Heike Zick-Kuchinke

Steinheimer Pfarrerin feiert Ordinationsjubiläum 

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Zuhören und verstehen sind für Heike Zick-Kuchinke Voraussetzungen für einen sinnvollen, konstruktiven Dialog. Die Steinheimer Pfarrerin feierte nun ihr besonderes Ordinationsjubiläum.

Steinheim - Mit einem Festgottesdienst würdigte die evangelische Kirche von Hessen Nassau am vergangenen Samstag das 25. Ordinationsjubiläum der Steinheimer Pfarrerin Heike Zick-Kuchinke.

Im Anschluss fand ein Empfang im Familien- und Generationenzentrum der evangelischen Kirchengemeinde statt. Pfarrer Mario Fischer und der Dekan des Dekanats Rodgau, zu dem die evangelische Kirchengemeinde Steinheim zählt, Pfarrer Carsten Tag, gestalteten den Gottesdienst, der vom Chor „Cantate Domino“ und dem Evangelischen Posaunenchor musikalisch begleitet wurde.

Dekan Carsten Tag betonte, dass es eine „wunderbare Aufgabe und eine große Ehre“ sei, das Jubiläum der Pfarrerin zu würdigen. Sie habe Bewegung in die Steinheimer Kirchengemeinde gebracht, und mit Unterstützung der Gremien geholfen, die Kirchengemeinde zu öffnen. „Du warst und bist das Herz und der Motor dieser Entwicklung“, so Dekan Tag in seiner Festpredigt.

Auch Burkhard Huwe, Vorsitzender des Kirchenvorstandes, fand sehr emotionale Worte für das Wirken der Pfarrerin, in deren Steinheimer Amtszeit der integrative Gedanke stets Antrieb gewesen sei. Für die Gemeinde seien so neue Möglichkeiten des Handelns eröffnet worden.

Neugier, Energie und Lust

„Wer etwas über sich selbst erfahren will, der muss immer wieder Grenzen überschreiten“, sagte Pfarrerin Heike Zick-Kuchinke in ihrer Predigt, in der sie unter anderem die Frage nach der hierzulande üblichen „Willkommenskultur“ stellte. „Wer ist willkommen, und wer nicht -in Europa und in der Gemeinde?“ Und dabei dürfe es „nicht um Missionierung gehen.“ Sich begegnen, das müsse getragen sein von „Neugier, positiver Energie und Lust.“ Eben so, wie Heike Zick-Kuchinke den Menschen seit ihrer Ordination begegnet ist.

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Ein Ort der Begegnung

Nach ihrer Ordination in der Frankfurter Heilandsgemeinde arbeitete die Pfarrerin, die auch eine diplom-pädagogische Ausbildung absolviert und Erfahrungen in der Jugend- und Erwachsenenbildung gesammelt hat, als Religionslehrerin an einer Frankfurter Berufsschule. „Multireligiöser“ Unterricht war da aufgrund der Zusammensetzung der Schüler gefordert, erinnert sich Heike Zick-Kuchinke, und sie habe dort einen wesentlichen Charakterzug weiterentwickeln können: „Zuhören.“ Zuhören und verstehen sind für die Pfarrerin Voraussetzungen für einen sinnvollen, konstruktiven Dialog. Schulseelsorge und Schulsozialarbeit kamen später hinzu, die berufliche Qualifizierung der jungen Leute bedeutete für die Pfarrerin, „Lebenshilfe“ zu geben, „wie meistere ich meinen Alltag.“

Mit Menschen etwas machen

Als Landesschülerpfarrerin in Darmstadt kümmerte sie sich weiter um die Belange Jugendlicher, brachte mit ihren Kollegen neue Konzepte zur Schulsozialarbeit voran - ein Stück „Pionierarbeit“, wie Zick-Kuchinke sagt. Neun Jahre lang, bis sie sich auf die 2003 frei werdende Pfarrstelle in der Steinheimer Gemeinde bewarb. Steinheim kannte die Familie Zick-Kuchinke bereits, es war schon lange vorher Wohnort geworden. Und, so sagt Heike Zick-Kuchinke, es war „genau der richtige Zeitpunkt“ für den beruflichen Wechsel. „Ich habe diesen Schritt nie bereut.“

Gemeinsam „mit den Menschen etwas zu machen, etwas zu entwickeln und umzusetzen“, das ist in Form des Familien- und Generationenzentrums gelungen: Die Öffnung der Kirchengemeinde als notwendiger Schritt, „damit wir als Kirche nicht unter uns bleiben.“

Die baulichen Voraussetzungen sind geschaffen. Die nächsten Monate und Jahre werden damit vergehen, die gemeinsam mit den Gremien und Gemeindemitgliedern entwickelten Ideen von Durchlässigkeit und Begegnungen über Alters- oder Konfessionsgrenzen hinaus jetzt auch mit Leben zu erfüllen. Nicht aufgesetzt, sondern entwickelt durch die Arbeit einer neuen „Beteiligungskultur“ von Nutzern des Hauses und den Gemeindegremien. „Da ist ganz viel entstanden“, freut sich Pfarrerin Heike Zick-Kuchinke. Denn, so ein Zitat aus ihrer Predigt am Samstag, „Gott schenkt uns die Kraft, unser Leben immer wieder neu zu denken.“

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