Stille Motive für eine gute Sache

Serviceclub stellt Zonta-Kalender vor – Erlös geht ans Frauenhaus

Freuen sich über die neunte Ausgabe des Zonta-Benefiz-Kalenders (von links): Jürgen Scheuermann, Swantje Ganecki, Elena Müller-Botzum (beide Frauenhaus), Claus Kaminsky, Viola Ebbecke und Guido Braun.
+
Freuen sich über die neunte Ausgabe des Zonta-Benefiz-Kalenders (von links): Jürgen Scheuermann, Swantje Ganecki, Elena Müller-Botzum (beide Frauenhaus), Claus Kaminsky, Viola Ebbecke und Guido Braun.

Hanau – Zum neunten Mal hat der Zonta Club Hanau einen Kalender produziert, dessen kompletter Erlös einer sozialen Einrichtung, die Frauen und Mädchen unterstützt, zugute kommt. Der Erlös des diesjährigen Kalenders mit dem Titel „Hanauer(innen)“ wird an das Frauenhaus Hanau überwiesen, kündigte Präsidentin Viola Ebbecke bei der Präsentation in der Mensa der Karl-Rehbein-Schule an.

Schulleiter Jürgen Scheuermann begrüßte die Gäste und betonte: „Wir stellen die Räumlichkeiten der KRS gerne Serviceclubs zur Verfügung und geben damit etwas an die Stadt zurück, die uns immer unterstützt und dafür gesorgt hat, dass die KRS heute so gut dasteht“. Viola Ebbecke charakterisierte den Inhalt des Kalenders so: „Es sind eher stille Motive, die Zurückgezogenheit, Unsicherheit und Verletzlichkeit ausdrücken. Sie spiegeln dieses schwierige Jahr wieder, geben aber auch völlig ungewohnte, neue und überraschende Einblicke in Hanauer Gebäude, die teilweise bislang noch nicht von innen fotografiert worden sind.“

Die ruhigen Bilder seien ein Ausdruck der Zeit während der Pandemie, in dem Alltag und gesellschaftliches Miteinander nur sehr zurückgezogen stattfinden konnten, stellte die Zonta-Präsidentin fest. Alle Bilder des Kalenders haben Mitglieder von Zonta fotografiert, auch die Frauen, die auf den Bildern erscheinen, gehören dem Serviceclub an und hätten sich bei den Sessions bewusst im Hintergrund gehalten. Die Herstellungskosten des Kalenders würden komplett von Sponsoren finanziert, sodass wirklich der Reinerlös an das Frauenhaus fließe, betonte Ebbecke.

„Auch dieser Kalender hat – wie seine Vorgänger – eine lokalpatriotische Komponente, richtet den Blick auf Hanau und ermöglicht aus neuen Perspektiven auf die Stadt und ihre Bauwerke zu schauen. Einige Fotografien stellen gar historische und nicht wiederholbare Momentaufnahmen dar, wie das Bild, das in der Baustelle des Neustädter Rathauses gemacht worden ist“, beschrieb Oberbürgermeister Claus Kaminsky seine Eindrücke vom Kalender.

Weitere Infos

Der Zonta Benefiz-Kalender ist in einer Auflage von 350 Exemplaren (Nachdrucke möglich) bei den Verkaufsstellen Bücher bei Dausien, Frankfurter Volksbank, Stadtladen im Rathaus, Hanauer Anzeiger Leseladen, Buchladen am Freiheitsplatz, Bücherstube Keese in Rodenbach, Buchhandlung Lesebär Großkrotzenburg und Atelier 25 in Steinheim für 25 Euro erhältlich. Man kann den Kalender auch bestellen über zonta-hanau@web.de. Die Auslieferung der Kalender in Hanau ist kostenlos, die Versandkosten innerhalb Deutschlands betragen sieben Euro.

„Ich möchte mich ausdrücklich beim Zonta Club Hanau bedanken, dass immer wieder für die Stadt und das Umland relevante und wichtige Einrichtungen mit einer Spende bedacht werden. Gerade das Frauenhaus hat seine Existenzberechtigung nicht verloren, im Gegenteil, die Statistik besagt, dass häusliche Gewalt gerade auch in Zeiten der Pandemie zunehme. Aus diesem Grund ist der Beschluss, diese Einrichtung zu fördern, besonders zu begrüßen“, stellte der Rathauschef fest.

Diese Ansicht unterstützte Guido Braun, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Hanau, der betonte, man müsse das Thema Gewalt gegen Frauen immer wieder auf die Tagesordnung bringen, solange es notwendig sei, dass es Frauenhäuser und geschützte Orte für Frauen geben müsse. „Die Auswirkungen des Lockdowns zu Beginn des Jahres haben wir kaum gespürt, denn die Frauen kamen ja nicht aus ihrem häuslichen Umfeld heraus. Nach der Lockerung aber mussten wir mithilfe der Stadt und der Baugesellschaft Hanau zwei zusätzliche Schutzwohnungen einrichten, um alle Hilfesuchende unterzubringen.

Derzeit ist auch keine Notaufnahme wegen der Hygienevorschriften möglich, aber so langsam beruhigt sich die Lage und wir können wieder zum Normalbetrieb übergehen“, berichtete Swantje Ganecki vom Frauenhaus. Sie bedanke sich beim Zonta Club Hanau und den Sponsoren, dass dieses mal diese Einrichtung die Zuwendung erhält, „die wir trotz finanzieller Unterstützung gut gebrauchen können“.

Viola Ebbecke wies darauf hin, dass derzeit eine große internationale Kampagne von Zonta International mit der Weltgesundheitsorganisation WHO laufe, die unter dem Motto „Zonta says No to violence against women“ zur Ächtung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen aufrufe. Der Kalender 2021 wolle hierzu einen Beitrag leisten.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare