Rundgang in Wolfgang

Pioneer-Park: Großbaustelle mit Stahlhelmen und Colaflaschen

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Vor dem Heizwerk sind die Bagger im Einsatz. Im Gebäude plant ein Privatinvestor Wohnungen und eine Garage für seine Sammlung von Autos und Motorrädern.

„Der gelbe Bagger dort – das ist der Kampfmittelräumdienst“, sagt Dieter Heymann, Technischer Projektleiter der Entwicklungsgesellschaft LEG, beim Rundgang über die Baustelle.

Wolfgang – Die Experten sind in den vergangenen Monaten bekanntlich mehrfach auf Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg gestoßen und begleiten die Bauarbeiten auf dem ehemaligen Kasernengelände auch weiterhin. Neben den Blindgängern, so erzählt Heymann, sind im Boden auch Stahlhelme aus beiden Weltkriegen und historische Colaflaschen aufgetaucht.

Pioneer-Park in Hanau: Der erste Bauabschnitt

Im ersten Bauabschnitt, der östlichen Hälfte des Geländes, werden an diesem Tag die Baustraßen asphaltiert. Die Maßnahme musste schon einmal durch den Fund einer Fliegerbombe verschoben werden. Der Asphalttrupp ist in ganz Deutschland unterwegs, erläutert Heymann, die Einsätze müssen genau abgestimmt werden.

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Heymann deutet auf den Artenschutzbaum vor dem Bulau-Wald am Rande des Geländes. „Das war mit das erste, was wir hier gebaut haben.“ Eine Auflage des Naturschutzes: Damit die Vögel eine Alternative haben, bis die 700 neuen Bäume auf Pioneer gepflanzt sind. Jene Bäume, die erhalten bleiben, sind durch Zäune vor den Baumaschinen geschützt.

Pioneer-Park Hanau: Erinnerung an Eisenbahnpioniere

Neben der Pioneer-Chapel - die verschenkt werden soll - sind alte Schienen gestapelt. Sie sollen in Erinnerung an die Eisenbahnpioniere, die ersten Nutzer des Geländes, ins Quartier integriert werden. Der Rundgang führt auch am elften Bruder vorbei, dem „Stiefbruder“, wie Heymann ihn nennt. Das Gebäude soll, im Gegensatz zu seinen zehn Verwandten, abgerissen werden. An dieser Stelle entstehen Kita und Grundschule. Im Zuge der Abbruch- und Erschließungsarbeiten sind bereits 56 Gebäude abgerissen und 95.000 Tonnen Bauschutt bewegt worden. Auch für den Technischen Leiter ist die Geschwindigkeit, mit der Pioneer entwickelt wird, in 30 Jahren Berufserfahrung „einmalig“.

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VON KATRIN STASSIG

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