Kommunen und Regionalverband ziehen an einem Strang

Radschnellweg über Maintal soll Hanau und Frankfurt verbinden

Hanau - Ein Radschnellweg soll künftig die Städte Hanau, Maintal und Frankfurt verbinden. Von Dirk Iding

Eine entsprechende Absichtserklärung haben gestern die für Verkehrfragen verantwortlichen Dezernenten der Anrainerkommunen sowie die Erste Kreisbeigeordnete des Regionalverbandes Frankfurt Rhein-Main, Birgit Simon (Grüne), in Hanau unterzeichnet. Zunächst soll bis Mitte/Ende 2017 im Rahmen einer Machbarkeitsstudie eine Trassenführung ausgedeutet werden. Dafür stellen alle Beteiligten gemeinsam 50 000 Euro bereit. Nach dem Radschnellweg Frankfurt - Darmstadt, für den bereits eine Machbarkeitsstudie vorliegt, wäre die Route Hanau - Maintal - Frankfurt der zweite Radschnellweg in Hessen. Nach Ansicht von Verkehrsdezernent Andreas Kowol (Grüne), selbst passionierter Radfahrer, ist das Fahrrad „das schnellste Verkehrsmittel innerhalb einer Stadt“. Doch in Zeiten des E-Bikes, des gewachsenen Umweltbewusstseins und des Fitnessgedankens, entdeckten immer mehr Menschen das Rad auch für längere Strecken. Hierfür müsse aber die passende Infrastruktur geschaffen werden.

Auch die Verkehrsdezernenten von Maintal, Ralf Sachtleben (parteilos), und Frankfurt, Stefan Majer (Grüne), sehen in einem „nordmainischen“ Radschnellweg großes Potenzial, um noch mehr Menschen vom Auto auf dieses umweltfreundliche Verkehrsmittel zu locken. Sachtleben erklärte mit Blick auf die vielen Staus in den Hauptverkehrszeiten am Riederwald und auf der Hanauer Landstraße : „Der beste Autofahrer ist der, der in Bus und Bahn oder auf dem Rad sitzt.“ Schon heute nutzten viele Maintaler Bürger das Rad für die Fahrt zur Arbeit nach Frankfurt und Hanau. Mit einem Radschnellweg könnten es noch viel mehr werden. Topographisch sei die Mainebene zwischen Hanau und Frankfurt wie geschaffen fürs Radfahren, war man sich einig. Das Radfahren müsse aber auch durch die entsprechende Infrastruktur gefördert werden. Für einen Radschnellweg bedeutet das in erster Linie, dass er entsprechend breit ist, um auch schnellen Gegenverkehr zuzulassen, und möglichst kreuzungsarm.

Grenzenlos radeln auf der Vennbahn

Eine mögliche Trasse könnte entlang der künftigen nordmainischen S-Bahn führen. Doch solange, bis die endlich im nächsten Jahrzehnt gebaut ist, will keine der beteiligten Kommunen und der Regionalverband warten. Deshalb sollen in der nun anstehenden Machbarkeitsstudie auch andere mögliche Trassenverläufe geprüft werden. Denkbar sei auch der Ausbau und die Verbindung bestehender Radwege. Bis spätestens Ende 2017 soll die Entscheidung, wo der neue Radschnellweg verlaufen wird, unter Einbeziehung der Bürger getroffen sein. Und dann wolle man auch unmittelbar in die Realisierung einsteigen, setzen die Anrainerkommunen dabei auch auf kräftige finanzielle Unterstützung seitens des Landes und des Bundes. Eine grundsätzliche Bereitschaft des Hessischen Verkehrsministeriums, ein solches Projekt zu unterstützen, will die Erste Beigeordnete des Regionalverbandes bereits festgestellt haben. „Aber erst muss natürlich ein konkretes Konzept her“, erklärte Birgit Simon.

Rubriklistenbild: © dpa

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