auf dem Areal der Pioneer-Kaserne mindestens 1500 Menschen ein neues Zuhause finden werden. Die zwischen 1936 und 1938 erbaute Kaserne galt lange als schwierigstes Projekt bei der Umwandlung in eine zivile Nutzung. Die Gesamtanlage mit den markanten, fächerartig angeordneten Gebäudezeilen ist als Kulturdenkmal eingestuft. Die Bauten an der Aschaffenburger Straße könnten zumindest teilweise gewerblich genutzt werden, meint Bieberle. Die 16 fächerförmigen Häuserzeilen, wo Werkstätten, aber auch ein Kindergarten untergebracht waren, müssen auch bei Teilabrissen in der Form erhalten bleiben. Die „einzigartige Kulisse“ (Bieberle) biete Möglichkeiten für eine große Vielfalt - von Einfamilienhäusern bis zu Geschosswohnungen.

Lesen Sie dazu auch:

Hanau: 5000 neue Wohnungen

Und die Nachfrage sei ungebrochen; sowohl bei Investoren, als auch bei potenziellen Neubürgern. Während bei der Entwicklung der bisherigen US-Liegenschaften private Investoren federführend waren, die die Gelände von der BImA gekauft haben, will in diesem Fall wohl die Stadt selbst mit einer Entwicklungsgesellschaft, bei der auch ihre Baugesellschaft im Boot sein soll, tätig werden - „natürlich mit privaten Partnern“, sagt Bieberle. Die Stadt verspricht sich vom eigenen Engagement Erlöse, die auch in einen Rückbau der breiten und den Stadtteil zerschneidenden Aschaffenburger Stra0e (B8) in diesem Bereich fließen könnten.

Das bedeuten Immobilien-Codes

"Unverbaute Lage" und "gut erhalten": Das bedeuten Immobilien-Codes

Die Entwicklung weiterer Wohnquartiere, so Bieberle, korrespondiere auch mit dem Umbau der Innenstadt, der Hanau für Neubürger interessant machen soll. Und da im Ballungsgebiet Frankfurt Wohnraum ansonsten immer knapper wird, will die Brüder-Grimm-Stadt mit dem Pfund der großen Kasernen-Areale wuchern. Eine Problemzone an der Aschaffenburger Straße ist freilich das Sportsfield-Housing-Areal gegenüber der eigentlichen Pioneer-Kaserne. 13 Hektar groß ist das Areal mit 20 Wohnblocks, Schule und Tankstelle. Vor allem der Lärmschutz zwischen zwei exponierten Bahnlinien und der viel befahrenen Straße sorgt für Fragezeichen. Zumindest die Verwendung des dortigen Heizwerks ist aber geklärt: Es wurde inzwischen von den Stadtwerken Hanau übernommen.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare