ADFC fordert durchgehend Tempo 30 und Fahrradstraße in Heldenbergen

Rechte für Radler – Parkraum für Autos

Aufklärungsarbeit vor Ort: Ronald Holzwarth (links) vom ADFC Ortsgruppe Nidderau-Schöneck und Ulrich Klee, Vorsitzender des ADFC Main-Kinzig, unterhalten sich an der Windecker Straße in Heldenbergen mit einem Bürger über die Verkehrssituation. Ab der ehemaligen Volksbank-Filiale gilt Tempo 30. Die ADFC-Vertreter fordern, Tempo 30 durchgehend von Windecken her einzuführen. Noch besser fänden sie es, eine Fahrradstraße einzurichten. So würden Fahrräder gegenüber Autos vorrangig behandelt. Die Parkplätze könnten aber erhalten bleiben.
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Aufklärungsarbeit vor Ort: Ronald Holzwarth (links) vom ADFC Ortsgruppe Nidderau-Schöneck und Ulrich Klee, Vorsitzender des ADFC Main-Kinzig, unterhalten sich an der Windecker Straße in Heldenbergen mit einem Bürger über die Verkehrssituation. Ab der ehemaligen Volksbank-Filiale gilt Tempo 30. Die ADFC-Vertreter fordern, Tempo 30 durchgehend von Windecken her einzuführen. Noch besser fänden sie es, eine Fahrradstraße einzurichten. So würden Fahrräder gegenüber Autos vorrangig behandelt. Die Parkplätze könnten aber erhalten bleiben.

Nidderau – Das derzeit in den städtischen Gremien diskutierte Radwegekonzept hat zahlreiche Reaktionen hervorgerufen. Vor allem Anwohner und Gewerbetreibende an der Ortsdurchfahrt Heldenbergen fürchten den Verlust von Parkplätzen. An der Konrad-Adenauer-Allee entlang der Neuen Mitte wurden bereits Radschutzstreifen eingerichtet, um die breite Fahrbahn der ehemaligen Bundesstraße 45 neu aufzuteilen.

Nun meldet sich auch der ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club) zu Wort. Ronald Holzwarth von der Ortsgruppe Nidderau-Schöneck und Ulrich Klee, Vorsitzender des ADFC Main-Kinzig, wünschen sich mutigere Entscheidungen für eine fahrradfreundlichere Stadt. Mit einer Demo am morgigen Sonntag soll dieser Forderung Nachdruck verliehen werden.

„Nidderau hat mit der neuen Umgehungsstraße die Chance, die Stadt attraktiver zu machen und den innerstädtischen, kleinflächigen Einzelhandel zu stärken“, erläutern die ADFC-Vertreter bei einem Treffen mit einem Reporter unserer Zeitung. „Dazu ist es wichtig, die Straßen so zu gestalten, dass sich Fahrradfahrende sicher fühlen.“ Gemeinsam wollen Holzwarth und Klee an diesem Vormittag von der Willi-Salzmann-Halle durch die Neue Mitte bis zur Büdinger Straße in Heldenbergen radeln, um ihre Vorschläge für ein Radwegekonzept zu erläutern.

„Ein wichtiger erster Schritt ist, dass auf der alten Bundesstraße durchgängig Tempo 30 eingeführt wird“, fordert Holzwarth. Er bemängelt zudem, dass die Ortsteile noch nicht gut vernetzt sind. „Ein positives Beispiel, wie so etwas aussehen könnte, zeigt die erstklassige Radverbindung von Heldenbergen nach Eichen“, so der Heldenbergener. Auch die neue Verbindung nach Erbstadt lobt er. Von Eichen nach Ostheim und weiter nach Windecken bestehe jedoch noch Handlungsbedarf. Entlang dieser Strecke soll auch der Demozug am morgigen Sonntag für Aufmerksamkeit sorgen (siehe Infokasten).

„Ein weiteres Thema ist die Kindermobilität“, so Holzwarth. „Die schmalen Gehwege in Nidderau werden durch legales und illegales Bürgersteigparken soweit verengt, dass Kinder dort kaum noch radeln können. Würden die Autos auf der Straße parken, würden sie zugleich für eine Verkehrsberuhigung sorgen.“

Dies gelte vor allem für die Windecker und Friedberger Straße in Heldenbergen. „Dieser Abschnitt ist geradezu prädestiniert für eine Fahrradstraße“, meinen Klee und Holzwarth. „Fahrradfahrer wären hier Kraftfahrzeugen rechtlich übergeordnet und dürften die gesamte Fahrbahnbreite nutzen, also zum Beispiel auch nebeneinander fahren. Anwohner und Geschäftskunden könnten weiter auf der Straße parken – aber nicht auf dem Gehweg. Für den Durchgangsverkehr würde die Straße unattraktiv.“

Generell sollten überall dort, wo Tempo 30 gilt, Abbiegespuren aufgelöst werden zugunsten von Radfahrstreifen, so Holzwarth. Etwa am Schwimmbad oder am Abzweig Gehrener Ring. Der nachfolgende Verkehr müsste dann eben warten. Auch wenn es in Deutschland nicht vorgesehen sei, sollten die Schutzstreifen auch in den Kreiseln auf der Konrad-Adenauer-Allee durchgezogen sein und nicht abrupt davor enden.

Einen besonderen Vorschlag hat Holzwarth für die Engstelle am Viadukt an der Willi-Salzmann-Halle. „Für Autos sollte nur ein Fahrstreifen in der Unterführung zur Verfügung stehen. Den Verkehr könnte man wechselseitig über eine Ampel regeln. So hätte man Platz gewonnen, um die Schutzstreifen für Radfahrer in beiden Fahrtrichtungen durchzuziehen.“

Von Jan-otto Weber

Engstelle am Viadukt an der Willi-Salzmann-Halle: Die ADFC-Vertreter Ronald Holzwarth (links) und Ulrich Klee können sich vorstellen, den Autoverkehr über eine Ampel einspurig zu regeln, um Platz für Fahrradstreifen zu schaffen. Die Duldung der Radfahrer auf dem Gehweg entlang der Konrad-Adenauer-Allee ist für sie lediglich für unsichere Radfahrer und Kinder geeignet. Denn hier kommen sich Radler mit Senioren, Schülern, Eltern mit Kinderwagen und anderen Fußgängern in die Quere.

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