Schärttner-Halle wir Impfzentrum

Kommentar: Nicht schon wieder auf Kosten von Kindern und Jugendlichen

Unsere Redakteurin Monica Bielesch kommentiert die Situation. Foto: Mike Bender
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Unsere Redakteurin Monica Bielesch kommentiert die Situation. Foto: Mike Bender

Schon wieder die Schärttner-Halle, schon wieder Kinder und Jugendliche, die auf geregelten Sportunterricht und Vereinssport verzichten müssen, weil dort eins von zwei Impfzentren im Kreis entsteht. Und es sind nicht nur die rund 1500 Holaner betroffen, sondern auch die Schüler der benachbarten Schulen, auf die die Hola nun ausweichen muss.

Und dieses Mal wird es mit der Zweckentfremdung der Halle sehr viel länger dauern als noch 2015, als die Halle einige Wochen als Flüchtlings-Notunterkunft dienen musste. Das eine Schulsporthalle monatelang nicht für den Unterricht zur Verfügung stehen wird, widerspricht in der aktuellen Lage dem Leitsatz, dass der Präsenzunterricht an Schulen oberste Priorität hat.

Ein Blick in die Region zeigt, dass auch andere Lösungen möglich sind. In Frankfurt sind der Flughafen und die Messe im Gespräch, in Wiesbaden wird im Congresszentrum gegen Corona geimpft, in Darmstadt wird das Kongresszentrum Darmstadtium belegt. Insgesamt sind in ganz Hessen 30 Impfzentren geplant, die wenigsten davon in Schulsporthallen. Auch im Main-Kinzig-Kreis gebe es Alternativen, wie das Bürgerhaus Bischofsheim, die Mehrzweckhalle in Mittelbuchen, das CPH in Hanau, die Klosterberghalle in Langenselbold oder die Willi-Salzmann-Halle in Nidderau um nur einige zu nennen. Aber in Hanau liegen die Pläne für solche Krisenlagen ja schon vor, darum wird immer wieder auf die bewährte Schärttner-Halle zurückgegriffen.

Ich finde, dass es an der Zeit ist, für die Zukunft Lösungen zu finden, bei denen nicht wieder Kinder und Jugendliche benachteiligt werden. Denn gerade diese Altersgruppe verzichtet seit acht Monaten auf sehr viel und nimmt viele Einschränkungen klaglos in Kauf ohne eine wirkliche Lobby zu haben, die sich vehement für sie und ihre Interessen einsetzt. Natürlich ist es in unser aller Interesse, dass so bald wie möglich so viele Menschen wie möglich geimpft werden. Aber nicht auf Kosten von Kindern und Jugendlichen. Ihnen dürfen nicht noch mehr Lebensräume und Bildungsmöglichkeiten weggenommen werden.

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