Stamm wirft Kaminsky „Unredlichkeit“ vor

OB-Kandidatenstreit um J. Philipp

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Hanau - Hat Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) von der Abwicklung der Kleiderfirma J. Philipp möglicherweise früher gewusst als bislang bekannt? Und ist deshalb seine öffentlich geäußerte Empörung über das Verhalten der Geschäftsführung „unredlich“?

Diese Vermutung äußerte gestern der Hanauer CDU-Oberbürgermeisterkandidat Joachim Stamm. Kaminsky selbst wies diese Anwürfe zurück. Hintergrund ist ein Artikel in der „Frankfurter Rundschau“ vom 14. Februar, in dem Philipp-Geschäftsführer Dr. Spross zitiert wird, wonach er bereits eine mündliche Zusage seitens der Stadt Hanau hinsichtlich der künftigen Nutzung der Philipp-Gebäude bekommen habe. Wenn eine solche Zusage seitens der Stadt an eventuelle Investoren bereits vorläge, dann, so Stamm, sei Kaminskys Verhalten in den letzten Wochen gegenüber der Belegschaft von Philipp „vorsichtig ausgedrückt unredlich und unaufrichtig.“

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Oberbürgermeister Kaminsky wies das gestern entschieden zurück. Das Zitat von Spross gehe offensichtlich auf eine allgemeine mündliche Anfrage des Geschäftsführers an den Planungsamtsleiter Hans-Ulrich Weicker zurück, was bauplanungsrechtlich auf dem Firmenareal genehmigungsfähig sei. Von einer „mündlichen Zusage über eine künftige Nutzung des Firmengeländes“, wie von Spross laut Zeitungsbericht dargestellt, könne überhaupt keine Rede sein. Das habe der Stadtplanungsamtsleiter dem Geschäftsführer auch nach Erscheinen des FR-Artikels deutlich zu verstehen gegeben. Er selbst habe von der Anfrage Spross’ auch erst aus der Zeitung erfahren, versicherte Kaminsky.

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Der Rathauschef nannte Stamms gestern geäußerten Mutmaßungen unfair. Ausführlich habe er in der Stadtverordnetenversammlung am 23. Februar zum Thema Philipp Stellung bezogen, erinnerte der OB. „Dort wäre der richtige Ort gewesen, wenn Herr Stamm Fragen im Zusammenhang mit einem Zeitungsartikel gehabt hätte, der bereits am 14. Februar erschienen ist“, so der Oberbürgermeister. (did)

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