Wahlkampf

Oberbürgermeisterwahl in Hanau: CDU schickt Jens Böhringer ins Rennen

Mit dem 34-jährigen Steinheimer Jens Böhringer geht die CDU Hanau bei der Oberbürgermeister-Wahl ins Rennen. Böhringer schreckt sein prominenter Gegner nicht: „Ich trete nicht an, um zu verlieren!“
+
Mit dem Steinheimer Jens Böhringer geht die CDU Hanau bei der Oberbürgermeister-Wahl ins Rennen. Böhringer schreckt sein prominenter Gegner nicht: „Ich trete nicht an, um zu verlieren!“

Im dritten Anlauf hat es geklappt: Die Hanauer CDU hat den Steinheimer Stadtverordneten Jens Böhringer beim zweimal wegen Corona verschobenen Nominierungsparteitag zu ihrem Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl am 14. März 2021 gekürt.

Update 12.11.2020: In der Steinheimer Kulturhalle erhielt der 35-jährige Familienvater 43 von 47 abgegebenen Stimmen. Damit fordert Böhringer OB Claus Kaminsky (SPD) heraus, der sich für eine vierte Amtszeit zur Wahl stellen will.

Kaminskys offizielle Nominierung durch die SPD ist für Dezember geplant. Der CDU-Parteitag fand unter strengen Hygienebedingungen statt. So galt generelle Maskenpflicht und es wurde streng darauf geachtet, dass die Abstände eingehalten wurden.

Erstmeldung 10.8.2020: Er ist ein Kämpfer und misst sich als passionierter Sportler gerne im Wettkampf. Dazu wird dem 34-jährigen Steinheimer Jens Böhringer jetzt auch auf dem politischen Parkett Gelegenheit gegeben: Böhringer wird im Rennen um den OB-Posten gegen den amtierenden Claus Kaminsky antreten

Am Freitag (7. August 2020) stellten CDU-Stadtverbandschef Joachim Stamm und Fraktionsvorsitzende Isabelle Hemsley, unterstützt von der Kreisvorsitzenden und Bundestagsabgeordneten Katja Leikert und dem Landtagsabgeordneten Heiko Kasseckert, bei einer Pressekonferenz ihren Hoffnungsträger vor. Und der „Hanauer Bub“, ein Prädikat, auf das die Christdemokraten großen Wert legen, präsentierte sich selbstbewusst und nachdenklich – aber nicht überheblich.

Dass der in seinem Wohnort Steinheim verwurzelte Familienvater es in seinen vielen Jahren als Fußballspieler in verschiedenen Vereinen bis zur Kreisoberliga brachte und in der katholischen Jugend Zeltlager leitete, wird ihm ebenso zu Gute kommen wie sein politisches Engagement. Seit 18 Jahren wirkt er in der CDU mit, schon mit 24 löste er Klaus Romeis an der Spitze des Steinheimer Ortsverbandes ab.

Hanau: Böhringer war während des Wahlkampfs Kohl gegen Schröder zur CDU gekommen

Zur CDU gekommen ist er in der Zeit des Wahlkampfs Kohl gegen Schröder. Während andere ihr Zimmer mit Bravo-Aufklebern schmückte, ließ er sich vom Sticker „Keep Kohl“ überzeugen, blickt er schmunzelnd auf die Anfänge zurück. Sein politisches „Hallo-Wach-Erlebnis“ war die Ausstattung des Steinheimer Bolzplatzes mit Fangnetzen. Zu sehen, wie seine Anregung über den Ortsbeirat in umgesetzte Politik mündete, überzeugte ihn, dass „jeder Einzelne etwas mitgestalten kann, wenn er will“. Und den Wunsch zu gestalten, am liebsten als Oberbürgermeister, den habe er.

Kein Wunder also, dass der CDU-Stadtverband nun mit Freuden diesen jungen Mann ins Rennen schickt, der gemeinsam mit Isabelle Hemsley für einen Generationswechsel in der Partei steht Hemsley, die mit Böhringer schon die Karl-Rehbein-Schule besuchte, will Böhringer zur Seite stehen, wenn auch an zweiter Stelle. Sie wolle jetzt sich dem Thema Familienplanung zuwenden und sei zudem beruflich stark eingespannt, erklärte sie ihren Rückzug in die zweite Reihe. Eine Zeit lang war sie als mögliche Kandidatin für die OB-Kandidatur gehandelt worden.

Stadtverband der CDU in Hanau hat sich geschlossen für Böhringer ausgesprochen

Geschlossen hatte sich der Stadtverband am Vorabend für Böhringer ausgesprochen und damit seine einstimmige Empfehlung für den Nominierungsparteitag am 1. Oktober abgegeben, erklärte der CDU-Vorsitzende Stamm. Da passte es gut,, dass der bei Heraeus arbeitende gelernte Industriekaufmann mit Bachelor- und Masterabschlüssen in BWL trotz aller familiärer beruflicher und ehrenamtlicher Herausforderungen den festen Willen verspürte, OB-Kandidat für seine Partei zu werden.

„Ich trete nicht an, um zu verlieren“, erklärte der Stadtverordnete. Er wisse nur zu gut, welches politische Schwergewicht er da herausfordere. „Kaminsky hat als Oberbürgermeister gute Arbeit geleistet, und er ist in seinem Amt einer der Besten“, brachte Böhringer seinen Respekt vor der Leistung des Amtsinhabers zum Ausdruck. Aber nach 17 Jahren sei es Zeit für einen Tapetenwechsel.

CDU-Kandidat will dafür Sorgen, dass die Menschen in Hanau genügend Luft zum Atmen hätten

Schwerpunkte will er bei der Verbesserung der städtischen Infrastruktur setzen. Hanau sei enorm gewachsen. Jetzt gelte es, Sorge zu tragen, dass den Menschen genügend Luft zum Atmen bleibe. Die Aufenthaltsqualität müsse verbessert, öffentliche Plätze müssten verschönert werden. Ganz besonders aber liegt dem Steinheimer die Zukunft der Vereine am Herzen.. „Mir blutet fast das Herz, wenn ich höre, dass Vereine aufgeben müssen, weil sich niemand für den Vorstand findet“, erklärte er.

Angesprochen auf den Umgang mit dem Denkmal der Brüder Grimm und dem Gedenken an die Opfer des 19. Februar, zeigte sich der verheiratete Vater zweier Kinder im Alter von sechs und eineinhalb Jahren nachdenklich. Multikulti sei für ihn als Mitglied einer „Kindergarten-Gang“ mit unterschiedlichsten Wurzeln das Normalste der Welt gewesen. Einen Anschlag wie den vom 19. Februar hätte er daher in Hanau nie für möglich gehalten. „Trauer braucht Zeit“, findet er, und es sei an der Zeit, das Attentat politisch aufzuarbeiten. Bis sich die Stadt mit den Angehörigen der Opfer auf die geeignete Form des Andenkens verständigt habe, sei das Brüder-Grimm-Denkmal im Herzen der Stadt als Ort des Gedenkens angemessen.

Hanau: CDU-Kandidat schließt Kooperation mit der AfD aus

Sollte Böhringer am 14. März 2021 gegen den haushohen Favoriten Kaminsky unterliegen, die CDU bei den zeitgleich stattfindenden Kommunalwahlen aber genügend Stimmen erhalten, würde Böhringer gerne als hauptamtlicher Dezernent mitgestalten. „An der CDU soll auf alle Fälle nach der Wahl kein Weg mehr vorbeiführen“, betonte Stamm. Mit der Frage, wer für ihn nach der Kommunalwahl als möglicher Partner in Frage käme, hat sich Böhringer noch nicht abschließend befasst. Eins stehe aber fest: „Die AfD wird’s sicher nicht sein!“

Den Kommentar unserer Redakteurin zum CDU-Kandidaten finden Sie hier.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare