Städtebaulicher Rahmenplan

Planung für Bahnhof vorgestellt

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Seit vielen Jahren in der Kritik: Der Hanauer Hauptbahnhof und sein Vorplatz. Jetzt gibt es immerhin einen städtebaulichen Rahmenplan.

Hanau - Seit Jahren wurde darüber immer mal wieder ergebnislos diskutiert, nun soll die längst überfällig Aufwertung des Hanauer Hauptbahnhofvorplatzes und dessen Umfeld endlich konkret angegangen werden.

Baustadtrat Andreas Kowol (Grüne) ist davon überzeugt, „dass der gesamte Hauptbahnhof in wenigen Jahren so gestaltet sein wird, dass er endlich zu einer Stadt von der Bedeutung Hanaus passt.“ Denn derzeit, so OB Claus Kaminsky (SPD) entspreche der Hauptbahnhof „nicht der Bedeutung unserer Stadt.“ Im Struktur- und Umweltausschuss der Stadtverordnetenversammlung stellte das von Stadt und DB Immobilien beauftragte Fachbüro jetzt die städtebauliche Rahmenplanung vor. 25.000 bis 30.000 Zugreisende sind täglich im Hauptbahnhof unterwegs. Und es könnten noch mehr werden, wenn die Nordmainische S-Bahn rollt und der geplante Ausbau der Bahnstrecke Frankfurt-Fulda kommt. Die Deutsche Bahn habe „hohes Interesse“ daran, ihre Immobilien auf dem Hauptbahnhof-Vorplatz zu vermarkten. Eine endabgestimmte Planung vorausgesetzt, rechnet Kaminsky noch in diesem Jahr mit einem Projektstart.

Mit 1700 statt der bisherigen 1200 Parkplätze kalkulieren die Fachplaner. Um zusätzlichen Parkraum zu schaffen, ist eine „Parkpalette“ auf der südlichen Seite der Auheimer Straße vorgesehen. Kommen Geschäfte, Praxen, Büros und ein Hotel auf dem Hauptbahnhof-Vorplatz hinzu, bedarf es zusätzlicher privater Auto-Abstellplätze. Eine Umfrage unter Bahnnutzern vom November 2015 ergab darüber hinaus ein „hohes Potenzial an Abstellanlagen für Fahrräder“, so Stadtrat Kowol. Bisher sind 60 Boxen und 100 Abstellbügel vorhanden, gebraucht würden aber 600. Kowol kann sich dort daher ein Rad-Parkhaus mit einer Service-Station und einem Café im Erdgeschoss vorstellen. „Das fehlt in Hanau und würde den Radverkehr um einiges attraktiver machen.“

Ähnlich wie auf dem neuen Busbahnhof Freiheitsplatz stellen Kaminsky und Kowol sich den Busknoten auf dem Hautbahnhof-Vorplatz künftig vor. Im Sägezahn-Muster angeordnet, sollen von zwölf überdachten Haltestellen mindestens acht dem Nahverkehr vorbehalten sein, die anderen für den Gelegenheits- und Fernverkehr. Optimistisch ist der Oberbürgermeister, was die Ansiedlung eines Hotels angeht. „Ein Investor steht bereit“, sagt er. Auch das zeuge davon, welche Bedeutung der Hanauer Hauptbahnhof habe.

Das künftige Umfeld des Hauptbahnhofs werde „von kurzen, attraktiven Wegebeziehungen für ÖPNV-Fahrgäste geprägt sein“, stellt Kaminsky in Aussicht. Für die müsse das Entree der Stadt „dem Oberzentrum Hanau würdig“ sein. Dazu zähle auch mehr Aufenthaltsqualität auf einem attraktiv gestalteten Platz. Neuer, für den Reisebedarf passender Einzelhandel mit einem kleinen SB-Markt, Drogerie, Apotheke oder Blumenladen seien denkbar, ebenso eine „Ergänzung der dort bestehenden Gastronomie“. Büros eigneten sich gut, weil sie „hervorragend erreichbar“ seien. Kowol geht davon aus, dass der barrierefreie Umbau des Hauptbahnhofs 2017/18 beginnt. Er soll sich über einige Jahre hinziehen. (cs.)

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