Wildpark Alte Fasanerie

Platz für neue Publikumsmagneten: Im Wildpark haben die Bauarbeiten für ein Fischottergehege begonnen

Im Wildpark Alte Fasanerie sollen Fischotter ein neues Gehege bekommen.
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Im Wildpark Alte Fasanerie sollen Fischotter ein neues Gehege bekommen.

Im Wildpark Alte Fasanerie ist eine weitere Attraktion im Aufbau begriffen. Die Bauarbeiten für ein Fischottergehege haben vor etwa zwei Wochen begonnen.

Klein-Auheim – Die beiden künftigen Teiche wurden bereits ausgehoben, derzeit werden die höher liegenden Wege angelegt. „Bis Ende der Woche wollen wir die Erdarbeiten und somit den ersten Bauabschnitt beenden“, sagte Bauleiter Jannis Huth von der ausführenden Christian Liesen GmbH aus Meerholz gestern während eines Ortstermins, bei dem das Projekt vorgestellt wurde.

„350 000 Euro inklusive der Planungskosten wird das Fischottergehege kosten. Den Löwenanteil der Baukosten übernimmt dankenswerterweise der Wildpark-Förderverein“, erläuterte Christian Schaefer, Leiter des Forstamts Hanau-Wolfgang, in dessen Verantwortung der Wildpark fällt. Insgesamt 270 000 Euro hat der Förderverein zur Finanzierung des Geheges zugesagt.

Mit dem Fischotter werde eine weitere Sympathie-Tierart Einzug in den Wildpark halten, ist Schaefer zuversichtlich, dass im nächsten Frühjahr das Gehege fertiggestellt sein wird. Die Einweihung wird dann wohl nicht er, sondern sein Nachfolger vornehmen. Schaefer wird im Oktober in Ruhestand gehen und so nutzte er gestern die Gelegenheit, seinen Nachfolger vorzustellen: Lutz Hofheinz wird künftig an der Spitze des Hanauer Forstamtes stehen.

Wildpark: Gehege für Fischotter bedarf einer aufwendigen Planung

Die Haltung des europäischen Fischotters ist durchaus anspruchsvoll. Und so erforderte auch das Gehege eine aufwendige Planung. „Einen offiziellen Spatenstich gab es nicht, die Baufirma hat gleich mit großem Gerät losgelegt“, freut sich Schaefer über den zügigen Baufortschritt.

In einem Teil des Wildschweingeheges entsteht derzeit das neue Fischottergehege. Das Borstenvieh nimmt das gelassen.

Das künftige Fischerottergehege liegt in einem Teilbereich eines Wildschweingatters gegenüber dem Polarwolfgehege. Das Borstenvieh stört sich nicht an den Bauarbeiten. Im Gegenteil: Gestern suhlte sich eine Wildschweinrotte genüsslich in einem der neu angelegten Teiche, während kaum 20 Meter entfernt ein Bagger den höher gelegenen Weg modellierte.

Das neue Fischottergehege besteht aus zwei abtrennbaren Teichen mit Überlaufbecken, um auch in trockeneren Perioden ausreichend Wasser für die possierlichen Tiere bereit zu halten. „Und wenn’s ganz eng wird, haben wir ja noch die Ringwasserleitung, mit der wir Wasser vom Tistrasee hinzu holen können“, erläuterte Schaefer. Die beiden jeweils 1000 Quadratmeter großen Fischotter-Gehegeteile werden dem Schwarzwildgehege abgezwackt. Die Wildschweine bekommen – quasi als Entschädigung – in ihrem dann immer noch geräumigen Gehege zwei Suhlen zum Schlammbaden angelegt, erläutert Schaefer.

Besucher des Wildparks sollen durch erhöhte Wege einen besseren Blick auf Fischotter bekommen

Die durch das Fischottergehege führenden Wege werden etwas erhöht angelegt, damit Besucher einen besseren Blick auf die Tiere haben. 450 laufende Meter Wege führen bis zu 70 Meter weit ins Fischottergehege hinein.

Im zweiten Bauabschnitt wird eine Brücke gebaut, damit der Tierpfleger von dort aus Fische in die naturbelassenen Teiche werfen kann. Die Fischotter werden dann die Fische aus den Teichen holen und sie an Land verzehren. Zum Gehege gehört auch ein drei mal drei Meter großes Gebäude mit vier Schlafboxen, in denen die Fischotter übernachten werden. Die in der Regel sehr aktiven Fischotter, die gerne klettern, schwimmen und tauchen, fressen täglich bis zu ein Kilogramm Fisch. Fischotter können bis zu zwölf Kilogramm schwer und in Gefangenschaft bis zu 20 Jahre alt werden.

„Wir planen, das Gehege mit zwei handzahmen europäischen Fischottern zu besetzen. Die beiden Jungs kommen aus Niedersachsen und sollen vor Publikum gefüttert werden“, erläuterte Wildpark-Biologin Dr. Marion Ebel. Sie freut sich bereits auf die neue Attraktion des Wildparks und ist sich sicher, damit einen weiteren Publikumsmagneten zu bekommen.

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