Planung für neues Schlossplatz-Ensemble

Kino in der Kanzlei?

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Noch wird auf dem Schlossplatz geparkt. Künftig soll er autofrei werden. Ein privater Investor will das Kanzleigebäude sanieren und links daneben nach dem Abriss des früheren Hauses des Handwerks einen Neubau errichten.

Hanau - An den Plänen für den künftigen Schlossplatz wird derzeit eifrig gearbeitet. Ein urbanes Ensemble, das Wohnen, Arbeiten und Kultur vereint, soll dort mithilfe eines privaten Investors entstehen. Die städtische Baugesellschaft will den Eingang zur Altstadt aufwerten. Von Christian Spindler 

Im Herbst soll „ein Paket für das Gesamtareal“ öffentlich präsentiert werden, kündigt Stadtentwickler Martin Bieberle an. Nachdem sich frühere Pläne wie ein Brüder-Grimm-Kulturzentrum oder ein Hotelbau am Schlossplatz längst zerschlagen haben und auch ein möglicher Umzug der Volkshochschule in den Hintergrund gerückt ist, soll eine Schlossplatz-Lösung im Verbund von Stadt, städtischer Baugesellschaft und dem Hanauer Unternehmen Terramag GmbH realisiert werden. Wie berichtet, will das Familienunternehmen – nach eigenen Angaben der erfolgreichste kommunale Baugebietsentwickler in der Rhein-Main-Region – seinen Firmensitz vom Kinzdorf an den Schlossplatz verlegen. Für das Projekt eines „urbanen Ensembles“, wie es OB Claus Kaminsky vor einigen Monaten bezeichnet hat, gebe es mittlerweile „ein grobes Planungskonzept“, bestätigt Stefan Müller-Schleipen, einer der Terramag-Geschäftsführer.

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Wird die Graf-Philipp-Ludwig-Straße vom Schlossplatz zum Goldschmiedehaus zur Fußgängerzone? Schließlich soll dort auch Gastronomie angesiedelt werden.

Es sieht Sanierung und Umbau des Kanzleigebäudes vor, in dem zuletzt die Stadtbibliothek ansässig war, außerdem den Abriss des benachbarten ehemaligen Hauses des Handwerks, wo ein Neubau entstehen soll. Das Gebäude-Ensemble soll Büros und Wohnungen sowie eine kulturelle und gastronomische Nutzung vereinen. Laut Martin Bieberle soll auch der Hanauer Gastronom, der im Moment im Kanzleigebäude Disco-, Musik- und Clubabende („Library“) anbietet, beim Gesamtprojekt weiter im Boot sein. Und selbst für ein Programmkino gebe es einen potenziellen Betreiber.

Bei den laut Bieberle und Stefan Müller-Schleipen komplexen Planungen geht es unter anderem um bautechnische Fragen wie Größe des Neubaus oder eine eventuelle Dachsanierung am Kanzleigebäude, aber auch darum, ob Terramag die Liegenschaft kauft oder es eine Nutzung in Erbbaupacht gibt.

Bis Ende August, so Geschäftsführer Stefan Müller-Schleipen, wolle die Stadt erklären, ob das Projekt seines Unternehmens realisiert werden kann. Danach sieht es aus. Stadtentwickler Bieberle kündigt die Präsentation des Gesamtpakets für Herbst an.

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Dazu gehören auch eine autofreie Gestaltung des Schlossplatzes sowie ein Sanierungsprojekt der Baugesellschaft. Das städtische Wohnungsunternehmen lässt das Karree zwischen Graf-Philipp-Ludwig-Straße, Im Schlosshof und Louise-Schröder-Straße sanieren. Arbeiten im Bereich Louise-Schröder-Straße seien bereits erfolgt und das Umzugsmanagement laufe, sagt Geschäftsführer Jens Gottwald. Bis Ende August sollen die letzten der 60 Mieter ausgezogen sein. Im Bereich der Graf-Philipp-Ludwig-Straße, dem Eingang vom Schlossplatz zur Altstadt, sollen die Bauarbeiten im September starten.

Gottwald macht sich auch dafür stark, dass die Graf-Philipp-Ludwig-Straße zur Fußgängerzone wird. Schließlich sollen in den dortigen Häusern im Erdgeschoss fünf Gewerbeeinheiten entstehen, etwa für Gastronomie. Gottwald: „Es gibt dafür Bewerber“. Die Gastronomie-Ansiedlung sei aber nur erfolgreich, wenn eine Außenbewirtung möglich ist.

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