Tourismusbüro

Partner für Urlaub und Freizeit gesucht

Ein Idyll, das Ausflügler anziehen soll: Die Nidder bei Eichen mit Blick auf die Auen. Die Stadt will ihre Lage in der Natur mit Rad- und Wanderwegen sowie ihre Stadtgeschichte für den Tourismus vermarkten.
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Ein Idyll, das Ausflügler anziehen soll: Die Nidder bei Eichen mit Blick auf die Auen. Die Stadt will ihre Lage in der Natur mit Rad- und Wanderwegen sowie ihre Stadtgeschichte für den Tourismus vermarkten.

Die Stadt Nidderau macht ernst auf ihrem Weg zur Tourismus-Destination: „Aufgrund der Einschränkung von Urlaubsreisen durch die Corona-Pandemie rücken Freizeitaktivitäten in der lokalen Umgebung und touristische Ziele in der Region vermehrt in den Fokus“, beschreibt Tanja Woltz, neue Ansprechpartnerin für Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing im Rathaus, die Perspektive.

Nidderau - „Auch die Stadt Nidderau hat einiges zu bieten. Neben einem vielfältigen kulturellen Angebot verfügt Nidderau beispielsweise über ein gut ausgebautes Netz von Rad- und Wanderwegen, auf denen sich das Stadtgebiet und das Umland erkunden lassen. Sowohl Frankfurt als auch der Spessart oder der Vogelsberg sind von Nidderau aus schnell zu erreichen.“ Informationen für Bewohner, Neubürger und Tagestouristen würden aktuell hauptsächlich durch das Bürgerbüro zur Verfügung gestellt, teilt Woltz im Auftrag des Magistrats mit. Um den Zugang zu Infomaterial im Freizeit- und Tourismusbereich unabhängig von den Öffnungszeiten der Stadtverwaltung zu ermöglichen, suche die Stadt nach einem Partner aus der Privatwirtschaft. „Bürger und andere Interessierte sollen mit der Freizeit- und Tourismusinformation eine zentrale Anlaufstelle für Beratung zur Freizeitgestaltung in und um Nidderau bekommen“, erläutert Woltz. „Die Kooperation soll zunächst über zwei Jahre laufen. In Abhängigkeit von der Nutzung des Angebots sowie dem Zugang zu Fördermitteln ist vorgesehen, das Angebot nach und nach zu erweitern.“

Ansätze, Nidderau als Ziel für Touristen und Ausflügler attraktiv zu machen, gibt es bereits. Dazu gehört etwa das Projekt „Nidderauer Geschichtswege“, das von den Stadtverordneten vor der Sommerpause einstimmig beschlossen wurde. Das Konzept sieht vor, die im Stadtgebiet vorhandenen geschichtlichen oder kulturellen Besonderheiten wie etwa denkmalgeschützte Bauwerke, Natur- oder Kulturdenkmäler, Geschichtskleinodien oder Parks zu vernetzen und die Besucher über QR-Codes auf dem Handy mit Informationen zu versorgen.

Touristische Angebote auszubauen, hatte schon Dr. Norbert Reichhold, Präsident der Industrie- und Handelskammer Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern, der Stadtführung auf dem Neujahrsempfang im Januar 2019 empfohlen. So ließe sich die Attraktivität Nidderaus für Fachkräfte und Bewohner im Ballungsraum steigern. Aus dem Kulturleben und den „wunderbaren Waldgebieten“ müsse sich in Beratung mit der Spessart Tourismus und Marketing GmbH doch etwas machen lassen, so der gebürtige Eicher Reichhold, der sich vorstellen kann, dass Frankfurter mit Elektrorädern entlang der Radrouten zum Eisessen an die Nidder kommen.

Über ein Jahr später haben auch die Bürgermeisterkandidaten von SPD und CDU das Thema für sich entdeckt. „Um die touristische Attraktivität von Nidderau zu erhöhen, sind nach Ansicht der Nidderauer CDU einige Maßnahmen erforderlich wie zum Beispiel Wanderwege attraktiver gestalten, Rundwanderwege anzubieten und speziell zwischen Eichen und Heldenbergen durch einen zusätzlichen Wanderweg die Auenlandschaft für Familien und Naturliebende erlebbar zu machen“, so eine Forderung der CDU um Bürgermeisterkandidat Phil Studebaker vom Mai. Wobei zu sagen ist, dass der Weg durch die Auenlandschaft bereits auf der Agenda der Vogelschutzvereinen Eichen und Windecken steht.

SPD-Kandidat Andreas Bär folgte im Juni: „Viele Menschen bewundern die herrliche Natur rund um Nidderau. Ich wünsche mir, dass wir als Stadt mehr eigene Rundwege für Fuß und Rad um und durch Nidderau entwickeln und ausschildern. Damit könnten wir unsere Naherholungsqualität ausweiten.“

Die Politik kann also zufrieden sein, dass die Verwaltung mit der Wirtschaftsförderin Tanja Woltz, die erst Ende Juni für die nur kurz im Amt befindliche Dr. Sarah Hüller vorgestellt wurde, den Weg Nidderaus als Tourismus-Destination ebnet. Für den Wahlkampf war das Thema ohnehin nicht sehr geeignet. (Von Jan-Otto Weber)

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