Kaiserwetter zur 38. Auflage

Rochusmarkt: Querschnitt des Großauheimer Lebens

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Flaniermeile Rochusmarkt: Bei angenehmen Temperaturen war der Andrang groß.

Großauheim - Bessere äußere Bedingungen hätte es für den 38. Großauheimer Rochusmarkt wohl kaum geben können.

Angenehme spätsommerliche Temperaturen und Sonnenschein sorgten am Wochenende dafür, dass die Marktmeile entlang Haupt- und Großkrotzenburger Straße schon an den frühen Nachmittagen dicht bevölkert war. Freilich stand den Besuchern der Sinn angesichts solcher klimatischen Bedingungen nicht unbedingt nach den ausgestellten Winterschuhen oder den Jacken mit warmem Fleecefutter. Doch unverhofft kommt oft, und wie schnell ist wieder Weihnachten. Und: Mal anprobieren schadet ja nicht.

Insofern mag es am Wochenende in Großauheim vielfach auch bei der Kaufoption geblieben sein. Immerhin weiß der Kunde jetzt, wo er was bekommt, wenn es ihn danach verlangt. Ein Grund dafür, warum die Großauheimer Geschäftswelt den für sie durchaus anstrengenden Rochusmarkt mit trägt. Und das auch mit Spaß. Der Rochusmarkt ist nicht Verkauf, er ist einfach so etwas wie Kundenbindung, Kontakt halten, Service anbieten, da sein. Das schätzen auch die Gäste des Marktes, auch wenn die Ablenkung an den beiden Tagen groß ist. Da kann es hoch über die Dächer Großauheims gehen. In den beiden Steigern, die langsam mit ihren Passagieren in die Höhe fahren und eine ganz ungewohnte Perspektive der „Perle am Main“ zu bieten hatten.

Aber die gab es ohnehin auch ebenerdig am Wochenende. Zwischen den Ständern mit Schuhen, Jacken und anderen Textilien, zwischen den Ständen mit Brillen, Schmuck oder schlanken Flaschen mit buntem Inhalt immer wieder Sitzgelegenheiten, die kaum ausreichten. Denn der „Quetschekuche“ war ebenso gefragt wie der Apfelkuchen, und vor den Anbietern derlei Leckereien war kaum noch ein Platz zu ergattern. Wer nicht auf „Quetschekuche to go“ stand, der hatte genug damit zu tun, sich umzuschauen und auf andere Einzelheiten aufmerksam zu werden. Beispielsweise auf Anne Bergers neuen Kalender für das Jahr 20015 mit neuen Großauheimer Motiven. Oder auf das Programm des Großauheimer Fördervereins Kultur, der auch schon wieder in den Startlöchern für die neue Saison steht. Genau wie die Großauheimer Karnevalisten, die bereits für die großen Events der kommenden Kampagne warben.

Tausende beim 37. Rochusmarkt (Archiv)

Tausende beim 37. Rochusmarkt

Der Rochusmarkt, er ist eben mehr als eine Marketingveranstaltung. Er stellt sich dar als Querschnitt des Großauheimer Lebens, und das bringt ein Stück Nähe und Verbundenheit, die sich bei einem guten Schluck Wein, einem frisch gezapften Bier, bei Flammkuchen, Frühlingsrollen oder einer Thüringer Bratwurst durchaus vertiefen lässt. Jedenfalls ist der Großauheimer Gewerbeverein wenig stolz darauf, dass „die Veranstaltung eigenständig organisiert wird und man nicht auf die Teilnahme von Fremdfirmen angewiesen ist.“ Für den Gewerbeverein ein „Qualitätsmerkmal, das den Rochusmarkt weithin einzigartig macht.“

dk

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