Obduktion:

Ex-KZ-Wachmann starb vor Prozess an Herzversagen

Hanau - Der Tod eines früheren KZ-Wachmanns wenige Tage vor dem geplanten Prozess in Hanau geht der Obduktion zufolge auf eine natürliche Ursache zurück. Der 93-jährige Ernst T. sei infolge einer chronischen Herzinsuffizienz an akutem Herzversagen gestorben, berichtete die Staatsanwaltschaft Hanau heute.

Das sei das vorläufige Obduktionsergebnis einer Untersuchung in der Frankfurter Rechtsmedizin. Hinweise auf eine Selbsttötung gibt es demnach nicht. Es konnten auch keine Hinweise auf eine Fremdeinwirkung festgestellt werden, wie Sprecher Jürgen Heinze sagte. Der alte Mann sei krebskrank gewesen und haben diverse gesundheitliche Probleme gehabt. Der frühere KZ-Wachmann war gestern tot in seiner Wohnung in Langenselbold (Main-Kinzig-Kreis) gefunden worden. Die Hauptverhandlung gegen T. sollte am Mittwoch vor dem Landgericht beginnen.

Dem seinerzeit 19 beziehungsweise 20 Jahre alten Wachmann und Mitglied des SS-Totenkopfsturmbannes wurde Beihilfe zum Mord in mindestens 1075 Fällen zur Last gelegt. Er soll an der organisatorischen Abwicklung von drei Transporten mitgewirkt haben. Die deportierten Menschen wurde in den Gaskammern von Auschwitz getötet. Sein Anwalt Michael Simon stellt dies in Abrede. T. sei in einem Außenlager und nicht im Vernichtungslager eingesetzt gewesen.

Auschwitz und der Ort Oswiecim: Todeslager und Stadtleben

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion