Auch mit Maske läuft es gut

Noch bis Freitag: Zentraler Blutspende-Termin in der Main-Kinzig-Halle

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Bevor das Blut fließt, wird beim Blutspende-Termin die Körpertemperatur der möglichen Spender gemessen: Roland Reindel, ehrenamtlicher DRK Helfer untersucht Birgit Kemnitz aus Maintal am Eingang der Main-Kinzig-Halle.

Normalerweise fließt in der Main-Kinzig-Halle nur der Schweiß, wenn hier junge und ältere Sportler mit und ohne Ball trainieren oder die Basketballer der White Wings Körbe werfen. Noch bis Freitag allerdings ist es Blut, das literweise hier strömt.

Eine ganze Woche lang macht der Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes Station in Hanau. Wegen der Corona-Pandemie fallen die üblicherweise lokalen Spendetermine im Kreis zugunsten einer großen zentralen Spendeaktion aus. Schließlich erfordert das Virus besondere Sicherheitsvorkehrungen. Die Main-Kinzig-Halle wurde als Standort für ein mobiles Zentrum ausgewählt, weil hier für Spender sowie ehrenamtliche Helfer und Mitarbeiter des DRK ausreichend große Abstände und eine effektive Steuerung des Besucherstroms durch Einlassbeschränkungen möglich sind. Noch bis Freitag können Spender hier von 13 bis 18 Uhr Blut spenden. Vieles ist aufgrund von Corona ganz anders beim Blutspendetermin, vieles aber auch wie immer. Um Schlangen am Eingang zu vermeiden, muss sich jeder Spender im Vorfeld online oder über eine Hotline einen Termin geben lassen. Am Eingang sitzt ein ehrenamtlicher Helfer und kontrolliert die Namen. 

Kurz nach 14 Uhr am Mittwoch kommt Birgit Kemnitz. Die Maintalerin hat schon 79-mal Blut gespendet und hat eine Blutspendekarte – wie die meisten, die an diesem Nachmittag kommen. „Ich habe vor Jahren angefangen zu spenden, weil mein Vater damals an Krebs erkrankte und ich sah, wie dringend Blutkonserven gebraucht werden“, erzählt die Maintalerin im Eingangsbereich, bevor sie sich vom DKR-Helfer Roland Reindel an der Stirn die Körpertemperatur messen lässt. Reindel kommt eigentlich vom DRK-Ronneburg, hilft nun beim zentralen Termin in Hanau mit. „Die hauptamtlichen und vor allem ehrenamtlichen Helfer sind sehr wichtig bei der Durchführung der Spendetermine“, betont Christine Winkler, Referentin für Spenderbindung beim Blutspendedienst und unter anderem zuständig für Hanau und die Region. 

Blutgruppe wird mit Schnelltest ermittelt

Rund ein Dutzend Helfer sind im Einsatz, darunter auch zwei Ärzte. Birgit Kemnitz hat unterdessen die erste Hürde genommen: Ihre Körpertemperatur ist unter 37,5 Grad. Sie darf sich nun unter den Augen von Reindel die Hände gründlich desinfizieren. Mit einer Pinzette reicht er ihr eine frische Mundschutzmaske, ihre eigene mitgebrachte muss sie ablegen. „Wir wissen ja nicht, wie lange die schon getragen wurde“, erklärt Winkler. Erst nach dieser Prozedur darf die potenzielle Spenderin in die Halle. An der Registrierung zeigt sie ihre Blutspende-Karte, die Daten werden gegebenenfalls aktualisiert. Hier arbeiten die Helfer hinter einer hohen Plexiglas-Scheibe. Dann muss sie an einem der weit auseinanderstehenden Tische einen medizinischen Fragebogen ausfüllen. Ein Arzt bestimmt mittels eines Blutstropfens den Hämoglobinwert. 

Bei Erstspendern wird auch noch mit einem Schnelltest die Blutgruppe ermittelt. Blutdruck und Puls werden untersucht. Sollte der Spender etwa Bluthochdruck haben oder einen Eisenmangel im Blut, kommt er für eine Blutspende nicht in Frage. Auch beispielsweise nach einer Krebserkrankung oder einem Herzinfarkt ist Blutspenden nicht möglich. Besonders bei Frauen ist der Eisenwert ein wichtiger Faktor. Darum gilt die Regel, dass Frauen nicht öfter als vier Mal im Jahr zur Blutspende dürfen, so Winkler. Stefan Kazmierczak aus Rodenbach ist relativ spontan zur Spende gekommen. 

Neun Erstspender am Dienstag

„Gerade in der heutigen Zeit ist es wichtig, Blut zu spenden“, findet er und zeigt an der Registrierung seine Blutspendekarte und seinen Personalausweis vor. Der Ausweis muss immer mitgebracht werden, betont Winkler. Außerdem empfiehlt sie, vor der Blutspende ausreichend zu essen und zu trinken. „Dann läuft es besser“, lacht sie. Vor Corona war der Imbiss nach der Spende zur Stärkung der Spender ein wichtiger Bestandteil der örtlichen Termine. Das wurde nun aus Sicherheitsgründen ganz gestrichen. Aber Wasser und Apfelschorle steht für die Spender zur Verfügung. Birgit Kemnnitz liegt mittlerweile auf einer der zwölf Liegen und ihr Blut fließt. Der Andrang an diesem Tag ist groß, wenn wieder eine Kiste mit neuen Konserven voll ist, bringt ein DRK-Helfer sie in die Kühlung in den Lkw, der vor der Halle parkt. Am Montag seien 93 Spendewillige gekommen, so Winkler, am Dienstag 86 – darunter neun Erstspender. 

Die zwölf Liegen sind mit viel Abstand zueinander in der großen Main-Kinzig-Halle aufgebaut. Noch bis Freitag ist in Hanau Blutspenden möglich.

Am Eingang lässt sich eine Gruppe von Roland Reindel fotografieren. Es sind vier Oberstufen-Schülerinnen und zwei Lehrer der Hohen Landesschule. Organisiert wird die Truppe von Biologie-Lehrer Dr. Hubert Müller. „Wir kommen seit 15 Jahren zum Spenden, normalerweise sind wir bis zu 15 Schüler“, erzählt der Pädagoge, der von seinem Kollegen Martin Rothweil begleitet wird. Aber wegen der Pandemie sei es schwer gewesen, mit den Schülern zu kommunizieren. Mit Sicherheitsabstand warten sie nach dem Foto auf das Fiebermessen. Die Maintalerin Kemnitz ist mittlerweile fertig und geht Richtung Ausgang. Beim Imbiss hat sonst Sebastian Riemland vom DRK-Hanau ausgeholfen. Jetzt sitzt er am Ausgang, überreicht den Spendern zum Dank eine Packung Schokolade. Nach knapp 45 Minuten nimmt Birgit Kemnitz die Süßigkeiten entgegen. „Das lief heute gut“, lacht sie zum Abschied.

Anmeldung zur Spende 

Um Wartezeiten und Schlangen am Eingang zu vermeiden, bittet der Blutspendedienst, das neu installierte Terminreservierungssystem zur individuellen Terminvereinbarung zu nutzen.

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