Presskopp statt Kebab

Nicht nur kulinarisch überzeugt die „Auheimer Meile“

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Gut besucht war die „Auheimer Meile“ entlang der Hauptstraße und rund um den Rochusplatz. Das neue Konzept des Gewerbevereins Großauheim kommt offenbar an.

Großauheim - Straßenfest, Gewerbemesse, gastronomisches Schaulaufen und ein Hauch Kirmes – die „Auheimer Meile“ als Nachfolgerin des Irminratsmarktes hatte auch am Wochenende bei ihrer zweiten Auflage in der für den Verkehr gesperrten Hauptstraße von allem etwas und wusste beim Publikum wohl auch gerade deswegen zu gefallen. Von Dieter Kögel 

„Angrillen“ hieß es auch in diesem Jahr wieder für den neuen Markt, den der Gewerbeverein als moderne und zeitgemäße Präsentation für den Großauheimer Handel etablieren will. Das sei auch nötig, so Elke Ascholz, Vorsitzende des Gewerbevereins in Großauheim. Denn viele Neubürger auch aus den Großauheimer Randbereichen wären gar nicht darüber informiert, was Handel und Gewerbe in der Großauheimer Innenstadt alles zu bieten haben. Und was Betreuung und Beratung angeht, sei das wesentlich mehr als der boomende Internethandel, so Scholz. Es gehe darum, „den Einzelhandel im Ort zu stärken.“

Kleine Stärkung am Rande mit einem kühlen Bier und einem edlen Tropfen.

„Mutig“ nannte es Hanaus Stadtrat Günther Jochem bei der Eröffnung, den traditionellen Irminratsmarkt aufzugeben und das „Historische in etwas Modernes umzuwandeln“. Jochems Wunsch für die Aussteller ist, dass die Gäste vom Wochenende auch über den Markt hinaus den Auheimer Gewerbetreibenden und Händlern gewogen bleiben. Lohnen würde es sich sicher, so Joachim Götz, stellvertretender Ortsbeiratsvorsitzender von Großauheim. Und auch Irminrat V., die den Markt als „letzte Amtshandlung“ ihrer Amtszeit eröffnete, hat festgestellt: „Die Großauheimer haben diese Veranstaltung sehr begrüßt.“ Alexandra Kinski gab den Staffelstab am Sonntag im Rahmen einer gesonderten Veranstaltung an ihre Nachfolgerin weiter (Bericht unten).

Nicht nur das ansässige Gewerbe macht den Straßenmarkt interessant. Es sind auch immer wieder Gastaussteller, die die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Kaum zeigen sich Sonne und blauer Himmel, sind Aktionen unter freiem Himmel gefragt. Und nicht nur kleine Jungs bekamen große Augen am Stand der geländegängigen Fahrzeuge und Squads, in denen am Samstag und Sonntag auch zur Probe Platz genommen werden konnte.

Gleich mehrere Anbieter von Fahrrädern boten mit der Präsentation ihrer Renner, Tourenräder oder Stadtbikes aber auch umweltfreundlichere Alternativen für die Fortbewegung an. Armbänder, „100 Prozent nickelfrei,“ hatte ein Stand im Angebot, ein wahres Zaubertuch für die Reinigung von Glas brachte die vielen Umstehenden zum Staunen, als es wortreich in der Praxis vorgestellt wurde. Derweil klopfte Jörg Sanders mit seiner Gitarre unplugged musikalisch an der Himmelspforte an, während nur ein paar Meter weiter die Dixilandjazzer von „Petite Fleur“ für Stimmung sorgten.

Besucher feiern auf der Auheimer Meile: Fotos

Herrlicher Duft weht vom Grill des brasilianischen Standes herüber, wo Fleischspießchen auf der Glut garen. Am Stand mit den Tiroler Knödeln wird versprochen, dass diese Delikatessen den Gaumen zum Jodeln bringen. Afrikanisches Fingerfood und kleine Menüs werden am Rochusplatz frisch zubereitet, Burgerfans kommen am entsprechenden Food-Truck auch auf ihre Kosten, zum Flammkuchen passt der Wein aus Franken, und die fahrbare Küche von „maitre-mobil“ wirbt mit regionalen „Spessartflatschern,“ die „regionale Antwort auf den Döner,“ bestehend aus Sauerteigfladen, gefüllt mit gebackenem Presskopp, leckerem Krautsalat, bunt gemischtem Salat und gedünsteten Zwiebeln. Und es schmeckt, bestätigen die Kunden.

Was den Auheimern nicht schmeckt, das sind die drohenden Straßenbeiträge. Die Bürgerinitiative gegen die Erhebung der Straßenbeiträge hatte am Rochusplatz einen Stand aufgebaut und mit Transparenten an manchen Häusern ließen deren Besitzer wissen, was zur Teil-Finanzierung der geplanten Rochusplatz-Umgestaltung von ihnen an Straßenbeiträgen verlangt werde. Zwischen 16.000 und 30.000 Euro wurden da angezeigt. Und es wurden fleißig Unterschriften gesammelt für ein mögliches Bürgerbegehren gegen die umstrittene Satzung.

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