Großes öffentliches Interesse erwartet

Prozess um KZ-Wächter: Termin steht fest

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Hanau - Seit heute steht fest, wann der Prozess gegen den 93-jährigen KZ-Wachmann vor dem Landgericht in Hanau beginnt. Die Anklage lautet: Beihilfe zum Mord in 300.000 Fällen. Aufgrund des großen öffentlichen Interesses muss der Prozess aus Platzmangel im Congress Park stattfinden.

Ab dem 13. April muss sich der ehemalige KZ-Wachmann Ernst T. seiner Vergangenheit stellen, denn dann beginnt der Prozess gegen den Ausschwitz-Wächter vor dem Hanauer Landgericht. Das Verfahren gegen den 93-Jährigen findet aus Platzgründen nicht in den üblichen Sälen des Landgerichts statt, sondern im Congress Park Hanau, wie das Gericht heute mitteilte. Bis zum 3. August sind 25 Fortsetzungstermine geplant. Für die Öffentlichkeit sind 240 Zuschauerplätze vorgesehen, für die Medien stehen 80 Plätze zur Verfügung.

Ernst T. aus dem Raum Hanau wird Beihilfe zum Mord in 300.000 Fällen zur Last gelegt. Ihm wird vorgeworfen, in der Zeit vom 1. November 1942 bis zum 25. Juni 1943 als Mitglied des SS-Totenkopfsturmbannes des Konzentrationslagers Auschwitz Wachdienst verrichtet zu haben. In diesem Zeitraum soll er an der organisatorischen Abwicklung von drei Transporten mit aus Berlin, Drancy (Frankreich) und Westerbork (Niederlande) deportierten Menschen mitgewirkt haben. Von den Deportierten sollen mindestens 1075 Personen unmittelbar nach der Ankunft in Auschwitz in den Gaskammern grausam und heimtückisch getötet worden sein. Das Verfahren in Hanau beschäftigt die Jugendkammer, weil der Angeklagte zur Tatzeit erst 19 und 20 Jahre alt war. Bislang sind fünf Angehörige der in Auschwitz Getöteten als Nebenkläger zugelassen worden (dpa)

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