Premiere im Comoedienhaus

Proben laufen: Traumtheater Hanau zieht es zurück auf die Bühne

Dramtische Rückblende: Pfarrer Moore (Mark Brauneis) versucht, die krampfende Emiy Rose (Denis Stichel) zu beruhigen.
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Dramtische Rückblende: Pfarrer Moore (Mark Brauneis) versucht, die krampfende Emiy Rose (Denis Stichel) zu beruhigen.

Hanau – „Wir werden spielen“, sagt Mark Brauneis, Vorsitzender des Hanauer Traumtheaters und Mitglied im 16-köpfigen Ensemble, fast trotzig. Entsprechend laufend die Proben für das Drama „Der Exorzismus der Emily Rose“ auf Hochtouren. Schon am 9. Oktober soll Premiere im Wilhelmsbader Comoedienhaus sein. Am 10. Oktober wird es eine weitere Vorstellung geben, der Vorverkauf über die Internetseite des Comoedienhauses läuft.

Das Traumtheater werde auftreten, versichert Brauneis. Egal ob vor 100 Gästen im Comoedienhaus oder auch nur vor 50, wenn die derzeitige Regelung auch noch zur Zeit der Aufführung Geltung hat. Klar, immer könne man das nicht machen, sagt Brauneis, alleine der Kosten wegen. Doch Dank der letzten Produktion „Ein Fisch namens Wanda“ habe das Traumtheater einen kleinen Überschuss erwirtschaftet, mit dem man jetzt die fehlenden Eintrittsgelder aufgefangen könne. Die Komödie war ein großer Erfolg, eine Wiederaufnahme fürs Frühjahr bereits fest eingeplant, doch dann kam Corona und machte allen Theatermachern zunächst einen dicken Strich durch die Rechnung.

Doch garnichts zu tun und abwarten, bis sich die Verhältnisse zum Besseren wenden, ist nicht die Sache des Hanauer Traumtheaters. Sowohl die Schauspieler drängt es auf die Bühne als auch die Zuschauer, da ist sich das Ensemble sicher, wieder zu kulturellen Angeboten.

Mit dem Drama „Der Exorzismus der Emily Rose“ glaubt das Hanauer Traumtheater, ein spannendes Stück auf die Bühne zu bringen, das auch den Schutzbestimmungen in Corona-Zeiten gerecht wird, sowohl vor der Bühne – das Hygienekonzept des Traumtheaters für die Aufführungen im Comoedienhaus wurde bereits für sehr gut befunden, unter anderem wird auf Catering und Getränkeverkauf verzichtet – als auch hinter der Bühne. Immer mit Maske, immer unter Berücksichtigung des verordneten Mindestabstands wird geschauspielert. Der lässt sich beim aktuellen Stück ganz gut einhalten. Denn „Der Exorzismus der Emily Rose“ wird als eine Art Gerichtsdrama inszeniert, die Bühne ist in erster Linie ein Gerichtssaal mit festen Plätzen. Da kommt sich niemand zu nahe.

Auch darauf wird bereits bei den Proben in einem geräumigen Studio in Erlensee geachtet, wo derzeit zweimal wöchentlich an der Inszenierung geschliffen wird. „Wir haben uns dem Thema mit größtem Respekt genähert,“ sagt Mark Brauneis. Zumal mit Anneliese Michel, die 1976 wohl auch an den Folgen eines mehrfach im nahen Franken ausgeübten Exorzismus verstorben ist, eine reale Vorlage für den Filmstoff bestanden habe.

Zu statisch wird die Inszenierung im Gerichtssaal dennoch sicher nicht. Denn mit entsprechendem Licht wird das Zentrum des Gerichtssaals zum Schauplatz von Rückblenden, in denen wesentliche Erlebnisse der Emily Rose, bereits bei den Proben markant gespielt von Denise Stichel, gezeichnet werden. Mark Brauneis gibt den angeklagten Pfarrer Richard Moore, Selina Goetz schlüpft in die Rolle von dessen Verteidigerin Erin Bruner, die mit dem Staatsanwalt und Ankläger um eine brüchige Wahrheit ringt.

War der Exorzismus wesentlicher Grund für den Tod von Emily Rose, oder ein Anfallsleiden? „Wir wollen, dass sich der Zuschauer darüber eine eigene Meinung bildet“, sagt Regisseur Mark Brauneis. Weder sei es ein Plädoyer für Übersinnlichkeit, noch werde der Wissenschaftlichkeit das Wort geredet. Und wie Jenny Weiss als Richterin letztendlich urteilen wird, das verrät das Hanauer Traumtheater erst bei der Premiere am 9. Oktober.  

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