Weltweites Spiel

Schatzsuche über GPS: Geocaching zum Steinheimer Jubiläum

„Dieser Gegenstand ist Teil eines weltweiten Spiels“: Thomas Knieps an einer der Geocaching-Stationen auf dem Wallfahrtsplatz an der Steinheimer St.-Nikolaus-Kirche.
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„Dieser Gegenstand ist Teil eines weltweiten Spiels“: Thomas Knieps an einer der Geocaching-Stationen auf dem Wallfahrtsplatz an der Steinheimer St.-Nikolaus-Kirche.

Es ist eine Art moderne Schnitzeljagd mit Mobiltelefon und wird weltweit gespielt: „Geocaching“. Nun gibt es in Steinheim ein weiteres Element dieser elektronischen Schatzsuche, die mit einem mobilen Endgerät mit GPS-Empfang unternommen wird.

Hanau - „Es waren in den vergangenen Wochen schon einige Spieler vor Ort, allesamt waren sie hellauf begeistert“, freuen sich Pfarrer Lukasz Szafera und Martin Sommer, stellvertretender Verwaltungsratsvorsitzender der Pfarrei St. Nikolaus, über die neue Attraktion. „Das Spiel sorgt für eine Belebung des Wallfahrtsplatzes.“

Es ist der fünfte Cache, der im Zuge des Stadtrechte-Jubiläums entstanden ist. Thomas Knieps, Mitglied im TFC Steinheim und Elektrotechniker, hat unter dem Namen „DerTomTom“ bereits 21 Caches erstellt. Er hatte auch die Idee für den Multi-Cache an der Nikolaus-Kirche mit dem Codenamen GC8HQMR. Ein Multi-Cache besteht aus mehreren Stationen.

Ein halbes Jahr Arbeit für Cache in Steinheim

Knieps hat den Cache auf eigene Kosten erstellt und übernimmt auch dessen Pflege. Der geführte Rundgang über den Wallfahrtsplatz und das finale „Versteck“ hat der 49-Jährige mit Detailverliebtheit und Einfallsreichtum eingerichtet. Etwa ein halbes Jahr hat er gebastelt, getüftelt und programmiert, um diesen besonders aufwendigen Cache Wirklichkeit werden zu lassen.

„Allerdings konnte diese Aktion nicht ohne Unterstützung verschiedener Seiten realisiert werden“, betont er. Der Tüftler hat gemeinsam mit Freiwilligen der Pfarrgemeinde, des Heimat- und Geschichtsvereins und des Turn-und Fechtclubs (TFC) Informationen und Bilder zusammengetragen, die in einer Informationstafel vor Ort und in der zugehörigen Smartphone-App bestaunt werden können. Informationen dazu sind auch dem aktuellen Pfarrbrief zu entnehmen.

Mithilfe von GPS-Koordinaten muss ein Behältnis gefunden werden

„Elementarer Bestandteil des Spiels ist das Auffinden eines Behältnisses, in dem sich ein sogenanntes Logbuch befindet“, erläutert Knieps. Über einen kurzen Eintrag im Logbuch wird zum Ende des Spiels der Fund bestätigt, üblicherweise wird bei aufwendigeren Caches auch ein Kommentar hinterlassen, etwa wie dem Besucher der Spielablauf gefallen hat.

Das Spiel läuft über eine Smartphone-App.

Geocaching basiert auf einer Gemeinschaft von freiwilligen Akteuren und wird weltweit gespielt. „Das Spiel bringt neugierige Menschen zum Beispiel hier auf den Wallfahrtsplatz und vermittelt spielerisch geschichtliches Wissen zu den dort vorhandenen Objekten“, erläutert Knieps. Ungefähr 80 Caches gibt es derzeit im Ortsgebiet von Steinheim, rund 500 sind es insgesamt in Hanau.

Der Familienvater zeigt die Punkte auf dem Display seines Smartphones. Zum Stadtrechte-Jubiläum hat sich der Steinheimer nun den Multi-Cache ausgedacht. „Bisher haben schon fast 50 Spieler den Weg hierher gefunden“, freut sich Knieps beim Blick ins Logbuch über etliche lobende Einträge. „Ich habe überregionale Geocacher wie ein Ehepaar aus Seligenstadt angetroffen oder auch ein junges Pärchen aus Friedberg“, erzählt Verwaltungsratsmitglied Martin Sommer.

Geocacher arbeiten sich von Station zu Station

Und wie funktioniert das Spiel? Mit einem vorher auszudruckenden Laufzettel starten die Geocacher an der ersten Station: Außen an der St.-Nikolaus-Kirche muss eine eingravierte Jahreszahl gefunden werden. Dann geht es weiter zur zweiten Station, wo mit einem auf dem Laufzettel zu errechnenden Code ein Zahlenschloss geöffnet wird.

Weitere Informationen, um die folgenden Rätsel lösen zu können, stehen in der aufklappbaren Tafel. Sie leiten auf dem Wallfahrtsplatz unter anderem zu Ölberg, Lourdesgrotte, Außenaltar und Kreuzkapelle.

Zahlenkombination für Kiste ist das finale Ziel

Aus den Ergebnissen der Stationen ergibt sich der Zahlencode zum Öffnen der Final-Kiste, eine graue Box zwischen Kreuzkapelle und Kirche. Nach standesgemäßer Begrüßung mit Kirchengeläut erwartet den Besucher noch ein kleines Spiel. Wird das gelöst, gibt es Zugang zum Logbuch.

Zum Finale darf sich der Geocacher mit einem Kommentar in ein Logbuch eintragen.

Der Eintrag dort gilt als Bestätigung, dass man den Cache erfolgreich gefunden und gelöst hat. Rundgang, Rätsel und Spiel nehmen ungefähr 45 Minuten in Anspruch. Anschließend wird das Logbuch wieder gesichert und die Kiste ordnungsgemäß geschlossen: Der sorgfältige Umgang mit den „Verstecken“ ist Ehrensache in der Gemeinschaft der Geocacher.

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