Noch für ein Jahr ein Nadelöhr

Bauarbeiten auf der Hellentalbrücke dauern bis Juli 2021

Die Hellentalbrücke der B43a ist zur Zeit eine Großbaustelle. Sämtliche Übergangskonstruktionen werden ausgetauscht. Dafür muss die Brücke jeweils halbseitig gesperrt werden.
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Die Hellentalbrücke der B43a ist zur Zeit eine Großbaustelle. Sämtliche Übergangskonstruktionen werden ausgetauscht. Dafür muss die Brücke jeweils halbseitig gesperrt werden.

In zwei Bauabschnitten wird seit kurzem die Hellentalbrücke der B43a saniert. Die Arbeiten auf der viel befahrenen Brücke zwischen Steinheim und Großauheim werden vermutlich noch bis Juli 2021 andauern. Auf den Fahrbahnen müssen die Übergangskonstruktionen erneuert werden.

Hanau - „Die alten Übergangskonstruktionen sind verrostet und müssen auf der gesamten Fahrbahnbreite ausgetauscht werden“, erläuterte gestern Dominik Perschbacher, verantwortlicher Bauleiter von Hessenmobil, bei einem Vor-Ort-Termin. Die 1980/81 Jahre gebaute Brücke war ursprünglich für die tägliche Passage von 15 000 Kraftfahrzeugen gebaut worden. Doch der Verkehr hat stark zugenommen. Heute wird die Brücke täglich von rund 70000 Fahrzeugen befahren. Damit sei das Verkehrsaufkommen auf der B43A mittlerweile sogar höher als das auf der A45.

Vom Rost zerfressen sind die alten Übergangskonstruktionen der 1980/81 erbauten Hellentalbrücke.

Die Übergangskonstruktionen von der B43A zur eigentlichen Brücken sind dynamisch gelagert – sie ruhen auf Kissen, bestehend aus einer Spezialkunststoff- und einer Stahlkonstruktion. Diese Konstruktionen sorgten in den vergangenen 40 Jahren dafür, dass sich die Brücke dehnen kann. „Im Sommer dehnt sich die Hellentalbrücke aus, im Winter schrumpft sie zusammen. Der Unterschied macht rund 50 Zentimeter aus“, erklärt Julian Becker von Hessenmobil.

Hanau (B43a): Wasserstrahlverfahren entfernt Beton

Nun seien die Übergangskonstruktionen am Ende ihrer Lebenszeit angekommen. Der Kunststoff der Dichtprofile ist spröde, die Stahlträger durch Umwelteinflüsse porös, Streusalze führten zur Korrosion. Neue Übergangskonstruktionen müssen eingesetzt werden.

Um die defekten Bauteile auszubauen, nutzt die Baufirma ein spezielles Wasserstrahlverfahren, das mit Wasserdruck von bis zu 3000 bar arbeitet und den Beton an dem Übergangsbauteil einfach abspritzt. Das zum Bestrahlen benötigte Wasser fließt durch drei unter der Brücke stehende Spezialcontainer. Das Abwasser wird in einem zwei bis zu dreistündigen Vorgang behandelt, bevor es schließlich als Brauchwasser entsorgt werden darf.

Die alten Übergänge werden ausgebaut und durch neue Konstruktionen ersetzt, die auch leiser sein sollen.

Hanau (B43a): Alle Fahrspuren können trotz halbseitiger Sperrung erhalten bleiben

„Wenn man den Beton in einem herkömmlichen Verfahren einfach wegstemmen würde, dann könnte die Anschlussbewehrung Schaden nehmen. Mit dem Wasserstrahlverfahren werden die Bewehrungen unbeschädigt freigespült und können danach wieder gemeinsam mit dem neuen Bauteil einbetoniert werden“, erläutert Julian Becker das weitere Vorgehen. Becker verspricht zudem, dass nun moderne, lärmgeminderte Übergangsprofile eingebaut werden. „Davon profitieren auch die Anwohner. Die neue Generation der Übergangskonstruktionen minimiert die Überfahrungsgeräusche.“

Die Übergangskonstruktionen auf der Fahrspur in Richtung Hanauer Kreuz wird noch in 2020 ausgetauscht. Die auf den Fahrspuren in Richtung Dieburg dann bis Ende Juli 2021, erläutert Perschbacher. Dabei könnten trotz jeweils halbseitiger Sperrung der Hellentalbrücke alle Fahrspuren aufrecht erhalten bleiben. „Wir müssen bei dem hohen Verkehrsaufkommen die permanente Befahrung mit vier Fahrspuren auf der 600 Meter langen Hellentalbrücke gewährleisten,“ so die Maßgabe von Hessenmobil.

Von Holger Hackendahl

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