Wegen Corona

Nicht nur Schwimmen fällt flach: Bei den Hanauer Ferienspielen ist in diesem Jahr vieles anders

Kinder sitzen in Hanau auf einer Tischtennisplatte
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Tischtennisplatten können auch mal anders genutzt werden – etwa zum Verspeisen der Lunchpakete. 

Eigentlich hätte das Hanauer Ferienspielmotto für dieses Jahr „Ein galaktischer Sommer“ heißen sollen, sagt Anna-Maria Hau vom Verein Kaleidoskop, der seit 18 Jahren die Hanauer Ferienspiele organisiert. Doch daraus wurde in Corona-Pandemiezeiten allerdings nichts. Stattdessen lautet das Motto nun: „Der Sommer daheim.“

Am Standort Eppsteinschule in Steinheim endete gestern bereits wieder eine Ferienspielwoche. Statt wie bis 2019 zwei Wochen, dauert die Ferienfreizeit für die Teilnehmer in diesem Jahr jeweils nur eine Woche. „Allerdings konnte, wenn Kapazitäten frei sind, auch eine zweite Woche dazu gebucht werden“, so Hau. Davon hätten etwa zwei Drittel der Kinder Gebrauch gemacht.

Denn Kapazitäten sind vorhanden: 428 Kinder im Alter von sechs bis 16 Jahren, für die es jeweils altersgerechte Angebot gibt, sind in diesem Jahr dabei, im Vorjahr waren es noch 598 Ferienspielkids. „Es sind deutlich weniger Kinder, auch weil die Kitas in diesem Sommer geöffnet bleiben für Kinder von Eltern, die arbeiten müssen“, erläutert Haus.

In dieser Woche fanden Ferienspiele an den Standorten Eppsteinschule (35 Kinder) sowie Lindenauschule und Herbert-Dröse-Stadion mit jeweils 32 Kindern statt. Das sind – auch coronabedingt – deutlich weniger „Kids“ als in den Vorjahren. „Denn auch bei den Ferienspielen gilt es natürlich, Abstands- und Hygienebedingungen einzuhalten. Wir haben der Stadt ein Hygienekonzept vorgelegt, was dann noch auf den jeweiligen Standort angepasst wurde,“ erläutert Ferienspiel-Leiterin Hau.

Auch beim Programm wurde abgespeckt. Schwimmbadbesuche fallen komplett flach. Auch das beliebte Theaterstück der Betreuer am ersten Ferienspieltag, das tägliche Singen des Ferienspiellieds und das Abschlussfest mit den Eltern fallen in diesem Jahr weg. „Die Gruppen dürfen sich nicht durchmischen. Deshalb gibt es auch keine Spiele in Großgruppen“, erläutert Hau.

Selbst die HSB-Busse werden für Ausflüge nicht genutzt – aus Hygienegründen. „Dafür laufen wir öfters mal,“ so Hau. So wanderten die Klein-Auheimer Ferienspielkinder, die in der vergangenen Woche erstmals seit 2014 wieder die Klein-Auheimer Eugen-Kaiser-Schul-Dependance nutzen konnten, in den Wildpark Alte Fasanerie.

Im Pavillon der Steinheimer Eppsteinschule sind die Wege in die Gruppenräume mit Pfeilen auf den Böden als Einbahnstraßen ausgewiesen. In den Gemeinschaftsräumen herrscht Maskenpflicht, nur in den Gruppenräumen und bei Einhaltung des 1,50 Meter-Abstandes dürfen die Kinder ihre Masken absetzen. Ebenso natürlich, wenn sie sich im Freien aufhalten.

„Frühstück gibt es nicht und auch kein warmes Mittagessen. Aus Hygienegründen liefert uns der Caterer Lunchpakete“, so Hau, die einräumt, dass so allerdings deutlich mehr Müll anfalle, da alles separat verpackt ist.

Trotz aller Einschränkungen haben Anna-Maria Hau und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter festgestellt: „Die Kinder sind wirklich froh um jede Abwechslung und ihre Eltern sind happy, dass ihre Kinder in den Ferien betreut werden.“

Immerhin: Wasser zum Trinken gibt es genug. Jedes Kind hat aus Hygienegründen eine eigene Flasche. Die Betreuer achten auch darauf, dass regelmäßig die Hände gewaschen werden. „Sobald ein Kind Krankheitssymptome zeigen würde, darf es nicht mehr kommen. Erst wenn es von einem Arzt mittels Bescheinigung gesund geschrieben ist, darf es wieder die Ferienspiele besuchen“, so Hau. Bis jetzt gab es aber noch keinen einzigen Coronafall bei den Hanauer Ferienspielen - und die Verantwortlichen tun wirklich alles dafür, dass das auch so bleibt.

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