Familien pflegen alte Tradition

Schnippeln für Most und Äppler

Kai Heckele (rechts) und die Nachbarn David Schimek (links) und Pascal Kemmerer betätigen die Kelterpresse und drücken die geschnittenen Äpfel durch die Mühle.
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Kai Heckele (rechts) und die Nachbarn David Schimek (links) und Pascal Kemmerer betätigen die Kelterpresse und drücken die geschnittenen Äpfel durch die Mühle.

Steinheim/Klein-Auheim - So war es früher wohl die Regel: Drei Familien-Generationen verarbeiten mit nachbarschaftlicher Hilfe frisch geerntetes Obst. Die Familien Heckele (Steinheim) und Plotzitzka (Klein-Auheim) setzen die Tradition fort und pressen kiloweise Obst vom Gailenberg zu Most. Von Holger Hackendahl

Die Landschaftsobstbauer Kai Heckele und Andrea Plotzitzka haben am Gailenberg 400 Kilogramm Äpfel geerntet. Die reiche Ausbeute sollte zu frischem Süßen verarbeitet, aber auch zu Äppelwoi und Cidre angesetzt werden. Unter anderem Goldparmänen, Gravensteiner, Klarapfel und Oberländer Himbeerapfel wachsen auf dem Grundstück, wurden von dort mit dem Hänger transportiert. Das drei Generationen umfassende „Steinauheimer Kelterprojekt“ wird mit königlicher Unterstützung umgesetzt. Das erst kürzlich abgedankte Bundesäppelwoikönigspaar Birgit I. und Giovanni I. schnippelte gemeinsam mit Erika Heckele sowie Monika und Uli Plotzitzka die frisch geernteten Äpfel, schnitt Kerngehäuse und Würmer aus den Früchten heraus. Eigentlich purer Luxus, denn in den heimischen Keltereien werden Äpfel mit Stumpf und Stiel entsaftet.

Nachdem die ältere Generation fertig geschnippelt hatte, drehte die jüngere die gewaschenen Äpfel durch eine Obstmühle Marke Eigenbau. Die Kurbel wurde entfernt und die Mühle mittels Kette und langsam laufendem Elektromotor umgebaut, erläutert Kai Heckele die Technik. 20 Liter Apfel-Mahlgut fasst die Kelterpresse. Beim Drehen und Drücken gab es tatkräftige Hilfe aus der Nachbarschaft: Pascal Kemmerer und David Schimek packten mit an. Eigentlich keine Überraschung, denn schließlich ist Monika Plotzitzka die langjährige Vorsitzende der Klein-Auheimer Nachbarschaftsinitiative. Die 18-Jährigen hatten sichtlich Spaß bei der Arbeit, halfen beim Bestücken der Kelterpresse mit gemahlenen Äpfeln, pressten den frischen Süßen mit mechanischer Hilfe und Manneskraft. Aus der Kelterpresse floss der Most über einen Trichter in ein Plastikfass.

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„Aus 70 Kilogramm Äpfeln bekommen wir an die 30 Liter Saft“, sagt Heckele. „Das ist weniger als sonst und dem sehr trockenen Sommer geschuldet.“ Der süße Apfelmost wird in den Familien aufgeteilt. „Wir wollen 50 Liter Apfel-Cidre in einem Aludruckfass ansetzen und weitere 30 Liter als Apfelwein“, kündigt der Landschaftsobstbauer an. Vielleicht schon im kommenden Winter will er eine hydraulische Kelterpresse bauen und in der Saison 2019 auch anderen seine Kelter-Dienstleistung offerieren.

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