Votum für Wohngebiet Argonner-Wiesen

Parlament für Bebauung der Sportgeländes

+
Rund 150 Einfamilien-und Doppelhäuser sollen auf den Argonner-Wiesen in Großauheim entstehen. Als Lärmschutz ist zur Bahnlinie hin ein 8,50 Meter hoher bepflanzter Wall vorgesehen. Zuletzt wurde auf dem Gelände die streng geschützte Kreuzkröte gefunden. Was das für Folgen für das Bebauungsvorhaben hat, ist derzeit noch nicht abzusehen. 

Hanau - Die Stadtverordnetenversammlung hat mit großer Mehrheit von SPD und BfH sowie der CDU-Opposition und der Republikaner das baurechtliche Verfahren für eine Einfamilien-und Doppelhaus-Siedlung auf den Argonner-Wiesen in Großauheim auf den Weg gebracht. Von Christian Spindler 

Lesen Sie hier mehr dazu:

Kröte contra Wohnhäuser in Großauheim?

Old Argonner-Kaserne: 280 Wohnungen im Park

Neuer Wohnpark

Für eine Genehmigung sind freilich Hürden beim Lärm- und Naturschutz zu nehmen. Und um das Wohngebiet bei der regionalen Flächenplanung durchzubringen, will die Stadt bekanntlich im Gegenzug auf eine Bebauung des Klein-Auheimer Flurkreuzes endgültig verzichten. Die Grünen, die von Anfang an Bedenken gegen die Argonner-Wiesen-Bebauung angemeldet hatten (Fraktionschef Kamil Kasalak: „Wir müssen nicht das letzte Zipfelchen noch zubauen“), enthielten sich gemäß Koalitionsvertrag mit SPD und BfH. Die CDU sicherte indes mit ihrer Zustimmung die parlamentarische Mehrheit. Wohnraumbeschaffung habe bei den internen Beratungen „absolut die höhere Priorität“ gehabt, sagte der CDU-Stadtverordnete Joachim Stamm. Er bot gar an, bei der Umsiedlung der auf dem Gelände gefundenen und streng geschützten Kreuzkröte zu helfen. Äußerungen, die den FDP-Fraktionsvorsitzenden Thomas Morlock zu spitzen Bemerkungen veranlassten.

Wie berichtet, sind die Liberalen zwar für das Argonner-Wiesen-Projekt, lehnen die Gesamtmaßnahme aber ab, weil sie mit dem Verzicht auf die Flurkreuz-Bebauung verknüpft ist. Die Stadt dürfe „Entwicklungspotenziale nicht vorschnell verschenken.“ Schon zu Zeiten von OB Margret Härtel habe die Stadt vorgehabt, aufs Flurkreuz zu verzichten, sagte dazu Rathauschef Claus Kaminsky (SPD). Grund: Viele Eigentümer von kleinen Flächen. Ein Umlegungsverfahren sei somit ein „enteignungsgleicher Eingriff“. Die Linken begründeten ihre Ablehnung einer Bebauung der Argonner-Wiesen unter anderem damit, dass dort „kein preiswerter Wohnraum entstehe“, so Jochen Dohn. Vor allem der aber werde in Hanau gebraucht. Wie berichtet, haben sich Pläne für ein TGH-Sportzentrum auf dem früheren New-Argonner-Areal längst zerschlagen. Ohne das geplante Wohngebiet, das von Anfang an eine Alternative gewesen sei, bliebe die marode US-Sportanlage „auf absehbare Zeit eine Brache“, meint OB Kaminsky.

Das bedeuten Immobilien-Codes

"Unverbaute Lage" und "gut erhalten": Das bedeuten Immobilien-Codes

Der Hanauer Investor Albrecht Krebs, der auch schon den „Argonner Park“ auf dem Kasernen-Gelände entwickelt hat, will die Argonner-Wiesen von der Stadt zurückkaufen. Das brächte zwei Millionen Euro in die Stadtkasse.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare