Wohl kaum Entlastung für Hanau

„Pech gehabt, Fluglärmopfer!“

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Hanau - Die Hoffnungen, dass durch die vom hessischen Umweltminister Tarek Al-Wazir (Grüne) vorgestellten so genannten Lärmpausen eine deutliche Entlastung für Hanau bringen, erfüllen sich offenbar nicht.

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Eine erste Prüfung der Modelle durch städtische Experten habe ergeben, dass Hanau dadurch in den Morgenstunden von 5 bis 6 Uhr „so gut wie nicht entlastet“ wird, berichtete Stadtrat Andreas Kowol (Grüne) im Stadtparlament. Abends zwischen 22 und 23 gebe es allenfalls etwas weniger Lärm. Die Stadtverwaltung will in Kürze, so Kowol, die Auswirkungen für Hanau und die Stadtteile detailliert präsentieren. Derweil zeigt sich die Interessengemeinschaft Fluglärm Hanau-Kinzigtal e.V. in einer Mitteilung enttäuscht. Die Modelle für die Lärmpausen zeigten, „dass das Ministerium von Tarek Al-Wazir gegen die Deutsche Flugsicherung und gegen den Willen von Fraport nichts durchsetzen kann“. Die Pausen bedeuteten nur eine Lärmverteilung und in keinem der fünf (Haupt-)modelle werde zwischen 5 und 6 Uhr bei der Nutzung der Nordwestbahn pausiert. „Für die Bürger der Hanauer Kernstadt wird es so nie möglich sein, morgens länger zu schlafen“, schimpfen die Fluglärmgegner. Und die „Pausen“ zwischen 22 und 23 Uhr seien als Schlafenszeit „nur von geringerem Nutzen“. Kommentar der Initiative: „Pech gehabt, liebe Hanauer Fluglärmopfer!“

Menschenkette gegen Fluglärm

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Auch die von der Landeregierung angekündigte Bedarfsprüfung zum Bau des Terminals 3 habe nichts gebracht, meint die Initiative: „Wer geglaubt hat, dass die angekündigte Bedarfsprüfung ergeben würde, dass Fraport den Bau des riesigen Terminals abblasen würde, der glaubt auch daran, dass Kühe fliegen können“.

(cs)

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