Diskussion um Zukunft der Tümpelgartenschule unnötig?

„Schülerzahlen sind stabil“

Hanau - „Die Schülerzahlen in Hanau sind über die letzten zehn Jahre stabil geblieben.“ Das berichtet Bildungsdezernent Axel Weiss-Thiel (SPD). Von Dirk Iding 

Für eine Korrektur des gerade erst verabschiedeten neuen Schulentwicklungsplans in Richtung Beibehaltung des Haupt- und Realschulzweiges an der Tümpelgartenschule, wie es die Grünen und die FDP fordern, sieht der Stadtrat keinen Anlass. An den Grundschulen gebe es – aufgrund des Einwohnerzuwachses – seit 2012 eine leicht steigende Tendenz (3 257 im Schuljahr 2011/12 und 3 549 im Schuljahr 2015/16). An den Grundstufen der Förderschulen hingegen gingen die Schülerzahlen zurück (146 im Jahr 2003/04 und 57 im Jahr 2015/16). Hier zeige sich, dass die Inklusion funktioniert. Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf würden zunehmend an Regelschulen unterrichtet.

An den weiterführenden Schulen blieben die Schülerzahlen - mit kleinen Schwankungen - weitgehend stabil. „Bis zum Schuljahr 2009/10 sorgte vor allem der Zuwachs an Gastschülern aus dem Umland für Steigerungen an den Gymnasien“, berichtet Weiss-Thiel. Damals stiegen die Schülerzahlen an den Hanauer Gymnasien von 3 246 im Schuljahr 2003/04 auf 4 354 im Schuljahr 2010/11. Seither sorge die Zuwanderung nach Hanau für eine Stabilität der Schülerzahlen (4 312 im Schuljahr 2015/16).

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„Seit Januar 2010 verzeichnet die Stadt unterm Strich einen Zuwachs an rund 6600 Einwohnern. Das macht sich natürlich auch an den Schulen bemerkbar und gleicht die sinkenden Geburtenraten der letzten Jahre aus“, erläutert Weiss-Thiel. Weder Inklusion noch Zuwanderung führten jedoch bisher zu einem Zuwachs an den Förderstufen-, Haupt- und Realschulen oder den Gesamtschulen. Der Altersschwerpunkt der Flüchtlingszuwanderung liege im Bereich der älteren Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 15 und 25 Jahren. Deshalb liege die Hauptherausforderung durch die Flüchtlingsbewegung im Bereich der Beruflichen Schulen und der Sprach- und Berufsqualifikation für junge Erwachsene. Damit widerspricht der Stadtrat auch den Forderungen aus Reihen der Grünen und der FDP, mit Blick auf die steigenden Flüchtlingszahlen die Diskussion um die Abschaffung des Haupt- und Realschulzweigs an der Tümpelgartenschule wieder neu aufzurollen. Grüne und FDP befürchten mittelfristig Engpässe, wenn es künftig mit der Hessen-Homburg-Schule, der Otto-Hahn-Schule und der Steinheimer Eppsteinschule nur noch drei Haupt- und Realschulstandorte in Hanau geben sollte.

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Schuldezernent Weiss-Thiel ist anderer Meinung. Er ist davon überzeugt: „Mit unserer Schulentwicklungsplanung sind wir im Bereich Grundschulen und weiterführenden Schulen gut aufgestellt.“ Er erinnert daran, dass die Zahl der Schülerinnen und Schüler an den Hanauer Haupt- und Realschulen in den letzten zehn Jahren um rund 700 gesunken sei. An der Tümpelgartenschule besuchten derzeit 403 Schüler die Sekundarstufe I. Wenn diese ab dem kommenden Schuljahr auslaufe, werde der Schülerverlust der vergangenen zehn Jahre damit nur zum Teil aufgefangen. Zur Zeit liegt der Hanauer Schulentwicklungsplan im Kultusministerium zur Genehmigung vor. Ob die Genehmigung noch bis zu den Anmeldeterminen fürs nächste Schuljahr erfolgt, ist fraglich. Falls nicht, wird sich das „Auslaufen“ der Sekundarstufe I an der Tümpelgartenschule verzögern. Dann würden dort erst ab dem Schuljahr 2017/18 keine neuen Schüler mehr ab Klasse 5 aufgenommen.

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