Sanierung dauert noch rund ein Jahr

Neustädter Rathaus in Hanau: Viel Lob für die neuen Fenster

Die neuen Sprossenfenster und Balkontüren wurden kürzlich montiert.
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Die neuen Sprossenfenster und Balkontüren wurden kürzlich montiert.

Sie wurden nach historischem Vorbild angefertigt: die Sprossenfenster fürs Neustädter Rathaus, die im Zuge der Komplettsanierung des ursprünglich barocken Gebäudes dieser Tage eingebaut wurden. Ein weiterer Schritt bei den seit mittlerweile drei Jahre währenden Arbeiten an und in Hanaus prominentestem Bauwerk.

Hanau - „Auf dem Wochenmarkt höre ich viel Begeisterung über die neuen Fenster“, sagte Oberbürgermeister Claus Kaminsky bei einem Baustellentermin. Derzeit konzentrieren sich die Handwerker auf die Installation der Lüftungs-, Heizungs- und Elektrotechnik, erläuterte Hiltrud Herbst, Leiterin des federführenden städtischen Eigenbetriebs Hanau Immobilien- und Baumanagement (IBM), den Magistratsmitgliedern bei einem Rundgang. Im September soll das Baugerüst am Neustädter Rathaus verschwinden. Zuvor wird über den Sommer die Außenfassade an allen vier Seiten saniert und das Geländer am Balkon, der derzeit in einem Fachbetrieb restauriert wird, wieder angebracht.

Der Magistrat beim Baustellentermin vor dem neuen Treppenhaus.

Seit annähernd neun Jahren ist das Neustädter Rathaus, in dem Stadtverordnetenversammlung und Magistrat tagten, in dem die Parlamentsfraktionen ihre Büros hatten und in dessen Foyer regelmäßig Kunstveranstaltungen stattfanden, ungenutzt. Brandschutzmängel waren der Grund. Die notwendige Sanierung musste aber immer wieder verschoben werden: Geldmangel. 2018 begannen endlich die ersten Arbeiten. Und die brachten etliche Überraschungen. Eine davon: Die Decken entsprachen nicht mehr den statischen und brandschutztechnischen Voraussetzungen, mussten erneuert werden. Eine andere: Das Treppenhaus musste umgeplant werden. Der große mittige Aufgang ist verschwunden, stattdessen gibt es auf der Nordseite ein durchgehendes Treppenhaus samt Aufzug, für den die Arbeiten schon weiter fortgeschritten sind. Alles Zeitfresser. Und Kostentreiber: Statt der ursprünglich kalkulierten 5,5 Millionen Euro stehen für die Komplettsanierung 9,2 Millionen bereit. Zuletzt habe die Corona-Pandemie für Verzögerungen bei der Vergabe von Gewerken und der Lieferung von Baumaterialien gesorgt, heißt es.

Zwar ist das Neustädter Rathaus nach wie vor eingerüstet. Von den Arbeiten im Inneren bekommt man aber nur wenig mit, nachdem die Dachsanierung und die Restaurierung des Uhrentürmchens abgeschlossen waren. Quasi als Krönung wurde der vergoldete Schwan, das Wappentier Hanaus, längst schon frisch restauriert wieder auf die Spitze des Rathausturms gesetzt.

Nicht nur das Neustädter Rathaus ist wegen der Sanierungsarbeiten eingerüstet. Auch das Brüder-Grimm-Denkmal (links) wird momentan restauriert.

Spätestens im vierten Quartal wird im Inneren der Estrich vom Erd- bis zum Dachgeschoss eingebracht. Dann soll der Inneneinbau folgen. Dazu zählen die Bodenbeläge ebenso wie die Wandvertäfelung im neuen Stadtverordneten-Sitzungssaal, der im Vergleich zum vorherigen um 180 Grad gedreht wird. Letzte Installationsarbeiten folgen laut HIS im ersten Quartal 2022.

Besonderes Augenmerk richtete der Magistrat beim jetzigen Rundgang auf den Raum, wo die „Stadtregierung“ künftig im zweiten Stock tagen wird. Für OB Kaminsky muss dieser Sitzungssaal so repräsentativ sein, dass er der Bedeutung des Magistrats als Organ der kommunalen Demokratie gerecht werde. Insofern biete sich der von der Abmessung her so verbliebene Sitzungsraum an, in dem das Gremium auch vor der Sanierung tagte. Der Raum könne aber auch für andere Zwecke genutzt werden. Das gilt laut Bürgermeister Axel Weiss-Thiel ohnehin für fast alle neuen Räume im Neustädter Rathaus. Das Erdgeschoss soll auch wieder für Ausstellungen und Vortragsveranstaltungen genutzt werden. „Mitte nächsten Jahres sollen die ersten Veranstaltungen im sanierten Neustädter Rathaus stattfinden“, sagte Weiss-Thiel. Ursprünglich sollte das Neustädter schon dieses Frühjahr fertig sein. (Von Christian Spindler)

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