Angeblich reihenweise Reifen zerstochen

AfD Opfer eines „links-extremistischen Anschlags“?

Hanau/Main-Kinzig-Kreis - Vertreter der AfD sehen sich als Opfer eines „links-extremistischen Anschlags“. Was war passiert? Angeblich wurden mehrere Reifen an Pkw von Anhängern und Mitgliedern der rechtspopulistischen Partei zerstochen. Von Andreas Ziegert 

Auf dem Parkplatz Klosterruine zwischen Niederrodenbach und Wolfgang sollen am Sonntag Pkw-Reifen so beschädigt worden sein, dass sie während der Fahrt Luft verlieren. Die Fahrzeuge gehörten Teilnehmern des „Sonntagsspazierganges“ des AfD-Ortsverbandes Hanau-Großkrotzenburg. Die Partei spricht nun von einem „linksextremistischen Anschlag“. Polizeipressesprecher Henry Faltin bestätigte auf Anfrage, dass am Sonntagabend eine entsprechende Anzeige eingegangen sei. So sollen an zwei Fahrzeugen zwischen 15.30 und 17.10 Uhr Reifen platt gestochen worden sein. Der Fall werde jetzt vom Staatsschutz bearbeitet. Doch zunächst werde die Polizei die Fahrzeuge und die Reifen in Augenschein nehmen, kündigte Faltin an. Die Polizei bittet Zeugen um Hinweise unter der Rufnummer 06181/100123.

Was passiert sein soll, schilderte AfD-Ortssprecher Klaus Dippel am Montag in einer Pressemitteilung: „Gestern Nachmittag wurden während unseres Sonntagsspazierganges sieben Reifen angestochen, und zwar in der Art, dass sie während der Heimfahrt unvermittelt an Luft verloren. Nur durch Glück ist niemand körperlich zu Schaden gekommen. Der Eindruck, dass uns jemand beobachtet, am hellen Tag auflauert und mit massiver Gewalt schaden will, ist allerdings schwer zu ertragen. Und alles möglicherweise aus politischen Gründen gegen Andersdenkende.“

Demonstration gegen AfD-Veranstaltung: Bilder 

Dippels behauptet weiter: „Linksfaschisten, aufgehetzt von Schreibtischtätern der ‚Zivilgesellschaft’ wie Herrn Stegner und Konsorten, fordern Gewalt gegen unsere Mitglieder. Und es vergeht keine Woche, in der nicht fehlgeleitete Wirrköpfe auch Gewalt ausüben. In dieses Gesamtbild passt der Anschlag vom Sonntag nur zu genau. Wer will an einen Zufall glauben? An einem schwülen Sonntagnachmittag in der Bulau? Reifen zerstechen bei den Teilnehmern unseres öffentlich beworbenen Heimatspaziergangs zum Kloster St. Wolfgang? Feige, heimtückisch und unter Inkaufnahme der Gefährdung von Menschenleben, das sind die linken Eigenschaften, die in der ganzen Republik ihre Opfer finden.“

Dippel kündigte an, dass die AfD Hanau sich nicht einschüchtern lassen werde: „Eher werden wir unsere friedlichen Aktivitäten noch verstärken.“

Rubriklistenbild: © dpa

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