Er wächst und daran soll sich auch nichts ändern

Positive Holzbilanz im Hanauer Stadtwald

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Auf Waldbegehung: Stefan Brinkmann, Dominik Ost, Christian Schaefer, Andreas Kowol und Arnold Hofacker (v.l).

Hanau - Mit rund 5000 Kubikmeter jährlicher Holzernte im über 1,3 Hektar großen Hanauer Stadtwald wird weniger eingeschlagen, als im gleichen Zeitraum nachwächst. Von Dieter Kögel 

Und das wird gemäß der Abstimmung zwischen der Stadt Hanau als Waldeigentümer und dem staatlichen Forstamt als den Wald bewirtschaftende Behörde auch in den kommenden Jahren so bleiben. Erholung, Naturschutz und die Produktion nachwachsender Rohstoffe sind die Leitlinien, nach denen der Stadtwald laut dem neu erstellten Zehnjahresplan bis 2023 weiterentwickelt werden soll. „Damit erfüllt die Stadt als Waldbesitzer in besonderem Maße die Anforderungen an eine moderne, nachhaltige Waldbewirtschaftung,“ betonten Forstamtsleiter Christian Schaefer und der für die Holzproduktion zuständige Stefan Brinkmann von Hessen Forst am Freitag bei einer Waldbegehung in Mittelbuchen. Vor Vertretern des Ortsbeirates, der stellvertretenden Leiterin des städtischen Eigenbetriebs Hanau Infrastruktur und Service, Annerose Lösche, dem Umweltdezernenten Andreas Kowol und Dominik Ost vom Sägewerk Ost in Weisel, Abnehmer auch des Holzes gab es aus dem Stadtwald Erfreuliches zu berichten.

So betrage der Anteil an anspruchsvollen Laubbäumen trotz der überwiegend armen Sandböden mittlerweile rund 48 Prozent. Mit 18 Prozent ist der Anteil der besonders wertvollen Eichen „überdurchschnittlich hoch.“ Der Bestand der Buchen und sonstiger Laubbäume liege bei 30 Prozent, zwei Prozent des Waldes bestehen aus Fichten und Douglasien, 50 Prozent aus Kiefern. Etwa 17 Prozent des Hanauer Stadtwaldes sind aus besonderen Schutzgründen ganz aus der Nutzung herausgenommen.

Waldbesucher beschweren sich wegen aufgefahrener Wege durch den Abtransport des geschlagenen Holzes. Dies sei jedoch bei Fällarbeiten nicht zu vermeiden, entgegnet das Forstamt.

Wo Holzwirtschaft betrieben wird, komme es aber insbesondere im Winterhalbjahr, häufig zu Interessenskonflikten. Durch den Einschlag bedingte Wegessperrungen lösten häufig Proteste derer aus, die den Wald zur Erholung aufsuchten, hieß es seitens der Forstvertreter. Proteste gebe es auch wegen aufgefahrener Wege durch den Abtransport des geschlagenen Holzes. Doch in der Erntezeit sei dies gerade auch nach kräftigen Niederschlägen nicht zu vermeiden. Zumal das Sägewerk Ost als Abnehmer auch seine terminlichen Lieferverpflichtungen gegenüber Kunden habe und ein Aufschub des Einschlages oft nicht möglich sei. Hier warb Forstamtsleiter Schaefer um Verständnis und mühte sich um einen Ausgleich der Interessen. Immerhin werden mit dem Geld, das durch den Verkauf des Holzes erlöst werde, die Waldwege auch unterhalten, gepflegt und ausgebaut. Rund 10.000 Euro werden dafür jährlich aufgewendet.

Die großen zusammenhängenden Waldbereiche rund um die Stadt prägen laut Stadtrat Kowol das Kleinklima in Hanau und beeinflussen es sehr positiv. Durch die Luftströmungen sei ein Luftaustausch in der Stadt gesichert, immer wieder wehe Frischluft aus den Wäldern belastete Luft aus der Stadt hinaus. Nicht zuletzt deshalb sehe das Forsteinrichtungswerk für die nächsten zehn Jahre vor, dass mehr Holz im Stadtwald nachwächst als geerntet wird.

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