Rückkehr zum Bühnengefühl: Hochemotionaler Open-Stage-Abend der Brüder-Grimm-Festspiele im Amphitheater

Open-Stage im Aphitheater Hanau
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Beim „Open Stage“-Abend der Brüder-Grimm-Festspiele Hanau stand zum Schluss das gesamte Ensemble auf der Bühne.

Nachdem die Brüder-Grimm-Festspiele wegen der Corona-Pandemie abgesagt wurden, freuten sich die Darsteller endlich wieder vor Publikum spielen zu dürfen.

Hanau – Bis auf den letzten der im Moment zugelassenen 250 Plätze war das Amphitheater zur diesjährigen „Open Stage“ der Brüder- Grimm-Festspiele am Samstag ausverkauft. Aus allen Ecken Deutschlands wie auch Österreich waren die Darsteller angereist, um mit einem facettenreichen und kunterbunten Programm Freunden, Förderern und Partnern der Festspiele wie auch der Stadt Hanau und den Festspielbesuchern, von denen viele auf Rückerstattung ihrer Tickets verzichtet hatten, für ihre Unterstützung zu danken.

Nachdem alle geplanten Aufführungen wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden mussten, konnte man so den Beteiligten umfangreiche Entschädigungszahlungen zukommen lassen. Für alle, die keine Eintrittskarte mehr für das Event bekommen hatten oder sich das Ganze lieber online ins Wohnzimmer holen wollten, wurde der Abend wieder als Livestream im Rahmen des „HanauDaheim Online-Festivals“ im Internet übertragen.

Dank an Sponsoren und Förderer der Festspiele

Ihren Dank an die zahlreichen Festspiel-Sponsoren, Förderer und Zuschauer brachten auch Oberbürgermeister Claus Kaminsky und Intendant Frank-Lorenz Engel in ihrer Begrüßung zum Ausdruck. „Märchen gehen immer gut aus. Wir geben die Hoffnung nicht auf“, ergänzte der Oberbürgermeister und rief zu Zusammenhalt und Solidarität auf, um im Mai 2021 die Premiere von „Das tapfere Schneiderlein“ feiern zu können. Das für dieses Jahr geplante Programm der Brüder Grimm-Festspiele wird auf das kommende Jahr verschoben, denn in der nächsten Zeit bestimmen Abstands- und Hygieneregeln weiterhin auch den kulturellen Alltag.

„Wir freuen uns, endlich mal wieder auf der Bühne stehen zu dürfen. Das ist die Urenergie, die wir so dringend nötig haben. Kultur ist die Seele der Gesellschaft“, sagte Intendant Engel in seinen Dankesworten.

25 unterschiedliche Programmpunkte wurden geboten

„Das lang vermisste Gefühl“ auf der Bühne vor einem Publikum zu stehen, beschrieben dann ebenfalls einige der vielen Darsteller, die 25 ganz unterschiedliche Programmpunkte vorbereitet hatten und hier ihre besonderen Talente jenseits ihrer Festspiel-Rollen präsentierten. Von Rezitationen, über Sketche, Pop- und Musicalsongs, Chansons und Akkordeonspiel bis zu Mini-Inszenierungen reichte das Spektrum der Inszenierungen. Claudia Brunnert moderierte auch dieses Mal mit liebevollem Durchsetzungsvermögen und charmantem Humor und der musikalische Leiter Philipp Gras begleitete verschiedene Beiträge mit seiner Band, die auch „solo“ mit zwei Stücken gut ankam.

Das Publikum im unter Corona-Bedingungen ausverkauften Amphitheater kam auf seine Kosten.

Viel Spaß hatte das Publikum unter anderem mit der ironischen Darstellung von „Theater in Zeiten von Corona“ und „Chaos im Märchenreich“, in der Dieter Gring, Claudia Brunnert, Benedikt Selzner und Katja Straub bei eigentlich dramatischen Kuss- und Abschiedsszenen, zum Beispiel bei „Romeo und Julia“ mit Masken und Abstandsregeln kämpften oder im Märchen in der (Corona-) Fluch-Hotline in Form eines Spiegels festhingen.

Gedenken an verstorbene Mitglieder der Brüder-Grimm-Festpiel-Familie

Barbara Krabbe gefiel, begleitet am Akkordeon von Vassily Dück mit ihrer Version von Charles Aznavours „Du lässt dich gehn“ und Edith Piafs „Je ne regrette rien“. „Kaffee ist Kaffee ist Kaffee – eine Theaterprobe“, hieß es in der Rezitation von Christopher Krieg nach einem Text von Ernst Stankowski. Gebannt und begleitet von etlichen Lachern verfolgten die Gäste seinen Auftritt. Ein weiterer Garant für Spaß und Gelächter sind die inzwischen schon traditionellen Auftritte von Detlev Nyga mit Patrick Dollmann. Sie hatten sich dieses Jahr Sketche von Loriot und Dieter Hallervorden vorgenommen. Emotional war neben den Gesangsnummern der Musical-Darsteller Kevin Arand, Florian Sigmund, Carolina Walker und Dorothea Müller auch das Gedenken an die verstorbenen Mitglieder der Brüder-Grimm-Festpiel-Familie Dieter Stegmann und Ron Holzschuh.

„Kabale und Liebe“ in Corona-Zeiten: Benedikt Selzner und Katja Straub, Claudia Brunnert im Hintergrund.

Last but not least sorgte das große Finale mit dem ganzen Ensemble, das „There’s a place for us“ aus Bernsteins „Westside Story“ anstimmte, für echtes Gänsehaut-Feeling im illuminierten nächtlichen Amphitheater.

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