Magistrat diskutiert über Mega-Projekt

Rechenzentrum auf früherem Kasernenareal?

Großauheim - Unmittelbar nach den Herbstferien könnten die Weichen für eines der letzten großen Konversionsprojekte in Hanau gestellt werden. Es geht um die geplante Ansiedlung eines riesigen Rechenzentrums, das auf dem Gelände der früheren Großauheim-Kaserne entstehen könnte. Von Dirk Iding

Am Montag berät darüber der Magistrat. Bereits am Dienstag, 16. Oktober, ist das Projekt Thema bei einer öffentlichen Sitzung des Struktur- und Umweltausschusses der Stadtverordnetenversammlung, der ab 17 Uhr im Brüder-Grimm-Saal des Congress Parks tagt. Dann wird, eine positive Beschlussfassung des Magistrats vorausgesetzt, wohl offiziell vorgestellt, worüber unsere Zeitung bereits Mitte Juli in Grundzügen berichtete.

Hinter dem Vorhaben steht der Immobilienentwickler P3, der auf dem 38,5 Hektar großen Gelände der Großauheim-Kaserne zunächst einen riesigen Logistikpark ansiedeln wollte. Das aber scheiterte am Veto der Stadt wegen der zu erwartenden hohen Verkehrsbelastung.

Den neuen Plänen von P3, nämlich der Ansiedlung eines gewaltigen Rechenzentrums, das dann an verschiedene Unternehmen, die Bedarf an enormen Serverkapazitäten haben, untervermietet werden würde, stehen die Verantwortlichen im Hanauer Rathaus hingegen offen gegenüber. Nach Informationen unserer Zeitung plant P3 den Bau von insgesamt fünf großen, mehrstöckige Neubauten, in denen die Server untergebracht werden. Ein möglicher Nutzer des neuen Rechenzentrums könnte nach Informationen unserer Zeitung das Unternehmen Amazon sein. Weitere bedeutende Firmen sollen bereits ihr Interesse bekundet haben.

Pioneer-Kaserne: Blick hinter die Zäune

Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) bestätigte, dass das Projekt am Montag Thema im Magistrat sein werde, wollte sich darüber hinaus aber nicht zu Details äußern. Aus Sicht der Stadt macht das Projekt Sinn. Schon lange sucht sie nach einer adäquaten Nutzung des riesigen Kasernenbereichs. Es ist das letzte große Kasernenareal in Hanau, für das bisher noch keine Lösung gefunden wurde. Mit der Ansiedlung eines solchen Rechenzentrums könnten wohl mehr als 200 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Außerdem könnten sich im Umfeld weitere IT-affine Unternehmen niederlassen. Und: Der Strombedarf wäre riesig, er soll doppel so hoch sein wie der von ganz Hanau. Für die Stadtwerke Hanau wäre es eine einmalige Chance, wenn sie den Auftrag zur Stromversorgung bekäme.

Erst vor kurzem hatte das Kraftwerk Staudinger ebenfalls Überlegungen für die Ansiedlung eines Rechenzentrums vorgestellt. Dieses Projekt soll aber unabhängig von dem Vorhaben des Immobilienentwickler P3 sein.

Rubriklistenbild: © dpa

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