Openair-Genuss ohne Wetterkapriolen

Der Konzert-Sommer verspricht Neuentdeckungen

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Wolfgang Niedecken kommt mit BAP.

Hanau - Noch hat sich der Frühling nicht durchgesetzt, da träumen schon alle vom Sommer. Nicht zuletzt auch die Konzertveranstalter, die jetzt sukzessive ihre Open-Air-Programme vorstellen. Von Detlef Kinsler 

Die Frankfurter Agentur Shooter Promotion hat sich mit dem Amphitheater Hanau eine der schönsten Locations der Region gesichert. Schon im Eröffnungsjahr 2002, als zur Landesgartenschau die Spielfläche für Kulturveranstaltungen nahe dem Schloss Philippsruhe eröffnet wurde, beteiligten sich Shooter am Konzertangebot.

Das Gelände direkt am Main wurde mehr und mehr für Künstler erschlossen. Mit einer Kapazität von 1 300 Besuchern bestuhlt und bis zu 2 800 unbestuhlt bleibt das Ganze im Vergleich mit den großen Freiluft-Festivals überschaubar, ja fast intim. Und – dank einer schwungvoll gestalteten Zeltkonstruktion – auch fast wetterunabhängig. „Ich kann mich nur an eine frühe Veranstaltung erinnern, wo es so heftig geregnet hat, dass das Wasser bis zur Bühne rann“, erzählt Programmplaner Dirk Eisermann. „Aber da war der Platz noch nicht gepflastert, und es gab noch keine Drainagen.“ Draußen sein und trotzdem trocken bleiben ist neben einem attraktiven Spielplan unwiderstehlich.

Ab 5. August bietet der „Konzert-Sommer 2016“ fünfzehn Termine mit einer stilistischen Bandbreite von Oper („Aida“ am 12.8.) und „Musical Moments (14.8.) über Tribute-Konzerte („ABBA“ am 26.8. und die „Italo Pop Night“ am 21.8.) sowie Comedy (Kaya Yanar, 5.8.) neben kultiviertem Unsinn à la Helge Schneider (1.9.) bis zu Balkan Clubsounds live mit Band (Shantel & Bucovina Club Orkestar) und Pop von Chris de Burgh (6.8.).

Eisermann bedient eher den Mainstream, setzt auf bekannte Namen, die in Hanau schon vor vollem Haus aufgetreten sind wie Niedecken’s BAP (14.9.) oder Dieter Thomas Kuhn (16.+17.9.) mit Ausverkaufsgarantie. „Dieter Thomas Kuhn ist längst eine Kultveranstaltung in Hanau, da herrscht hier Ausnahmezustand“, sieht Eisermann die teils kostümierten Fans vor seinem geistigen Auge schon in die Arena strömen. Für ein jüngeres Publikum wurde das Singer/Songwriter-Duo „Boy“ (tatsächlich zwei hübsche Mädels) für den 25.8. eingeladen. Auch die ganz Jungen sollen auf ihre Kosten kommen. Beim „5. Hanauer Taschenlampenkonzert“ am 18.9. und dem „YouTube“-Phänomen „Die Lochis“. Deren Auftritt am 9.9. beginnt schon um 17 Uhr und dafür gibt es ermäßigte Elterntickets für die erwachsenen Begleiter.

Apropos: Alle Eintrittskarten sind RMV-Kombitickets. Das heißt An- und Abreise sind inklusive. Wer etwa zum Abschlusskonzert der diesjährigen Reihe mit Element of Crime am 23.9. von Mainz anreist, zahlt 40,45 Euro pro Person und spart so 30,50 Euro für Regional- oder S Bahn, Offenbacher immerhin noch sechs Euro. Da kann man das Auto glatt mal stehen lassen und die Landschaft genießen.

Neben dem Amphitheater lassen Shooter diesen Sommer noch zwei weitere Bühnen bespielen, nach langer Zeit mal wieder den Schlosspark Philippsruhe direkt vor der imposanten Barock-Kulisse des Schlosses. Da findet am 26.7. „An Evening With Joan Baez“ statt. Love & Peace von der „Königin des Folk“ (Bob Dylan über seine Ex), mit Gitarre, einer unverkennbaren Stimme und nach wie vor politischen Botschaften.

Neu im Angebot ist der Fronhof am Schlossplatz. Dahin kommt Weltstar Christopher Cross, der Ende der Siebziger als Softrocker mit Hits wie „Ride Like The Wind“ vor allem die Damenwelt begeisterte. Als Kontrapunkt dazu kommt zum ersten Mal das Herbert Pixner Projekt mit handgemachter Alpenmusik und diatonischer Harmonika wie Tiroler Volksharfe am 15.7. nach Hanau. „Das sind Künstler, auf die ich persönlich abfahre“, schwärmt Eisermann von seiner Entdeckung und ist sich sicher: „Auch dieses Konzert wird ein Erfolg.“

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