Nidderauer Wahlbüro trifft seit Monaten Vorkehrungen für eine sichere Bürgermeisterwahl

Nur mit Maske an die Urne

Seit Monaten laufen im Nidderauer Rathaus die Vorbereitungen für die Bürgermeisterwahl am Sonntag, 29. November, unter Corona-Bedingungen.
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Seit Monaten laufen im Nidderauer Rathaus die Vorbereitungen für die Bürgermeisterwahl am Sonntag, 29. November, unter Corona-Bedingungen.

Nidderau – Eine Bürgermeisterwahl unter Corona-Beschränkungen: Dieses Thema beschäftigt die Mitarbeiter im Wahlamt der Stadt schon seit Monaten. Schließlich muss die Sicherheit von Wahlhelfern und Wählern am 29. November gewährleistet werden.

So sucht die Stadt für die 15 Wahlbüros und vier Briefwahlzentren diesmal gezielt nach jüngeren Helfern, deren Risiko, im Falle einer Infektion schwer zu erkranken, geringer ist. „Die meisten unserer bisherigen Helfer in den Wahllokalen sind bereits im fortgeschrittenen Alter, und damit gehören sie zur Risikogruppe. Die möchten wir keiner zusätzlichen Gefahr aussetzen“, erklärt Wahlleiterin Beate Weisbecker. Glücklicherweise habe sich die Ersatzbeschaffung als kein allzu großes Problem dargestellt. Obwohl eine Wahllokalmannschaft in der Regel aus sieben oder neun Personen besteht, je nachdem ob Bürgermeisterwahl oder Bundestagswahl.

Bei insgesamt 19 Wahllokalen sind das schon einmal bis zu 150 Personen. Wenigstens neue Wahllokale musste Weisbecker nicht suchen, denn anders als in anderen Kommunen wurden Altenheime auch schon in der Vergangenheit in Nidderau nicht in Anspruch genommen.

Zurück zu dem Aufruf der Stadt nach Wahlhelfern im Alter um oder unter 50 Jahre. Mit dem Ergebnis ist Weisbecker im Großen und Ganzen zufrieden. „Den größten Teil der besonders gefährdeten Risikogruppe ‘Senioren’ konnten wir so zwischenzeitlich als Helfer austauschen“, so Weisbecker.

Doch dies ist nicht ihr einziges Problem. „Normalerweise beginnen die Wahlvorbereitungen mit Bekanntgabe des Wahltermins – in der Regel ein halbes Jahr vorher. Dieses Mal jedoch sitzen meine Stellvertreterin Meike Wenk und ich schon seit März, seit Ausbruch der Corona-Krise, an den Vorbereitungen“, berichtet die Wahlleiterin weiter. Schließlich gehe es auch um die Sicherheit der Wähler. Trotz der rapide ansteigenden Infektionszahlen sollen sie ihre Stimmen ohne Sorge vor Ansteckung abgeben können.

Für die Wahlhelfer stellt das Land Hessen Corona-Schutzpakete, bestehend aus Masken und Desinfektionsmittel, zur Verfügung, um auch sie vor einer Ansteckungsgefahr zu schützen. Für den Schutz der Wähler hat die Kommune zu sorgen. Das schreibt das Gesetz so vor.

Für das Duo Weisbecker und Wenk bedeutete das, ein Hygienekonzept zu erstellen. Wähler bewegen sich unter Abstand im Einbahnstraßensystem zur Wahlurne. Jeder Wähler muss eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Desinfektionsmittel steht bereit. „Zusätzlich werden Plastikscheiben in den Wahllokalen als Spuckschutz angebracht und ausreichend Bleistifte zur Verfügung gestellt“, ergänzt Ordnungsamtsleiterin Alexandra Laubach.

Drei Plastikscheiben pro Wahllokal zu je 50 Euro ergeben am Ende 2250 Euro Mehraufwand. Plus weitere zusätzliche Kosten für Masken und Desinfektionsschutz und zusätzliche Stunden für die Mitarbeiter des Bauhofs, die die Sondervorrichtungen für den Wahlsonntag anbringen müssen.

Apropos Arbeitszeit: „Die Wahlvorbereitungen laufen üblicherweise größtenteils neben der sonstigen Arbeitszeit. In diesem Falle mussten wir wegen Corona beispielsweise für die Erstellung des Hygienekonzeptes noch einige Stunden zusätzlich einplanen“, berichtet Weisbecker weiter.

Und auch für das Ordnungsamt wird der Wahlsonntag aufgrund der Pandemie zusätzliche Arbeit mit sich bringen. „Wir werden natürlich mit ein oder zwei Teams fortlaufend überprüfen, ob auch alle Vorschriften eingehalten werden – zum Schutz der Mitarbeiter und zum Schutz der Bürger“, versichert Fachbereichsleiterin Laubach.

Dass die Bürgermeisterwahl längst begonnen hat, wird auf den Aktenschränken der Wahlleiterin Weisbecker mehr als deutlich. Dort stapeln sich bereits die ersten Kartons mit eingegangenen Briefwahlumschlägen.

Von Jürgen W. Niehoff

Haben ein Hygienekonzept erarbeitet: Wahlleiterin Beate Weisbecker (rechts) und Meike Wenk.

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