Schatteninseln zum Abkühlen

Reaktionen auf den Klimawandel bei Infoabend

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Angelika Gunkel (links) von der Stadt Hanau und Dr. Heike Hübner vom Landesamt für Umwelt erläuterten die Auswirkungen des Klimawandels.

Großauheim - Der Klimawandel ist da, doch wie gefährlich ist er für die Gesundheit? „Der Klimawandel hat auch mit unserer Gesundheit zu tun, nicht nur mit Starkregen, Hitze und übervollen Flüssen“, sagt Angelika Gunkel von der Stabstelle Nachhaltige Strategien bei der Stadt Hanau. Von Holger Hackendahl 

Bei einer Infoveranstaltung im Rahmen des Stadtteilentwicklungsprozesses Großauheim, zu der Dr. Heike Hübner vom Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie sowie Petra Fuchs vom Deutschen Wetterdienst eingeladen waren, legten die Expertinnen am Donnerstagabend dar, dass der Klimawandel in Hessen in vollem Gange ist.

Auch in Hanau waren heuer Hitze und Trockenheit deutlich mehr zu spüren als in den Sommern zuvor. 16 Hitzetage mit mehr als 30 Grad wurden im August registriert. Die Expertinnen untermauerten, dass von 1880 bis 2018 das Jahresmittel um 1,5 Grad Celsius angestiegen ist. „Je nach Klimamodell steigen die Temperaturen in den kommenden Jahrzehnten um 2,6 bis 5,1 Grad“, erläuterte Hübner, „ein Klima, mit dem unsere Kinder und Enkel zurechtkommen müssen.“

Besonderen Fokus legt die städtische Stabstelle Nachhaltige Strategien auf die gesundheitlichen Auswirkungen. „Wir haben Vorschläge von den Bürgern gesammelt“, so Angelika Gunkel, etwa, dass es in Großauheim mehr schattige Plätze geben sollte. „Wir müssen mehr Bäume pflanzen und Wege anlegen, die auch längere Abschnitte haben, die im Schatten liegen, und dort Bänke aufstellen.“ Ältere Personen gingen sonst bei Hitze gar nicht erst raus. Auch die Schaffung von „Schatteninseln“ etwa mit Sonnensegeln über Spielplätzen werde in Betracht gezogen, ebenso öffentliche Trinkwasserbrunnen. Im Sommer könnten sich frei stehende Bänke auf bis zu 60 Grad Oberflächentemperatur erhitzen, „das macht Hinsetzen unmöglich“, so Gunkel. Unter einem Schatten spendenden Baum seien es nur noch 30 Grad.

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Vor allem ältere Menschen wünschten sich an Hitzetagen mehr Informationen von Gesundheitsamt und Stadt - etwa über UV-Strahlung und Ozonwerte, hat Gunkel festgestellt. Man plane daher, einen Dienst auf der Homepage einzurichten, um ältere Menschen, Schulen und Sportvereine zu informieren. Weitere Maßnahmen, um dem Klimawandel zu meistern, seien ein Mehr an Dach- und Fassadenbegrünung, der Erhalt von Kaltluftschneisen und das Schaffen von Bereichen, in denen man sich abkühlen kann. Mit dem Projekt „Klimafolgenanpassung in Großauheim - Fokus Gesundheit“ im Rahmen des Stadtteilentwicklungsprozesses trage die Stadt den Herausforderungen Rechnung. Die von Bürgern in diesem Zusammenhang geäußerten Ideen sollen in eine Infobroschüre einfließen, erläutert Anja Zeller, Leiterin der Stabstelle Nachhaltige Strategien. Dazu zähle auch, dass auf dem künftigen Rochusplatz (wir berichteten) mehr Bäume gepflanzt werden. „Was noch fehlt, ist Wasser am Rochusplatz. Am besten wäre ein Trinkwasserbrunnen“, sagt Zeller.

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