Zieht auch Familienzentrum um?

Robinsonschule: 80 Kindern steht Umzug bevor

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Die Robinsonschule an der Parkstraße in Wolfgang soll verlegt werden und einen Trakt in der Elisabeth-Schmitz-Schule bekommen. Denn während die Grundschule mehr Platz braucht, stehen im Förderschulzentrum Räume leer. 

Wolfgang - Der Robinsonschule im Stadtteil Wolfgang steht ein Umzug bevor. Voraussichtlich bereits zum kommenden Schuljahr soll die Grundschule aus dem Ortskern in die Elisabeth-Schmitz-Schule auf dem Areal der früheren Old Argonner Kaserne verlagert werden. Von Christian Spindler 

Am Donnerstag sollen die Eltern der 80 Robinson-Grundschüler offiziell das erfahren, was seit längerem zunächst intern im Gespräch war, erstmals im November beim „Runden Tisch“ in Wolfgang als Überlegung öffentlich wurde und nun fest steht: Die Robinsonschule soll von der Parkstraße in den Luftlinie 500 Meter entfernten Komplex der Elisabeth-Schmitz-Schule auf dem Gelände der früheren Old-Argonner-Kaserne umziehen. Stadtrat Axel Weiss-Thiel (SPD) bestätigte die Informationen unserer Zeitung.

Wolfgang ist der Boom-Stadtteil in Hanau. Auf ehemaligen Kasernen-Arealen sind große Wohngebiete entstanden, weitere werden folgen. Die Robinson-Grundschule reicht für den Zuzug nicht mehr aus. Derzeit gibt es dort für jede der vier Jahrgangsstufen eine Klasse. Bereits zum kommenden Schuljahr könnte die Grundschule zumindest zwei Eingangsklassen bekommen, sagt die kommissarische Schulleiterin Anne-Dorothea Stübing: „Die Schülerzahlen machen das deutlich.“ Und die Grundschule wird weiter wachsen, der Schulentwicklungsplan prognostiziert je zwei Klassen pro Jahrgang. Am jetzigen Standort habe die Grundschule „keine Entwicklungsperspektive“, meint Stübing. Ausbaupläne wurden geprüft, seien aber vom Platz her kaum zu realisieren, heißt es - und finanziell gesehen in Zeiten von Sparpaketen erst recht nicht.

Viel Platz in der Elisabeth-Schmitz-Schule

Andererseits sind in der Elisabeth-Schmitz-Schule Räume frei - „mindestens fünf zum neuen Schuljahr“, so Schuldezernent Weiss-Thiel. Dies würde für den Anfang reichen, sagt die kommissarische Schulleiterin. Künftig wird es sogar noch mehr Platz geben. Denn die Elisabeth-Schmitz-Schule, an der lernschwache Förderschüler unterrichtet werden, hat immer weniger Neuzugänge. Hintergrund sind Inklusionsklassen, bei denen Förderschüler mit anderen Grundschulkindern gemeinsam unterrichtet werden, wie etwa an der Sophie-Scholl-Schule. Das will man ausbauen. Entsprechend wird der Zulauf zur Elisabeth-Schmitz-Schule auch künftig geringer. Das Förderschulzentrum, das mit Kauf und Umbau 13 Millionen Euro gekostet hat, wurde erst vor gut zwei Jahren in der früheren US-Schule eröffnet. Stadtrat Weiss-Thiel: „Es ist nicht sinnvoll, dort hochwertige Räume leer stehen zu lassen.“

Derzeit sind sie noch von Mädchen und Jungen der Kindertagsstätte Wolfgang als Ausweichquartier belegt. Im Sommer sollen Sanierung und Erweiterung der Kita an der Friedrich-Fröbel-Straße fertig sein, dann gehen die Kinder wieder dorthin und die Robinsonschule könnte zum neuen Schuljahr in die Elisabeth-Schmitz-Schule umziehen. „Eventuell wird es aber auch Herbst“, schränkt der Dezernent ein. In jedem Fall soll die Grundschule eigenständig bleiben und im neuen Domizil einen separaten Trakt bekommen, so Weiss-Thiel. „Und auch ein eigenes Namenschild am Gebäude“, ergänzt Stübing. Mensa und Turnhalle sollen indes gemeinsam mit der Förderschule genutzt werden.

Schulanfänger 2013 in Hanau

Schulanfänger 2013 in Hanau

Dass sich für etliche Grundschüler der Schulweg ändern wird, sieht der Stadtrat als unproblematisch an, zumal es vom Bahnhof Wolfgang eine Unterführung (Weiss-Thiel: „Die könnte man noch besser gestalten.“) unter der viel befahrenen Aschaffenburger Straße gibt. „Wir halten den Umzug der Robinsonschule für eine gute Lösung“, sagt der Dezernent, zumal sich der Wohnschwerpunkt im Stadtteil auch in diese Richtung verlagert hat. Nach Informationen unserer Zeitung soll in die jetzige Robinsonschule das städtische Familien- und Jugenzentrum Wolfgang einziehen. Dessen großes Grundstück und das Gebäude an der Lehrhöfer Straße könnten verkauft werden. Weiss-Thiel bestätigt, dass es diese Option gibt. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen. Darüber und auch über die Zukunft der Turnhalle an der Robinsonschule müssten erst noch Gespräche geführt werden. Weiss-Thiel: „Das ist ja alles noch sehr frisch.“

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