Zunächst vermuteter Riss durch Luchs oder Füchse bestätigte sich nicht

Neun Muffel aus dem Wildpark verschwunden: Forstamt steht vor einem Rätsel

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Da waren sie noch zu zweit: Von diesen beiden Muffellämmern – ursprünglich waren es elf – ist nur noch eins übrig geblieben.

Elf Muffellämmer wurden in diesem Frühjahr in der Alten Fasanerie geboren, übrig geblieben ist jetzt nur noch eins. Auf mysteriöse Art und Weise ist der rund um Ostern geborene Nachwuchs der Mufflon-Wildschafe im zu diesem Zeitpunkt wegen der Corona-Pandemie geschlossenen Wildpark verschwunden.

Hat ein Raubtier die Tiere gerissen oder wurden die Lämmer aus ihrem Gehege geklaut? „Innerhalb kürzester Zeit sind neun Lämmer verschwunden“, berichtet Forstamtsleiter Christian Schaefer auf Nachfrage. „In einer der Nächte zwischen 15. und 18. April sind sie weggekommen.“ 

Am 19. April wurden von den Tierpflegern nur noch zwei junge Mufflons gezählt. Von diesen zwei ist mittlerweile auch nur noch eines der Jungtiere übrig, ein weiteres ist spurlos verschwunden. „Wir hatten zuerst vermutet, es handelt sich um den Riss eines wilden Luchses oder um Füchse. Daraufhin haben wir den Gehegezaun nach Haarspuren abgesucht“, erläutert Schaefer. „Wenn es ein Raubtier gewesen wäre, hätten wir auf alle Fälle Überreste – Knochen oder Blut – gefunden. Entweder im Muffelgehege oder sonst irgendwo im Wildpark. Gefunden haben wir bei der Suche allerdings nichts, was auf einen Riss hindeuten könnte“, so der Forstamtsleiter. 

Forstamt steht vor einem Rätsel

Abgesucht wurden alle Bereiche im Wildpark, in denen sich der wilde Luchs befunden haben könnte. Dieser hielt sich übrigens noch einige Zeit, nachdem er im Mufflongehege in die Falle gegangen und dann wieder entkommen war, im Wildpark auf. Wegen des Verschwindens der neun Muffellämmer innerhalb einer Nacht hat der Wildpark mittlerweile Strafanzeige bei der Polizei Hanau erstattet. „Wir können uns keinen Reim darauf machen. Wir vermuten, dass es irgendwelche Interessenten gegeben hat. Irgendjemand hat sich unsere Muffel geholt, wir haben aber keinerlei Verdacht“, sagt Schaefer. 

Der damit vom Tatverdacht – auch weil er in drei Nächten keine neun Muffellämmer fressen könnte – „freigesprochene“ wilde Luchs, der laut Biologin in den vergangenen Wochen von verschiedenen Personen „zunehmend außerhalb des Wildparks gesehen wurde“, sei seit Mitte voriger Woche nicht mehr im Wildpark beobachtet worden. „Wir vermuten, dass der nach einer Lüchsin suchende durchziehende Jungluchs, der sich während der Ranzzeit über mehrere Wochen im Wildpark aufhielt, nun abgewandert ist“, so Schaefer.

Quelle: Hanauer Anzeiger

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