„Runder Tisch der Religionen“

Gemeinsamer Wertekodex vereinbart

Vertreter christlicher, muslimischer und jüdischer Religionsgemeinschaften trafen sich zur ersten Sitzung des „Runden Tisches der Religionen“ in Hanau. Dabei einigten sie sich auf einen gemeinsamen Wertekodex für die Arbeit des Gremiums, das künftig mindestens zweimal im Jahr an wechselnden Orten tagen wird. - Foto: Kögel
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Vertreter christlicher, muslimischer und jüdischer Religionsgemeinschaften trafen sich zur ersten Sitzung des „Runden Tisches der Religionen“ in Hanau. Dabei einigten sie sich auf einen gemeinsamen Wertekodex für die Arbeit des Gremiums, das künftig mindestens zweimal im Jahr an wechselnden Orten tagen wird.

Hanau - Beim ersten Treffen des „Runden Tisches der Religionen“ in Hanau einigten sich Vertreter zahlreicher Religionsgemeinschaften am Dienstag im Sitzungssaal der Hanauer Sparkasse auf einen gemeinsamen Wertekodex. Er soll das künftige Handeln des Gremiums bestimmen. Von Dieter Kögel

Gegenseitige Wertzschätzung, Akzeptanz und Toleranz sind die Grundlagen der Arbeit am Runden Tisch, die Achtung der freien Religionsausübung sowie die Achtung der Andersartigkeit des Gegenüber sind fester Bestandteil der von Vertretern christlicher, muslimischer und jüdischer Gemeinderepräsentanten getroffenen Vereinbarung. Mindestens zwei mal im Jahr will der Runde Tisch der Religionen künftig an wechselnden Versammlungsorten zum informellen Austausch zusammenkommen. Gastgeber des nächsten Treffens ist die muslimische Gemeinde in der Gärtnerstraße.

Der Runde Tisch der Religionen sei nicht „Anlassbezogen“ oder aus einer Situation heraus, die den Dialog erwzinge, ins Leben gerufen worden, erinnerten Stadtverordnetenvorsteherin Beate Funck und Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (beide SPD). Vielmehr sei es die gegenseitige Wertschätzung ebenso wie das Interesse an den anderen Religionsgemeinschaften gewesen, die den Runden Tisch unter städtischer Regie haben entstehen lassen. Neben allen Unterschieden seien es vor allem „die Gemeinsamkeiten, die das Zusammenleben in der Stadt gut befördern“ könnten, so Kaminsky. Der Runde Tisch der Religionen sei ein „guter Beitrag für das friedliche Miteinander in dieser Stadt.“

Ein positives Zeichen

Das sehen alle Beteiligten genauso. Vor allem, dass man die Kollegen anderer Religionsgemeinschaften besser kennenlerne, wurde von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern herausgestellt. Für Behül Ylmaz vom muslimischen Arbeitskreis bietet der Runde Tisch dazu eine „sehr gute Möglichkeit.“ Ohne den Runden Tisch wären ihm auch jetzt noch viele der Gesichter unbekannt, sagte er.

Für Abdurrahem Kutnucan vom islamischen Verein ist der Runde Tisch der Religionen ein äußerst positives Zeichen dafür, „dass die Stadt die vertretenen Religionen wahrnimmt.“ Keine Selbstverständlichkeit, wie der Vorsitzende des Vereins sagte. Rundum wurde in dem Gremium die Chance zum sinnvollen Dialog gesehen, der sich nicht alleine auf die Religion bezieht.

Worte mit Gewicht

„Wir repräsentieren in diesem Kreis auch Kulturen,“ merkte Thorben W. Telder, Pfarrer der Wallonisch-Niederländischen Gemeinde, an. Unterschiedliche Kulturen, für die am Runden Tisch das Verständnis vertieft werden könne. Denn die Bereicherung durch die unterschiedlichen Kulturen und Religionen in der Hanauer Stadtgesellschaft werde von den Menschen zu oft auch als Irritation oder Verunsicherung erlebt, räumte Claudia Brinkmann-Weiß, Dekanin der Evangelischen Kirche in Hanau, ein. Auch in diesem Zusammenhang könne der Runde Tisch dazu beitragen, Vorurteile abzubauen. Denn am Runden Tisch kommt laut Oberbürgermeister Claus Kaminsky „viel religöse und gesellschaftliche Autorität“ zusammen, sein „Wort hat Gewicht.“

„Es sind die ersten Schritte,“ so Kaminsky zu der noch jungen Institution, von der er sich auf Dauer einen „hohen Mehrwert für das Miteinander“ in der Stadt verspricht.

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