Wohnen

Pioneer Park: Diese Projekte gibt es auf dem Gelände der ehemaligen Hanauer US-Kaserne

Das Pioneer Gelände aus der Luft
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In den zwei Gebäuden des Ensembles namens „Fünf Brüder“ (links im Bild) werden ein Hotel und ein Gesundheitszentrum entstehen. Das ehemalige Offizierskasino obendrüber wird zum Betreuten Wohnen.

Die Arbeiten auf Pioneer gehen weiter. Und damit verbunden auch diverse Projekte auf dem ehemaligen US-Militär-Gelände.

Wolfgang – Die Pläne für drei weitere große Projekte im Pioneer Park schreiten voran. In Teilen des markanten Gebäudeensembles namens „Fünf Brüder“ sind ein Hotel und ein Gesundheitszentrum namens „Chariseum“ geplant. Gegenüber im ehemaligen Offizierskasino „Deutsches Haus“ entsteht Betreutes Wohnen. Alle drei Projekte mit einer Gesamtnutzfläche von rund 12 000 Quadratmetern stehen in den Startlöchern, sie seien trotz Corona-Krise nicht gefährdet gewesen, heißt es von den Bauherren, dem Unternehmen Bamac + Keck Pioneer Hanau GbR. Lediglich beim Abschluss des Mietvertrags mit dem Hotelbetreiber ist es nach Auskunft der Planer zu einer Verzögerung um einige Wochen gekommen.

Das Hotel

Wie berichtet, soll in einem der „Fünf Brüder“ ein Hotel entstehen. Wie die Planer auf Nachfrage erläutern, steht die Konzeption des Hauses mittlerweile fest. Geplant ist ein Drei-Sterne-Hotel mit vorerst 136 Zimmern (erweiterbar auf 153) und Konferenzräumen. Gegenwärtig erfolge die Abstimmung mit der Bauaufsicht, sodass in Kürze der Bauantrag gestellt werde. Wer das Hotel betreibt, soll erst mit der Erteilung der Baugenehmigung kundgetan werden. Die Baumaßnahmen sollen zum Jahresanfang 2021 beginnen. Insgesamt werden rund 19 Millionen Euro in das Projekt investiert. Das Hotel soll auch ein Restaurant erhalten.

So sollen die drei Projekte künftig aussehen: Im ehemaligen Offizierskasino links entsteht Betreutes Wohnen, rechts in den „Fünf Brüdern“ das Drei-Sterne-Hotel (oben) und das Gesundheitszentrum „Chariseum“ (unten).

Gesundheitszentrum „Chariseum“

Neben dem Hotel ist ein „Zentrum für Gesundheit, Schönheit und Lifestyle“ namens „Chariseum“ geplant. Darin sollen laut Mitteilung Ärzte unterschiedlicher Fachrichtungen und ergänzende Dienstleister wie Physiotherapeuten, Masseure, Optiker und Hörgeräteakustiker Tür an Tür arbeiten. Eine Apotheke, ein Sanitätshaus und verschiedene Beauty-Angebote sollen das Leistungsspektrum abrunden und die Versorgung des neuen Wohngebietes mit medizinischen Leistungen sicherstellen. Insgesamt sollen auf dem 50 Hektar großen ehemaligen Militärareal künftig 5000 Menschen leben. Die ersten Wohnungen sind in den vergangenen Wochen bereits bezogen worden.

Das Gesundheitszentrum soll nach Auskunft von Dr. Nadja Henkel, Geschäftsführerin der Dr. Henkel Urban Projects GmbH, die verantwortlich für die Konzeption und Vermarktung des 15-Millionen-Euro-Projekts ist, bis Frühjahr/Sommer 2022 fertiggestellt sein. Mittlerweile seien rund 60 Prozent der Flächen vermarktet.

Laut Karl-Georg Wolff, dem Projektleiter Gesundheitsstandort Hanau, begrüßt die Stadt Hanau das Vorhaben. Mit dem „Chariseum“ werde das Gesundheitsangebot in Hanau gestärkt. Wichtig sei auch die Ansiedlung einer Hausarztpraxis. Dazu befinde man sich im Austausch mit der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen, erklärt er laut Mitteilung. „Wir als Stadt können hier maximal eine vermittelnde Rolle übernehmen. Dieser Aufgabe stellen wir uns“, wird Wolff in der Mitteilung zitiert.

Betreutes Wohnen im Offizierskasino

Im gegenüber der „Fünf Brüder“ liegenden ehemaligen Offizierskasino, genannt „Deutsches Haus“, sollen rund 35 hochwertig ausgestattete, barrierefreie Wohnungen zwischen 50 und 120 Quadratmeter entstehen. Der Bauantrag für die Sanierung des Hauses liegt laut Bamac + Keck der Bauaufsicht vor. Für die Mietwohnungen soll es laut den Planern umfangreiche Pflege- und Betreuungsangebote sowie eine Tagespflege geben.

Man sei mit einem Betreiber in „enger Abstimmung“, sagte Nadja Henkel dem HA. Der Vertrag sei allerdings noch nicht unterschrieben, sodass sie noch keinen Namen nennen könne. Der künftige Betreiber werde zudem im ehemaligen Speisesaal des Kasinos ein Café einrichten. Rund 15 Millionen werden in das Projekt investiert, das ebenso von der Stadt Hanau ideell unterstützt wird. Mit alternativen Betreuungs- und Pflegekonzepte werde sichergestellt, dass Menschen so lange wie möglich in ihrer eigenen Wohnung leben könnten.

Wie Nadja Henkel erläutert führe das umfangreiche Angebot im „Chariseum“ dazu, dass sich alle drei Projekte gegenseitig ergänzten. „Patienten, die sich mehrtägigen Behandlungen unterziehen, können beispielsweise im Hotel übernachten. Hotelgäste wiederum können die Angebote im „Chariseum“ nutzen“, erläutert sie. Zudem werde es einen Concierge-Service in dem Gesundheitszentrum geben, den parallel auch die Bewohner im ehemaligen Kasino in Anspruch nehmen könnten. Gedacht sei an Fahr- und Lieferdienste, einen Parkservice und einiges mehr.

Die „Fünf Brüder“ stehen unter sogenanntem Ensemble-Denkmalschutz. Daher werden sie in ihrem äußeren Erscheinungsbild erhalten bleiben. Im Inneren jedoch wird sich laut Bamac + Keck einiges tun: Die Gebäude werden entkernt, im Inneren vollständig erneuert und mit neuer Haustechnik ausgestattet. Die Dachkonstruktion werde ertüchtigt und die Dacheindeckung entsprechend historischer Vorlagen erneuert. „Für alle künftigen Mieter und Nutzer sind die Flächen innerhalb der Gebäude weitestgehend frei beplanbar. Lediglich die tragenden Konstruktionen und die Anordnungen der Fenster müssen beachtet werden“, teilt das Unternehmen mit.

Der Außenbereich soll zu mindestens 50 Prozent begrünt werden. Schützenswerter Baumbestand werde erhalten, teilen die Planer weiter mit.

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