Schulentwicklungsplan

Mehr Schulraum für Wolfgang

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Hanau - Trotz leicht steigender Schülerzahlen kommt im Grundschulbereich die Stadt Hanau in den Jahren bis 2017 im wesentlichen ohne teuren Neubau von Schulraum aus. Von Erwin Diel

Das geht aus dem Entwurf des Schulentwicklungsplanes 2013-2017 für die Grundschulen hervor, den Schuldezernent Axel Weiss-Thiel (SPD) im Jugendhilfeausschuss vorgestellt hat.

Das zu erwartende Plus an Schülern lasse sich in den vorhandenen Räumlichkeiten an den Grundschulen unterbringen. Im laufenden Schuljahr zählt Hanau 785 Grundschüler, rund 70 mehr als vor vier Jahren. Für die kommenden Jahre rechnet die Stadt mit einem Anstieg um bis zu 80 Schüler. Sie verteilen sich auf 16 Grundschulen, vier Förderschulen mit Schülern im Grundschulalter und zwei Schulen in freier Trägerschaft.

Pro Jahrgang nur eine Klasse

Handlungsbedarf entwickelt sich nach Ansicht des Dezernenten vor allem in Wolfgang. Die dortige Robinsonschule mit rund 70 Schülern ist einzügig, hat pro Jahrgang nur eine Klasse. Mit der Umwandlung früherer Kasernen in Wohngebiete werde die Zahl der Schüler ansteigen. Durch die Entwicklung von New und Old Argonner-Kaserne und möglicherweise des Pioneer-Areals entstehe praktisch ein zweiter Wolfgänger Stadtteil. Die Robinsonschule gerate dadurch in eine Randlage. Das 1967 errichtete Schulgebäude mit seinen vier Unterrichts- und Gruppenräumen sei am Standort nicht zu erweitern.

Freie Schulkapazitäten sieht der Dezernent am Förderschulzentrum, der Elisabeth-Schmitz-Schule, das die Stadt in einer ehemaligen amerikanischen Grundschule auf dem Old Argonner-Areal eingerichtet hat. Dort sind zwei Förderschulen zusammengefasst worden. Das Schulgebäude sei überdimensioniert. Komme die Inklusion, also die Unterrichtung von Förderschülern an Regelschulen, weiter voran, gehe die Schülerzahl an den Förderschulen vermutlich zurück. Zusätzlicher Platzbedarf der Robinsonschule könne am Förderschulzentrum befriedigt werden. Eine „Zielperspektive“ sei, die Robinsonschule in den Bereich Old Argonner zu übersiedeln.

Strikte Schulbezirksgrenzen

Festgeschrieben werden sollen für Großauheim und Wolfgang wieder strikte Schulbezirksgrenzen. Bisher können Kinder aus Wolfgang etwa auch die August-Gaul-Schule in Großauheim besuchen. Das Staatliche Schulamt habe angekündigt, dass es die Überschneidung von Schulbezirksgrenzen nicht dauerhaft tolerieren werde.

Engpässe macht Weiss-Thiel auch an der Anne-Frank-Schule im Freigericht aus. Diese Schule ist für die Kinder rumänischen Zuwanderer zuständig, die sich vermehrt im Bereich um den Hauptbahnhof ansiedeln (wir berichteten). Zusätzlicher Schulraum werde kurzfristig zurzeit durch die Aufstellung von drei Unterrichtscontainern geschaffen. Intern werde über eine große Lösung diskutiert, sagte der Dezernent. Die Turnhalle der Anne-Frank-Schule sei abgängig. Bei einem Neubau könnte zusätzlicher Schulraum geschaffen werden sowie Platz für die benachbarte Kita Saalburgstraße.

Verzahnung von Kindertagesbetreuung

Zu den qualitativen Zielen des Schulentwicklungsplans zählt die engere Verzahnung von Kindertagesbetreuung, vor allem von Horten und Schule und damit verbunden die Entwicklung von Grundschulen zu Ganztagsschulen. Erfahrungen sammeln will die Stadt mit einem Referenzprojekt an der Brüder-Grimm-Schule, das zum kommenden Schuljahr startet. Es soll schrittweise auf andere Schulen übertragen werden.

Zum Entwurf des Entwicklungsplans für die Grundschulen sammelt die Stadt zurzeit Stellungnahmen beteiligter Behörden und Institutionen. Gegen die Grundzüge der Planung gab es im Jugendhilfeausschuss keinen Widerspruch.

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