„Schule am Brunnen“ stellt sich quer

Hanau - Gegen Zusammenlegung mit Pedro-Jung-Schule / Stadtrat Piesold hält am geplanten Projekt fest

Großauheim (did) In einem offenen Brief haben sich gestern Kollegium, Schülerschaft und Eltern der Großauheimer Schule am Brunnen gegen die geplante Zusammenlegung der beiden Hanauer Förderschulen in der ehemaligen Elementary School auf dem Gelände der Old-Argonner-Kaserne ausgesprochen. Anstatt in ein pädagogisch und sozial sinnvolles Projekt Förderschulen zu investieren, plane die Stadt eine „Billigvariante“, die die Schüler der Hanauer Förderschulen noch mehr isolieren und aus der Gesellschaft drängen werde, heißt es in dem Schreiben.

Hanaus Schuldezernent Ralf-Rainer Piesold zeigte sich enttäuscht. Er will an dem Projekt festhalten. Immerhin sei die Stadt Hanau bereit, rund acht Millionen Euro am Standort der Elementary School zu investieren. Für beide Hanauer Förderschulen und deren rund 300 Schülerinnen und Schüler könnten dort die besten Voraussetzungen geschaffen werden, spricht der Schuldezernent von einer „einmaligen Gelegenheit“.

Die Vertreter der Schule am Brunnen sprechen sich hingegen für kleinere Einheiten aus. „Obwohl unsere Schule ein gut funktionierendes System ist, wollen Sie diese zu Gunsten einer riesigen Förderschule an einem isolierten Standort zerschlagen“, heißt es in dem Schreiben. Es werde zu großen Problemen führen, wenn zu viele Schüler mit Lern- und Erziehungsproblemen zusammenträfen. „Hohes Gewaltpotenzial, Bandenbildung, Vandalismus, Schulschwänzen und Drogenproblemen werden durch Anonymität und Unübersichtlichkeit Vorschub geleistet“, heißt es in dem offenen Brief.

Schuldezernent Piesold bedauert, dass durch solche Äußerungen ein Bild von den Schülerinnen und Schülern gezeichnet werde, das er nicht für angemessen halte. Auch halte er den Vorwurf, es sei eine „riesige Förderschule“ geplant, für unangebracht. Es seien von Seiten der Stadt zahlreiche Alternativen zur Lösung der Situation der Hanauer Förderschulen untersucht worden. „Die jetzt geplante Variante ist eindeutig die beste“, so Piesold. Die Lage der Elementary School sei aus heutiger Sicht zwar nicht ideal, aber bei einer erfolgreichen Konversion der Kasernen könne man bald auch nicht mehr von einer Randlage sprechen.

Die von der „Schule am Brunnen“ unter anderem geforderte Auflösung der Förderschulen und deren vollständige Integration in das Regelschulsystem halte er auf Jahre hinaus für wenig realistisch. Für ein solches Modell müsste zunächst die Landespolitik die Weichen stellen. Auch eine schrittweise Integration von benachteiligten Schülerinnen und Schülern an Regelschulen stoße an ihre Grenzen. „Die Forderungen der Schule am Brunnen laufen im Kern darauf hinaus, dass sich an der seit vielen Jahren untragbaren Situation an dieser Schule auf längere Sicht nichts ändern würde“, meinte der Schuldezernent. Das sei nicht zu verantworten.

Stadtrat Piesold will sich am heutigen Dienstag noch einmal mit Vertretern der Schule am Brunnen und der Pedro-Jung-Schule treffen. Bis zum 28. Februar muss die Stadt Hanau das Projekt für das Sonderinvestitionsprogramm des Landes angemeldet haben.

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