Jährlich rund 5 000 Kubikmeter Holz

Regen erschwert die Holzernte im Stadtwald

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Im Hanauer Stadtwald läuft die Holzernte, die allerdings vom ständigen Regen behindert wird. Das Forstamt hanau-Wolfgang bittet um Verständnis, wenn Waldwege gesperrt werden müssen.

Hanau - Der nasse Winter erschwert die Holzernte auch im Hanauer Stadtwald. Von Dieter Kögel 

Forstamtsleiter Christian Schaefer und Revierförster Olaf Gold hatten den Großauheimer Ortsbeirat deshalb gestern zum Ortstermin in den Wald zwischen Wolfgang und Rodenbach gebeten, um den Ablauf der Holzernte zu erläutern und um Verständnis zu bitten für die Beeinträchtigungen, die mit den Arbeiten auch für jene einhergehen, die den Wald als Erholungsraum nutzen. Denn Waldbesucher stehen zur Zeit auch auf vielen befestigten Waldwegen im Schlamm, der von den schweren Fahrzeugen hauptsächlich beim Stapeln der gefällten Stämme an den Wegesrändern verursacht wird. Unangenehm, geben auch die Forstleute unumwunden zu. Aber leider auch nicht zu ändern. Denn der Wald sei schließlich auch Wirtschaftsgut, das dem Eigentümer, in diesem Fall der Stadt Hanau, etwas einbringen solle.

Die vom Regen aufgeweichten Waldwege leiden unter dem schweren Gerät, das bei der Holzernte zum Einsatz kommt. Doch alle Schäden würden auch wieder behoben, versichert das Forstamt.

Von Oktober bis März dauert die Holzernte in der Regel. Forstamtsleiter Christian Schaefer und der zuständige Revierförster Olaf Gold rechnen in diesem Jahr allerdings damit, dass sich die Arbeiten bis in den April ziehen können. Schuld daran ist die ungünstige Witterung. Denn wenn der Boden vom Regen zu sehr durchgeweicht sei, müssten auch die Arbeiten zuweilen unterbrochen werden, um allzugroße Schäden durch die Maschinen, die die gefällten Stämme aus den Abteilungen bergen und auf den Rückeschneisen zu den Wegen schleppen, zu vermeiden. Das sei in dieser Saison schon mehrfach vorgekommen, berichteten die Forstleute den Vertretern des Ortsbeirates und dem Hanauer Stadtrat Thomas Morlock (FDP) beim Ortstermin.

Was bedeutet, dass auch die Erholungssuchenden etwas mehr Geduld aufbringen müssten, bis sie den Wald wieder ohne Beeinträchtigungen nutzen können. Ein Zustand, den Revierförster Olaf Gold auch für die Zukunft prognostiziert. Denn die Ergebnisse seiner langjährigen Wetterbeobachtungen zeigen eine eindeutige Tendenz. Im Schnitt seien im Hanauer Stadtwald von November bis Januar 128 Liter Regen nieder gegangen. In dieser Saison mit ihren „70 Prozent Regentagen“ seien es bereits 226 Liter gewesen. Vor diesem Hintergrund wundert sich der Forstexperte, dass der Hanauer Stadtwald bei den jüngsten Sturmereignissen von größeren Schäden verschont geblieben sei, denn schließlich bietet der vollkommen durchnässte Waldboden auch den Wurzeln der Bäume weniger Halt.

Die Emanzipation des Wurzelgemüses

Was den Spaziergängern im Wald auch immer wieder auffalle und mitunter zu Protesten führe, sei die große Menge des an den Wegrändern gestapelten Holzes, sagt Forstamtsleiter Schaefer. Doch die Kritik an einem angeblichen Kahlschlag sei alles andere als berechtigt. Aus dem 1300 Hektar großen Hanauer Stadtwald würden jährlich etwa 5 000 Kubikmeter Holz entnommen. Weitaus weniger als das, was jährlich nachwachse. Geerntet würden quasi nur „die Zinseszinsen“ des Holzwachstums.

Dazu kämen Flächen, die aus Naturschutzgründen ganz aus der Bewirtschaftung herausgenommen worden seien. Die Waldnutzung sei durch das Prinzip der Nachhaltigkeit geprägt. Und dazu gehört es auch, innerhalb der Bestände für Nachwuchs zu sorgen. Auf neun verschiedenen Lichtungen im Stadtwald zwischen Wolfgang und Rodenbach werden in diesem Jahr neue Schonungen angelegt, bepflanzt mit jungen Kiefern, die sowohl der Witterung, als auch dem Maikäfer trotzen sollen, der den Forstleuten besondere Sorgen bereitet. „Wir müssen im Flugjahr pflanzen.“ Dann nämlich sind die Chancen groß, dass die Jungpflanzen die im Jahr darauf folgenden Fressattacken der Larven besser überstehen.

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