Ortsbeirat will Wasser für Gaul-Pinguine

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Der Pinguin-Brunnen soll wieder plätschern und zwar am angestammten Platz. Das fordert der Ortsbeirat mit Mehrheit.

Großauheim - Geht es nach dem Ortsbeirat, muss Hanaus Museenchef Richard Schaffer-Hartmann einen neuen Blickfang für den geplanten Lichthof des in Umbau befindlichen Museums Großauheim suchen. Von Erwin Diel

Dort sollten nach bisherigen Plänen die Tierfiguren des Pinguinbrunnens, die bislang auf einer kleinen Grünfläche an der Ecke Hanauer Landstraße/Patershäuser Straße stehen, auf einer neuen Brunnenschale präsentiert werden. Der Ortsbeirat dagegen will die Figuren des in Großauheim geborenen Bildhauers August Gaul weiterhin im öffentlichen Raum zeigen und nicht im Museum. In einem Antrag zum Haushalt hat die Stadtteilvertretung jetzt Geld gefordert, um den Brunnen, dessen Wassertechnik seit Jahren trocken liegt, an bisheriger Stelle wieder gangbar zu machen.

Eine Mehrheit aus CDU und Bürgerliste Umwelt und Grüne (BUG) griff einen entsprechenden Haushaltsantrag auf, den die SPD schon zurückgezogen hatte. Stadtrat Dr. Ralf-Rainer Piesold und Museumsleiter Schaffer-Hartmann hatten sich zuvor heftig gegen den Antrag gewandt. Die neue Gaul-Abteilung werde ein Herzstück des Museums, die Figuren gehörten künftig dorthin. Der jetzige Brunnen, der von einem anderen Künstler gestaltet wurde, entspreche nicht den Vorstellungen August Gauls. Der würde „sich im Grab umdrehen“, müsste er seine „wie auf Plattentellern“ stehenden Pinguine sehen, sagte Schaffer-Hartmann. Der Brunnen sei „fürchterlich“.

Stadtrat Piesold gab zu bedenken, dass es im bisherigen Umfeld des Brunnens mittelfristig zu Veränderungen kommen werde. Die angrenzende Förderschule soll, wie vom Ortsbeirat mitgetragen, in die ehemalige Elementary-School der Amerikaner nach Wolfgang umziehen. Eine Folgenutzung für das denkmalgeschützte Gebäude sei bisher nicht zu erkennen. Der Umzug der Stadtteilbibliothek in die frei werdenden Räume, wie von der CDU in einem Antrag gefordert, sei aus Kostengründen nicht realistisch. Solange unklar sei, was aus dem Gebäude werde, könne auch nicht über die Sanierung des Brunnens entschieden werden, sagte Piesold.

Eine Mehrheit im Ortsbeirat ließ sich von den Argumenten nicht beeindrucken. Die Pinguine seien die einzigen Werke des renommierten Tierplastikers Gaul weit und breit, die im öffentlichen Raum zu sehen seien, sagte Ute Peukert von der BUG. Das solle auch so bleiben. Für das Museum gebe es genügend andere Objekte.

Ihren Antrag zur künftigen Nutzung des Gebäudes der Schule am Brunnen, änderte die CDU ab. Der Magistrat soll ein Konzept erarbeiten, die Vorgabe Bibliothek strich die Fraktion aus dem Antragstext.

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