Nach drei Jahren

Sanierung abgeschlossen: Forstamt Wolfgang zieht zurück ins Jagdschlösschen

Fast drei Jahre dauerten die Sanierungsarbeiten am ehemaligen Jagdschlösschen im Wolfgänger Wald. Es ist der Sitz des Forstamtes Hanau-Wolfgang.
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Fast drei Jahre dauerten die Sanierungsarbeiten am ehemaligen Jagdschlösschen im Wolfgänger Wald. Es ist der Sitz des Forstamtes Hanau-Wolfgang.

Am Donnerstag (26. November) ist es endlich soweit: Die Belegschaft des Forstamtes Hanau-Wolfgang zieht zurück in ihr „Schmuckkästchen“, das von Grund auf sanierte und renovierte Forsthaus, das ehemalige Jagdschlösschen im Wolfgänger Wald unweit der Ruinen des Kloster Wolfgangs.

Drei Jahre dauerten die Arbeiten an dem historischen Gebäude. Für diese Zeit musste das Forstamt seinen Dienstsitz zum ehemaligen Fliegerhorst Erlensee verlegen. Nun darf die Belegschaft wieder zurück in das ehemalige Jagdschlösschen mit mehr als 300-jähriger Geschichte - sicherlich einer der schönsten Arbeitsplätze in der Brüder-Grimm-Stadt.

„Wir freuen uns darauf, in diesem Schmuckkästchen arbeiten zu dürfen“, zeigt sich Forstamtsleiter Lutz Hofheinz begeistert von dem neuen Zustand des Gebäudes. „Es standen zwischendurch ja praktisch nur noch die Grundmauern.“

Forstamt Hanau-Wolfgang seit 150 Jahren im Jagdschlösschen

Das Jagdschlösschen, in dem das Forstamt bereit seit 150 Jahren untergebracht ist, wurde in den letzten knapp drei Jahren kernsaniert. Historische Fenster, die hinter der Fassade verschwunden waren, wurden wieder sichtbar gemacht. Und auch in den restlichen Räumen wurde der denkmalgerechte Zustand wiederhergestellt.

„Bei den Sanierungsarbeiten gab es doch etliche Überraschungen“, weiß Büroleiter Reinhold Stadtmüller, der das Bauprojekt von Seiten des Forstamts maßgeblich betreut hat. „Es gab fast durchgefaulte Stützbalken und sogar einen bislang unbekannten zugeschütteten Keller.“ Eine „Leiche im Keller“ habe man allerdings nicht gefunden, schmunzelt Stadtmüller.

In den nächsten Tagen erfolgt nun der Umzug vom ehemaligen Fliegerhost zurück an die alte Arbeitsstätte. Das Forstamt bittet um Verständnis, dass während der nächsten Tage die Erreichbarkeit der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen stark eingeschränkt ist.

Jagdschlösschen wurde bereits 1715 erstmals bezogen

Graf Johann Reinhard III. gilt als Erbauer des kleinen Jagdschlosses Wolfgang im Wolfgänger Wald. 1715 wurde das Jagdschlösschen bezogen. 1868 errichtete Preußen dort eine Oberförsterei. Heute ist es Sitz des Forstamtes Hanau-Wolfgang.

Die forstliche Geschichte hat allerdings schon früher angefangen, nämlich mit dem Aufbau einer staatlichen Samendarre. Die Wiederaufforstung der vielen übernutzten und verwüsteten Wälder in Hessen war nur durch den vermehrten Anbau anspruchsloser Nadelhölzer möglich. In Wolfgang, in dessen Umgebung seit langem Kiefern künstlich angebaut wurden, hatte man schon früher auf primitive Weise Kiefernsamen gewonnen.

Forstamt und Samendarre haben lange Geschichte

Auf Initiative des Landforstmeisters Ernst Friedrich Hartig baute die Forstverwaltung 1826 in Wolfgang einen für damalige Zeiten modernen Klengbetrieb auf. Administrator der Darre wird Carl Friedrich Mergell, der im April 1823 im Alter von 26 Jahren seine Stelle in Wolfgang angetreten hatte. 1834 wird Mergell zum Revierförster und Brigadier der Oberförsterei Niederrodenbach ernannt.

Als Administrator der Samendarre leitete er den Forstbetrieb mit Umsicht und Geschick, verbesserte und vergrößerte ihn nach und nach. Mit Gründung der Staatsdarre Wolfgang entstand schließlich der Saatgutbetrieb in Hessen. Mit dem Kiefern-Saatgut wurden vor 150 Jahren die seit dem Mittelalter entwaldeten Flächen im Bereich Hanau, im Burgwald (Mittelhessen), sowie um Hersfeld und Fulda herum wieder aufgeforstet.  did

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