Kunst

Rock aus Meisenknödel-Resten: „Kunst im Park“ in Steinheim lockt zahlreiche Besucher an

„Die Freude der Vögel am gefundenen Fressen“ nennt Dagmar Horch (Bildmitte) ihre Installation, die zu den rund 100 ausgestellten Kunstwerken im Steinheimer Schlossgarten gehörte.
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„Die Freude der Vögel am gefundenen Fressen“ nennt Dagmar Horch (Bildmitte) ihre Installation, die zu den rund 100 ausgestellten Kunstwerken im Steinheimer Schlossgarten gehörte.

Steinheim – Aus unzähligen gelben Netzen von Meisenknödeln hat die Rembrücker Künstlerin Dagmar Horch einen wallenden Rock geschaffen. Er hängt an einem stilisierten Torso über dem ein Frauenkopf förmlich schwebt, geschmückt mit Hut und weißen Blumen.

„Die Freude der Vögel am gefundenen Fressen“ nennt die Künstlerin ihre Installation. Diese war eines von rund 100 Werken, die am Wochenende im Steinheimer Schlossgarten bei der Veranstaltung „Kunst im Park“ unter freiem Himmel ausgestellt waren. Die Open-Air-Veranstaltung verband trefflich Kunstgenuss und einen Spaziergang im Grünen.

Und die neunte Auflage von „Kunst im Park“ war gut besucht. „Ich freue mich, dass das Projekt mittlerweile akzeptiert wird“, so der Steinheimer Künstler Hugo Pimentel, der seit 2012 alljährlich im September das Event organisiert und Künstler sowie Werke auswählt. Der kubanische Künstler, der gleich nebenan am Maintor sein Atelier hat, war im Schlossgarten mit mehreren, meist großformatigen Werke vertreten.

Beim Rundgang, der wegen der Corona-Beschränkungen als Einbahnstraße ausgeschildert war, konnten die Besucher auch mit den Künstlern ins Gespräch kommen. „Für alle, die nicht so gerne in Ausstellungsräume gehen, ist das eine tolle Möglichkeit, Kunst open-air wahrzunehmen“, sagt Pimentel. 18 Künstlerinnen und Künstler aus dem Raum Hanau, Offenbach und Seligenstadt im Alter von 17 bis über 70 Jahren präsentierten neben Gemälden auch Installationen und Skulpturen aus Holz, Metall oder Speckstein.

Im Gegensatz zum Vorjahr als das Kunstevent unter Regen litt, schien diesmal an beiden Tagen sogar die Sonne.

Mit ihren farbenfrohen Motiven zog auch die 17-jährige Johanna Basilico viele Blicke auf ihre Werke. In Acryl widmet sich die jüngste Künstlerin der Veranstaltung Porträts, aber auch Teilen des Gesichts wie Mund und Auge. „Mein Lieblingsmotiv ist das Auge“, sagte die Karl-Rehbein-Schülerin aus dem Kunstleistungskurs.

Auch Kunststudentin Laura Hofmann aus Steinheim, seit Beginn der Reihe dabei, präsentierte sich wieder mit Zeichnungen und Digitalfotos. Speckstein-Künstlerin Ruth Langer stellte derweil auf der Altstadtmauer sehenswerten Werke aus und bot an beiden Tagen auch Workshops an. Hingucker waren zudem die Plastiken des Aktionskünstlers Klaus-Jürgen Guth.

600 leer gefressene Meisenknödel-Säckchen hat Dagmar Horch übrigens für ihr besonders Werk gewaschen und in Form gebracht. „Die weißen Papierblumen habe ich dann aus Pergament-Papier gefaltet und den Kranz auf dem Kopf aus Weinreben und Blauregen geflochten“, erklärte sie. . Ihre, aber auch die Werke der anderen Künstler waren auf Wiesen, Bruchsteinmauern und unter alten Bäumen weiträumig drapiert - Abstand halten also kein Problem.

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