In Steinheim fehlen Betreuungsplätze

Sechs statt fünf erste Klassen?

In Steinheim fehlt’s an Plätzen. Nicht alle Eltern, die eine Betreuung für ihre Kinder suchen, kommen zum Zug. (Symbolbild)
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In Steinheim fehlt’s an Plätzen. Nicht alle Eltern, die eine Betreuung für ihre Kinder suchen, kommen zum Zug. (Symbolbild)

In Steinheim fehlt’s an Plätzen. Nicht alle Eltern, die eine Betreuung für ihre Kinder suchen, kommen zum Zug.

Steinheim – Es können nicht mehr alle Kinder im Vorschulalter von den vorhandenen Betreuungseinrichtungen im Stadtteil aufgenommen werden, so die örtliche CDU. Hat das Platz-Defizit in der Folge auch Auswirkungen auf die Grundschulen im Stadtteil?.

Nach derzeitigem Stand sind 14 Kinder in der Altersgruppe von 3 bis 6 Jahren bei der Kita-Suche unversorgt. Das geht aus der vor wenigen Wochen vorgenommenen Sozialraumabstimmung und den Voranmeldungen über das Hanauer Kita-Portal hervor, so die Stadt auf Anfrage. In Abstimmung mit den Kitas würden für die Betroffenen „Schritt für Schritt adäquate Platzangebote stadtweit gesucht“, heißt es. Zudem habe man aufgrund der Nachfrage in der Kita Steinheim an der Hermann-Ehlers-Straße eine Hortgruppe in eine altersgemischte Gruppe für Mädchen und Jungen zwischen 3 und 10 Jahren umstrukturiert.

Im Rathaus wurde bereits vor einem Jahr eine Stelle eingerichtet, die Voranmeldungen von unversorgten Familien bearbeitet, die Betroffenen berät und stadtweite Platzangebote koordiniert.

Steinheim wird um 500 Einwohner wachsen

Der Bedarf an Betreuungsplätzen in Steinheim wird durch neue größere Wohnbauprojekte, etwa an der Pfaffenbrunnenstraße (früher Betonwerk Kemmerer, der Karl-Kirstein-Straße (ehemaliger Rewe-Markt) oder der Odenwaldstraße wachsen. Daher wolle man in den kommenden Jahren weitere Gruppen umstrukturieren, so die Stadt auf Anfrage. Zudem sollen bei einem freien Träger zwei Gruppen für Kinder von 0 bis 6 Jahren eingerichtet werden.

Um rund 500 Einwohner wird Steinheim aufgrund der Neubauprojekte voraussichtlich in den nächsten Jahren wachsen. Für den Kita-Bereich rechnet die Stadt damit, dass es einen zusätzlichen Bedarf von 21 Betreuungsplätzen geben wird, davon sechs für Kinder bis 3 Jahre und 15 für 3- bis 6-Jährige.

Das jetzige Defizit an Betreuungsplätzen werde sich „mit Verzögerung auch auf die Grundschulen auswirken“, fürchtet Jens Böhringer, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Ortsbeirat. Die Zahlen für die erwartenden Schulkinder sollten geprüft werden, weil es „besorgte Eltern“ gebe.

Dabei ist die derzeitige Grundschul-Situation im 12 700-Einwohner-Stadtteil Steinheim komfortabel. Zumindest im Vergleich zu anderen Schulen in Hanau gebe es an den beiden Grundschulen in den letzten Jahren „eine unterdurchschnittliche Klassenstärke“.

Klassenstärke derzeit vergleichsweise niedrig

In der Geschwister-Schull-Schule haben die beiden ersten Klassen 16 bzw. 17 Schüler, in den Jahre zuvor waren es 21 bzw. 18. Die drei ersten Klassen der Theodor-Heuss-Schule haben rechnerisch 18 Kinder (Vorjahre: 17,3 bzw. 19,7). Zudem sei auffällig, dass in Steinheim in der Regel weniger Kinder eingeschult wurden als rechnerisch aufgrund der Geburtsjahrgänge zu erwarten gewesen wären. Erklärung der Fachleute: Die Kinder besuchten vermehrt Privat- oder Förderschulen.

Die Stadt rechnet damit, dass es wegen der Neubauprojekte im Stadtteil in den nächsten Jahren 25 Kinder im Grundschulalter mehr geben wird, also 6 bis 7 pro Geburtsjahrgang. Rechnerisch würden dann die fünf ersten Klassen an Geschwister-Scholl-- und Theodor-Heuss-Schule um je 1 bis 2 Kinder größer. Wegen des relativ starken Geburtsjahrgangs 2018, so prognostiziert die Stadt, könne es aber „temporär notwendig werden“, statt bisher fünf Grundschulklassen an den beiden Steinheimer Grundschulen insgesamt sechs erste Klassen zu bilden. „Schon der Geburtsjahrgang 2019 ist allerdings wieder deutlich schwächer besetzt“, so die Stadt – mit der Folge, dass dann wohl wieder zu den fünf Eingangsklassen zurückgekehrt werden kann.

VON CHRISTIAN SPINDLER

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