Über eine Million Euro

Platz für 28 Mannschaften: THC Hanau investiert in zweiten Kunstrasenplatz

Hockeyspielerinnen auf dem Kunstrasenplatz in Hanau
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Platzbedarf: Kinder und Jugendliche trainieren in Drittel-Feldern, was zu ziemlich beengten Verhältnissen führt.

Hanau – „Hockey-Arena im Park“: Unter diesem Begriff präsentiert der Tennis- und Hockey-Club Hanau (THC) ab Herbst auf seinem Gelände im Wilhelmsbader Staatspark seinen neuen Kunstrasenplatz unmittelbar neben dem alten. Der platzt buchstäblich aus allen Nähten.

Von Rainer Habermann

Sprich: Die wachsenden Mitgliederzahlen und eine Steigerung auf inzwischen 28 Hockey-Teams machten eine Erweiterung des Platzangebots und damit eine Millioneninvestition dringend erforderlich.

„Alles in allem werden hier in diesem wunderschönen Kurpark weitere 1,05 Millionen Euro verbaut sein, wenn der Platz zum Herbst hin fertig ist“, erzählt der Vorsitzende des Vereins mit derzeit rund 1430 Mitgliedern, Michael Bailly. Er und Henrik Statz, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit eines der größten Ballsportvereine mit zwei Abteilungen – Tennis und Hockey –, zeigen sich mächtig stolz auf das bisher Erreichte.

THC Hanau sammelt Gelder über Spender und Sponsoren

Denn gut ein Drittel der Investition ist quasi hausgemacht, stammt aus Spendenaktionen der Vereinsmitglieder und floß in das Eigenkapital. Eine üppige Sponsorenschaft, rund 400 000 Euro an Fördermitteln des Landes Hessen, des Main-Kinzig-Kreises sowie der Stadt Hanau kommen am Ende zusammen, wenn etwa Mitte Oktober die Platzeinweihung gefeiert werden soll.

„Wir haben vorigen Herbst an einem einzigen Sponsorenabend 140 000 Euro erreicht“, strahlt Bailly. „Das schafft in Hanau keiner“, sagt er. „Dabei hat sich eine Familie aus dem Club, die nicht genannt werden will, ganz besonders hervorgetan und einen fünfstelligen Betrag gespendet.“ Überhaupt: die Hockey-Gesellschaft sei eine verschworene Gemeinschaft. „Nicht umsonst spricht man von der ‘Hockey-Familie’“, weiß der Clubchef.

Sportfeld des THC Hanau zu klein für alle Mannschaften

Tatsächlich ist das Gedränge auf dem bisherigen Sportfeld groß während der Übungszeiten. Kinder und Jugendliche trainieren in Drittel-Feldern, was zu ziemlich beengten Verhältnissen führt. So stehen am Spielfeldrand auch sechs Tore in der Landschaft statt zwei. Und so mancher Schlag landet nicht darin, sondern im Feld nebenan, wo ebenfalls die Schläger gekreuzt werden.

„Bestimmte Spielzüge können wir gar nicht mehr richtig üben, weil der Raum dafür nicht mehr ausreicht. Es wurde einfach Zeit, dass wir den neuen Platz in Angriff genommen haben“, sagt Statz.

Kunstrasenplatz in Hanau stammt au den 80er-Jahren

Zwar gab es neben dem eigentlichen Spielfeld – ebenfalls einen Kunstrasenplatz, aber aus den 80er Jahren – schon immer eine zweite Spielfläche. Aber dies war früher ein so genannter Hartplatz.

Und auf dem spielte es sich natürlich nicht ganz so elegant wie auf Rasen. Zudem ist die Verletzungsgefahr nicht ganz unerheblich; so mancher Feldspieler kann ein Liedchen von Schrammen und aufgeplatzter Haut singen, schlittert er mal den Boden entlang.

Mehr Pflege notwendig: HTHC entscheidet sich für Kunstrasenplatz

Nach dem Hartplatz kam dann ein Naturrasenplatz. Doch die Pflege und Unterhaltung eines solchen Platzes sei ebenso aufwändig und damit kostenintensiv wie die eines Golfrasens, schildert Bailly einen weiteren Grund für die Investition in künstliches Grün. Was für Fußball so eben reicht, ist für Feldhockey noch lange nicht plan genug. So sind jetzt, über die Sommermonate, die Arbeiten in vollem Gang.

„Wir hatten bereits 2017, zwei Jahre vor unserem einhundertjährigen Jubiläum in 2019, die Weichen für den Kunstrasenplatz gestellt und mit einem Imagefilm den Startschuss für das Spendensammeln abgefeuert“, schildert Bailly weiter die Entstehungsgeschichte des Projekts.

Spatenstich für neuen Kunstrasenplatz des Hanauer THC Anfang März

Die Finanzierung brauchte natürlich ihre Zeit, bis alles unter Dach und Fach war und Anfang März dieses Jahres der symbolische erste Spatenstich erfolgen konnte. Gut 2000 Kubikmeter Erde wollten schließlich ebenfalls bewegt werden. Von einem Teil des Erdaushubs profitierte der benachbarte Golfclub, wie Statz schildert.

Der brauchte Material zum Verfüllen und durfte sich beim befreundeten Nachbarverein bedienen. So entsteht langsam, aber sicher die „Hockey-Arena im Park“, wie sich die Anlage laut Bailly nennen darf.

Nach Corona-Pause: Hockeyspieler dürfen wieder auf den Platz

Die Spielerinnen und Spieler sind schon zurück auf dem Feld, nach den Lockerungen der Corona-Regeln im Juni. Zumindest zum Training, wie unsere Bilder zeigen. Und vielleicht werden aus den jungen Hockeyspielern so künftige Weltmeister, wie etwa Björn Emmerling.

Der gebürtige Würzburger und seit 2007 THC-Mitglied stand mit dem deutschen Nationalteam 2002 und 2006 bei den Weltmeisterschaften in Malaysia und Deutschland auf dem Treppchen ganz oben.

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